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Judaica · 1936-02-01 · 15-16 (Februar 1936) · page 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
3 (1936)
Issue
15-16 (Februar 1936)
Date
1936-02-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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die Oberhand bekommen, haben sich in Compagnien eingekeilt, haben ihre {eigenen Kappen gehabt, haben die Arbeiter an sich gelockt, haben (das ärarische Zeughaus erbrochen, sich bewaffnet, es waren täglich neue Aufstände und Aufreizungen und so hat sich die Sache bifc Ende September fortgeführt. Im Monate September hat Jellachich, der damalige B;anus von Kroatien sein (Militär, nämlich die Grenzer, die damals waren, gesammelt und ist gegen Ungarn, gegen Pe$t gezogen, denn zu jener Zeit vvar der Landtag in Pest, jedoch als der Landtag sich bedroht sah, haben sie ihn nach Debrecin verlegt. In Debrecin haben sie Kossuth als Diktator proklamiert und Görgey als militärisches Oberhaupt. Görgey hat ein ganzes Kriegshee: von Honveds bewaffnet und angefangen, den Landsturm zu organisieren, was jedoch das Vorwärtsschreiten des Jellachich nicht verhindert hat, da er darauf vorbereitet war und Görgey w;an gerade erst in der Organisation. So ist Jellachich bis Pest und aufwärts gegen Preßburg gezogen. Überall wo er hinkam mußte sein Militär verpflegt werden, so ist er vorwärts gekommen bis nach Cariburg. Den 7. Oktober, es war gerade am Jomkippur, war es bestimmt, daß er in die Stadt Preßburg einziehen sollte. Die Stadt hat , darum die Brücke ausgehängt und an die Stadtseite gezogen, um sein Herüberkommen zu verhindern, wie es der städtische Ausschuß besciilosH sen hatte. Nun hat sich die Sache grade an diesem Tage geändert. Am 6. Oktober ist der damalige Kriegsminister Latour in Wien schändlich umgebracht worden. Am 7. Oktober, eben Jomkippur hat Jellachich seine Parolmänner über die Donau geschickt, das waren Seretschaner mit rothen Mänteln, welche bei der Stadt anfrugen, ob man sie gutwillig in Preßburg einziehen lassen will, wa's die Stadt verweigerte. Kaum waren sie mit dieser Nachricht zu Jellachich zurückgekehrt, war schon der Befehl aus Wien da, daß er mit seiner Armee nach Wien kommen muß, um Wien zu cernieren. Dadurch ist Preßburg von ihm befreit worden. Es läßt sich leicht denken, weiche Aufregungen an diesem Jomkippur waren. Während dieser Zeit hat das Comitat in der Schütt den Landsturm organisiert, und gleich einen Tag nachher ist der Landsturm aus Szerdaheiy hier eingerückt. Der Landsturm bestand aus Altersklassen, jedes Alter war vertreten, alles, was über gesunde Hände und Füße verfügen konnte, mußte zu den Waffen greifen und mitkommen. Die Waffen bestanden zumeist aus Sensen und Gabeln, Schaufeln, kurz aus allen Hausgeräten, es waren auch wohl Leute mit Schießwaffen dabei. Dieser Landsturm wurde hier über Nacht einquartiert. Die Juden, die dabei waren, wurden wieder bei Juden einquartiert, da sie auch da clie Kost erhielten. Hier ist der Landsturm organisiert worden, aber war schon viel geregelter. Von Juden waren dabei Salamon Mayer, Biach, Wolf Bernauer und noch Andere. Es haben die Meisten Schießwaffen oder Sensen gehabt und so wurde eine ganze Compagnie zusammengestellt. Dais Wieselburger Ko- 23

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