Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 4 (1937)
- Issue
- 21-22 (Februar 1937)
- Date
- 1937-02-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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in 1872, im Alter von 73 Jahren an Lungenödem in Budapest, Grosse Nussbaumgasse 4. Nordau hat das hebräische Akrostichon auf seinem Grabsteine selbst verfasst. (S. „Zurück zur Bibel” und Ungarl. Jüd. Zeitung, Jahrg. 1914, Nr. 7.) Gabriel hat den Dornenweg des idealistischen hebr. Schriftstellers ziehen müssen. Aber als der kleine Max die Manuskripte seines Vaters sah, rief er begeistert aus: „Ich will Schriftsteller werden, wie mein Vater!” So haben die literarischen Bestrebungen Gabriel Südfelds schöne Früchte getragen! Max Nordau wirkte einige Jahre als Schriftsteller und Frauenarzt in Budapest, dann zog es ihn zum geistigen Mittelpunkte Europas an der Seine. Der Weg Nordaus von der sephardischen chassidischen (noch heute bestehenden) Klause in der Budapester Königsgasse, über Paris, über „die konventionellen Lügen der Kulturmenschheit” zu seinen Reden auf den Zionistenkongressen bis zu seinem grossen Grabe in Tel-Awiw, das ist die eindrucksvollste Allegorie der geistigen Wandlungen des Judentums im 19. Jahrhundert. Von Tel-Awiw kommt auch das reizende Bild der den Namen ihres Urgrossvaters tragenden Enkelin Nordaus, der sechsjährigen Claudy - G a b r i e 11 a, ein Gemälde der Mutter Maxa Nordau - Gruenblatt, deren Pinsel die zärtliche Mutterliebe beseelt hat. Ingenieur Gruenblatt ist beim Bau des Hafens von Tel-Awiw tätig, wo auch die verständnisvollste Lebensgefährtin Nordaus, Frau Anna, Wohnung genommen hat. Wie lange her ist es, dass ich Frau Maxa selbst als sechsjähriges Kind auf den Knieen des zärtlichen Vaters, Max Nordau gesehen habe? Am VII. Kongress in Basel, dem verhängnisschweren, der das vom staatsmännischen Genie Herzls erlangte Asyl, Uganda, mit soviel Unverstand behandelt und verworfen hat. Urahne, Grossvater, Mutter und Kind, die Sprösslinge der Abrabanel-Familie sind hier verewigt. Von Gabriel zu Gabriella! Von der Pressburger Judengasse bis zum Hafen Tel-Awiws an dem freien Meere und dem südlich-blauen Himmel Erez Israels. Möge es der Hafen sein, wo Israel zur Ruhe einläuft! Claudy Gabriella Nordau-Gruenbiatt, Tel-Awiw ]2