Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 3 (1936)
- Issue
- 15-16 (Februar 1936)
- Date
- 1936-02-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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mitat hat auch de£u Lands türm organisiert und sämtliche haben sich bei Kittsee und Bama zusammengefunden. Sie sind mit einer Abteilung Honveds an der Spitize nach Wien gezogen, denn Wien war abgesperrt und vom kaiserlichen Militär zernirt. Unsere Honved- und Landsturmleute sind kaum nach Schwechat gekommen, wo sie von den Kaiserlichen derart empfangen wurden, daß sie retirierten und die Meisten ihre Waffen unterwegs fortgeworfen haben, um besser laufen zu können. So sind sie hier angekommen. Kaum war dies vorüber, ist der Befehl gekommen, daß sämtliche Einwohner Preßburgs müssen ins Gebirg hinaus, um Schanzen zu machen. Es sind die Fahrwege von der Straße welche nach Neudorf fuhren durch Barrikaden abgesperrt Wurden, denn es war die Rede, das österreichische Militär werde von dort her nach Preßburg kommen* und damit wollte man es verhindern. Mittlerweile ist hier da$ Honvedregiment organisiert worden und zum Wiederstande bereit geordnet worden. Es ist auch zu dieser Zeit hier fein italienisches Bataillon gelegen, welche Soldaten zumeist während der Nacht desertierten und über die March nach ihrer Heimat Italien geflüchtet sind, so daß Preßburg im November ohne kaiserliches Militär stand. Den ganzen November waren wir von Wien abgesperrt, da Wien von außen von kaiserlichem Militär abgesperrt gewesen ist. In Wien haben die Nationalgarde und die Studenten regiert und wir wussten nicht, was in Wien voranging. Am 2. Dezember hat Kaiser Franz Ferdinand zu Gunsten des jetzigen Kaisers Franz Josef abgedankt, welcher die Regierung übernommen hat. Es sind nach Wien und hieher darüber Plakate versendet worden, wodurch man es erfahren hat. Da Wien noch immer abgesperrt w(ar und die Stadt ihre Thore nicht öffnen wollte, ist das Kommando dem Fürsten Windischgrätz übertragen worden, welcher die Stadt Wien beschießen ließ und ist es ihm auch gelungen, binnen 8 Tagen Wien zu befreien, wo dann sämtliche Rädelsführer, welche nicht mehr flüchten konnten, erschossen wurden. Mitte Dezember ist Fürst Windischgrätz gegen Ungarn gezogen und hiergegen Weihnachten ohne Wiederstand eingezogen. Als das ungarishe Militär erfuhr, daß der Fürst näher kommt, ließen sie die Schiffbrücke aushängen und durch Schiffleute nach Komorn fahren. Sie sind durch die Schütt retirirt. Windischgrätz ist aber über Schloßhof mit den größeren Theil seiner Leute herübergekommen, der kleinere Theil ist von der Au marschirt, konnte jedoch nicht übers Wasser. Das österreichische Militär ist nicht hier einquarrirt worden, sondern schlug dats Lager unter freiem Himmel auf der Promenade auf. Da die Kälte sehr groß war, haben sie auf offener Straße ihr Wachtfeuer gemacht. Beim Eingang einer jeden Gasse ist ein Militärposten und ein Wächter gestanden. Der erste militärische Befehl war, daß sämmtliche Waffen an die Militärbehörde abgegeben werden mußten... Auch ich hatte ein Gewehr, es gehörte jedoch dem Modrovich, der es mir geliehen hat. Ich konnte daher dieseis Gewehr nicht 24