Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 2 (1935)
- Issue
- 13-14 (November 1935)
- Date
- 1935-11-01
- Page
- Seite 1 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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JUDAICA ZEITSCHRIFT FÜR GESCHICHTE, LITERATUR, KUNST UND BIBLIOGRAPHIE ERSCHEINT MONATLICH II. Jahrgang NOVEMBER-DEZEMBER 1935 13-14 Heft Palästina-Pioniere aus der Pressburger Schule Rabbi Josef Natonek Wo die wahre, altruistische Liebe zum Judentume die Herzen durchglüht hat, ist das Wort der Bibel un4 des Siddurs auf fruchtbares Erdreich gefallen, die überlieferten leidenschaftlichen Akzente der Sehnsucht nach Zions verheißener wiedererstehender Glorie, erstarrten da nicht zu Formeln und Zeremonie. Zu allen Zeiten gab es begnadetere Seelen, in denen das gesprochene Gebet oder der rezitierte Bibelvers, die Legende der talmudiscfcen Agada sich zum inbrünstigen Gelübde wandelte, aus dem einmal die Tat reifen mußte. So war die Preßburger talmudib sehe Schule seit undenklichen Zeiten eine der reichsten Thermen der Liebe und Hingabe für das Volk und das Land Israels. Noch ehe Üie Organisation des Kolel hier gegründet worden ist, sind Spenden für Erez Israel regelmäßig gesammelt worden. Seit undenklichen Zeiten zogen Preßburger Familien nach dem heibgen Lande. Aus Ider Preßburger Jeschiba stammen die selbstlosesten, verdienstvollsten und gelehrtesten Vorkämpfer des biblilischen Zionismus. Nennt man die besten Namen der Wegbereiter nach Zion, muß auch der Name des Chatam-Sofer-Schülers Rabbi Josef Natonek genannt werden. Er ist im Jahre 1813 in Kölmod geboren und hat!nach Vorstudien in Zagreb und Nikolsburg, seine Rabbinerweihe in Preßburg vom gefeierten Rabbi Moses Sofer s. A/. erhalten. Nach seiner Verheiratung widmete er sich dem Kaufmannsstande. Als solcher übernahm er Lieferungen für die Ungarische Freiheitsarmee. Eine verspätete Lieferung hätte ihn Vor das Kriegsgericht bringen sollen, doch gab man ihm einen IWink, rasch abzureisen. Er fuhr auf eigenem Wagen ins Weite. Am Wege begegnete er einen jungen Mann,