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Judaica · 1937-02-01 · 21-22 (Februar 1937) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
4 (1937)
Issue
21-22 (Februar 1937)
Date
1937-02-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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tons einen solchen Reiz verliehen. Er lebte einige Zeitlang in Pest, wir finden ihn aber 1859-60 in Frankreich und England, wo er seinen Ruhm als Schachspieler begründet. In Paris gründet er den „Messager de Paris55, macht ein Vermögen an der Börse, und errichtet ein grosses Kommissionshaus in Paris, das ihn zum Millionär machte. Vom Herzog von Sachsen-Meiningen zum Baron gemacht, kehrt er um 1870 nach Wien zurück. Hier gründet er die Börsen-Syndikats-Kasse, die sogar das grosse finanzielle Erdbeben von 1873 überstehen konnte .Sein Glück verliess ihn aber, als er 1884 die „Wiener Allgemeine Zeitung55 kaufte, die er mit nahezu einer halben Million Gulden Verlust verkaufen musste (Oktober 1888). Er schrieb in diesem Blatte eine Reihe von Feuilletons, unter dem Pseudonym Ideka (I. de K.). Auch seine Frau, Irma, war daselbst unter dem Namen Miradek literarisch tätig. Ein tückisches Leiden, Bright’sche Nieren, hat dieses pittoreske Leben frühzeitig, am 30. April 1889 beendet. Seinen eigentlichen Ruhm hat er auf den 64 Feldern des Schachbrettes erfochten. Er übte sich frühzeitig im edlen Königsspiele. Im Cafe Harrwitz in Paris erregte der bis dahin der Schachwelt unbekannte durch seine Siege Aufsehen. Im Jahre 1866 spielt er mit dem Champion Anderssen in Paris 11 Partien 5:5 (o), siegt in London über Barness 10:1 und zu Manchester über Horwitz 3:1. Der grosse Erfolg seines Lebens war aber seine Weltmeisterschaft in dem Pariser Tournier 1867, zu welchem Napoleon III. den Preis gestiftet hat, eine prachtvolle Sevres-Pörzelianschale. Er siegte in grossem Style, gewann 20, verlor 2 und machte 2 remis. Mit diesem grossen Schlusseffekt beendete er seine Wettspiele, blieb aber ein grossherziger finanzieller Förderer des Schachspieles. Dem Schachtournier in Baden-Baden legte er einen besseren Plan der Organisation der Schachtourniere vor, der auch angenommen worden ist. Er war brillant als Blindspieler, spielte gar mit verbundenen Augen, was ihm den Namen des „Schachkönigs55 eingetragen hat. Nebst seiner Schacbkunst, Lebenserfahrung, finanzieller Tüchtigkeit und seiner geschätzten Feder, besass er glänzende gesellschaftliche Vorzüge, die ihm in höchsten Kreisen Eingang verschafft haben. Herzog Karl von Braunschweig, Baron Rothschild, Jules Grevy zählten zu seinen Freunden. Seine künstlerisch eingerichtete Villa „Felix55 am Kahlenberg war ein Sammelplatz der guten Gesellschaft. Seine Beziehungen zu Pressburg sind uns vorläufig nicht bekannt, er war an der Nordungarischen Baubank und an einem Nitraer Kreditinstitut beteiligt, muss also oft hier geweilt haben. Seine Witwe hat nach seinem Tode zu seinem Gedächtnis Schachtourniere veranstaltet, war übrigens auch sonst von einer Freigebigkeit und Lebenslust, dass die reiche Erbin ihr Leben im Lainzer Armenhaus beschlossen hat. Ignatz Kolisch war nicht nur in Pressburg geboren, sondern hier geistig zuständig. Ludwig Bachmann in seinem Buche „Bilder aus der Schachgeschichte55 (C. Brügel & Sohn, Ansbach, 1915) sagt 14

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