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Judaica · 1935-11-01 · 13-14 (November 1935) · p. Seite 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
2 (1935)
Issue
13-14 (November 1935)
Date
1935-11-01
Page
Seite 25 (sequence 27)
Language
German
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In seinem Testamente setzt er den Komitatsassessor Advokat Aloys v Frank zum Vollstrecker ein, der ihm beigestanden wäre, als ihn seine Söhne Samuel, Maver und Markus verlassen hätten, denen er soviel gegeben hätte, als er noch vom Glück begünstigt gewesen wäre. Er hinterläßt eine Frau Eva gen. Mandl und eine Tochter Therese. Das im Gemeindearchiv befindliche Testament ist am n. Juni 1832 ausgeferiigt und vom Gemeindenotar Moses Eisner bestätigt. Am 29. August bestätigt es der betraute Testamentsexekutor v. Frank. Der Grabstein rühmt ihn als angesehenen wohltätigen. Mann. Sein Verhältnis zur Gemeinde muß jedoch stets ein gespanntes gewesen sein. Vorerst hat Wozasek gegen das Chasaka-Gesetz gehandelt, als er den Parteien kündigte, sodann hat er die human denkende Gemeindeleitung bei der Statthaltere:! verklagt. Mar er auch unschuldig daran, daß ihn die jedenfalls tadelswerien Sohne verlassen haben? Und endlich hat er einen Nichtjuden zum Testamentsvollstrecker ernannt. Die Mazewa aber, der Grenzstein dieses bewegten Lebens, spricht das Schlußwort der Versöhnung und der Anerkennung seiner guten Eigenschaften. Soziale Fürsorge einst und jetzt. Im Jahre 1900 durchzitterte ein Erdbebenstoß das ganze Judentum, die Flucht der Juden aus Rumänien., Ein Schiff mit jüdischen Emigranten passierte Preß bürg. Es war damals selbstverständlich, daß der Empfang und die etwaige Versorgung der Emigranten, Obliegenheiten des Ahawat Zion-Vereines sei. Den Gemeinde Vorstand ließen wir Mazzes backen und Fleisch ausschrotten, alle höheren Aufgaben des Judentumes lagen jin der Hand des Ahawat Zion-Vereines, welcher Soziale Fürsorge plus Jüdischer Kultur verein plus Judaica-Bibiiothek, Rabbinatsausbildung-Verein, Sportklub, Schule für Kanzclredner und Journalistik, Sabbatschiur, hebräischer Sprachverein und dergleichen inützliche Dinge gewesen ist. Es war keine ,,soziale Fürsorge4', sondern Bruderhilfe, die sich nicht in der Presse anonnciert, keiner Wahlpropaganda dient und darum umso wirksamer war. Wir hoffen auf Glück im Unglück. Nun muß sich das verstockte Herz der Gegner erweichen. Herzl war noch da! Der Londoner Kongreß nahte viel verheißend heran! Wer kennt noch heute Nordaus düstere Prophetie an diesem Kongreß: ,,Es wird noch schlimmer kommen, schlimmer als Ihr ahnt!... .. Was werdet Ihr erst tun, wenn hunderttausende von hungernden Juden ian Eurer Schwelle branden werden. . V Und 1935? Die Emigrationswelle der deutschen Juden fand hier 'keine Bruderhilfe mehr an, sondern ,,soziale Fürsorge'4. Der Ahawat Zion-Verein ist nicht mehr der sichere Flafen für Schiffbrüchige. Die Wohltätigkeit ist politisiert, wie die jüdische Kultur, wie der Zionismus und wie die Religion. Ein politisch Lied, ein garstiges Lied, lautet ein Wahrwort, politische Wohltätigkeit garstige. Wohltätigkeit! Die deutschen Emigranten finden hier nicht 25

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