Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 4 (1937)
- Issue
- 21-22 (Februar 1937)
- Date
- 1937-02-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Weitere Daten zur Heine-Forschung Heine, Börne, Saphir Zum ioo. Todestag Börnes, am 12. Februar 1837 Im ersten Viertel des vorigen Jahrhunderts fuhren an dem Nachthimmel des Judentums mit feuriger Spur drei Raketen hoch über die Ghettomauern empor und entfalteten ein prachtvolles, farbenreiches Feuerwerk des Geistes ungekannter Art, das Europa mit Bewunderung erfüllt hat. Damals wetteiferten die Drei in gedrängtem Felde um den ersten Preis. Saphir, dessen Ruhm heute gänzlich verblasst ist, war zu einer Zeit gar der Populärste, mehr als die Beiden an Fürstenhöfen gefeierte, von den Massen bewunderteste und selbst Heine und Börne zollten ihm genug Anerkennung. Börne war eine Zeitlang Heine weit voraus und ein Schriftsteller bedauert den Verfall des Ansehens Heines, den man einmal sogar mit Byron und Börne verglichen hatte. Allen Dreien gemeinsam war der brillante jüdische Witz. Saphir jonglierte mit seinem Geistesfeuer wie ein Artist mit brennenden Fakeln, Börne war die gute, alte Moderateur-Lampe, die seinerzeit als Triumph der Technik bewundert, welche die Dunkelheit überwinden half, und heute noch als antiker Hausrat hochgehalten wird. Der Raketenstern Heines aber blieb auf dem Firmamente haften, an 'dem ewigen Sternhimmel der Geistesgeschichte der Menschheit. Zur Fülle der Börne-Literatur zur Feier seines Zentenariums können wir kaum noch Ungesagtes hinzufügen. Auch die beliebten Heine-Börne-Parallelen haben das Thema völlig ausgeschöpft, selbst die Gegenüberstellung des Judentums Heines und Börnes. Ein Hinweis jedoch ist nicht nur literarhistorisch von Bedeutung, sondern auch als politisches Exempel lehrreich und wegweisend. Börne hat nicht, wie das ihn hoch überragende Genie Heine, die Dinge vom Gesichtswinkel der Ewigkeit beurteilen können. Als starrer Doktrinär hat er an den fortschreitenden Sieg der Gleichberechtigung und Freiheit aller Menschen und auch der Juden geglaubt. Der Antisemitismus seiner Zeit ist für ihn das letzte Aufflammen des agonisierenden Judenhasses, er verzeiht den Antise- Ludwig Börne 20