Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 3 (1936)
- Issue
- 17-18 (Juli 1936)
- Date
- 1936-07-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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eigentliche Geburtshaus Herzls in der letzten Nummer veröffentlicht haben. Schlimmer ist es aber, dass seine Lehren vergessen worden sind. Was wir in Palästina schaudernd erleben, hat Herzl vorausgesagt, in den vielen erregten Debatten, die er mit Ussischkin führen musste, dessen Ansichten über die „Besitzergreifung” Palästinas Herzl auf schärfste verurteilt hat. Auf dem Budapester jüdischen Friedhofe „Ewig still steht die Vergangenheit!” Der stürmischen Entwicklung, welche das Budapester Judentum an Zahl und Wert genommen hatte, hat der Weltkrieg Halt geboten und die Ungunst der nachkriegerischen Zustände hat die v\nzahl und die Bedeutung des Judentumes der ungarischen Metropole allmählig herabgemindert. Nur in einem einzigen fernliegenden Stadtviertel wächst die Menge der Juden und ihre Bedeutung erhält sich auf ewig gleicher Höhe.., auf dem Gottesacker! Ja, Seine Hand zieht hier täglich neue Furchen, o, welch kostbares Saatgut legen wir hier hinein, säen es mit Tränen, eine Mazewa wächst daraus empor und gesellt sich zu dieser versteinerten Gemeinde, die alle mit dem Antlitze gegen Sonnenaufgänge gerichtet dastehen, wie im Gebete. Welch eine gewaltige Armee! 106.000 Gräber auf einem Plane! Der ältere, der Kerepeser Friedhof, beherbergt auch noch mehr als 30.000 ewige Gäste! Warte nur, balde ruhest Du auch! Warum geht ein solch wohltätiges Fludium der Friedensseligkeit von diesen Steinen aus!. . . Siehe da, der Zentralfriedhof ist unversehens alt und ehrwürdig geworden! . . . Seid gegrüsst, ehrwürdige Ruhestätten der Thorafürsten, die Ihr die junge, aufstrebende, ungeberdige Pester Gemeinde betreut habt. Rabbi Mose Kunitzer, Du Weiser, Gelehrter, der Tradition und Neuzeit zum harmonischen Bunde gesegnet hat, Spross des hohen Rabbi Löw, Oheim unseres teueren R. David Lackenbach! Kaufmann, Rabbi, Dramatiker, Philosoph! Deine Werke leben noch . . . Ben Jochaj . . . Hamecoref .. . Beth Rabbi . . . Nogah hazedek . , . Eingeweihte wissen noch mehr .. . die geheimen Zusammenkünfte in Wien mit unserem Ber Oppenheimer und Jeiteles, da nahm der Geist einen kühneren Flug . . . Ein halbes Jahr fehlt zu dem Jahrhundert seit Deinem Tode und Du bist uns noch immer um ein Jahrhundert voraus! Rabbi Schimeon Oppenheim! Uralte Eiche, die ein halbes Jahrhundert lang ihr schützendes Laub über das Volk der Pester Juden ausgebreitet hat, die Hälfte Deines an Jahren und Kämpfen reichen Lebens! Die Lästerzunge ist längst verstummt, Deine Werke reden noch! Wie? Dein „Neser Hakodesch” ist ein Plagiat? Auch die erschütternde Vorrede dazu, die ein solch ergreifendes Bild entwirft von den Zerstörungen, welche die Cholera im Lande angerichtet hat, wie den Verlust Deiner Frau aus dem Stamme der Wertheimer-Oppenheims, der bis zum Poeton Rabbi Simon hinaufreicht! Wir lesen noch Deinen „Har hakarmel”, den unserer tapferer, hochgelehrter Rabbi von Bösing, David Israel Schlesinger mit seinem „Har Tabor” beantwortet hat... Israel Wahrmann!... J7