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Judaica · 1935-08-01 · 11-12 (August 1935) · p. Seite 35

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
2 (1935)
Issue
11-12 (August 1935)
Date
1935-08-01
Page
Seite 35 (sequence 37)
Language
German
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Nekrologe Die letzte Verlustliste des Judentuir.es ist erschütternd gross. Den Zug der Toten führt der grosse Seelenhirt Rabbi Abraham Isaak hakohen Kuk, ein Priester aus dem Priesterstammc, dessen Erdenwallen zusammenfällt mit der grossen Aera des Aufblühens Erez Israels. Er hauchte der Materie den Geist des Judcntumes ein, gab dem Allzuirdischen sittliche Weihe. Seine Reden waren geistliche Poesie, er strebte Visionen von apokalyptischer Glorie zu und trug seine Hörer mit sich empor. Die Ehre der Thora hat er in würdigster Weise verkörpert. Er war wie Mordechaj „wohlgefällig dem Grossteil seiner Brüder, doch nicht allen.” Das mindert nicht die Erhabenheit seiner Erscheinung herab, deren Bildnis für alle Zeit eingefügt ist in den Annalen Palästinas. Das Lager der Aguda ist wieder von einer harten Prüfung heimgesucht worden: Dr. Leo Samuel Deutschländer wurde „angefordert von höheren Rate” in der Blüte seines Lebens, begriffen in vollster erfolgreicher Tätigkeit. Wie v;enige in der Aguda hat er verstanden, sein Werk, das jüdische Schulwerk „Beth Jakob” aus dem Parteigetriebe heraus zu heben zu einer von ganz Israel und darüber hinaus, gewürdigten sittlichen Grosstat. Seine vielseitige Bildung und in verschiedenen Ländern erworbene Erfahrung verliehen ihm die Eignung, seine Abstammung, (siehe seinen Artikel Rabbi Samuel Deutschländer”, Judaica 7/8) die begeisterte Hingabe zu seiner Mission. An seiner Seite wirkte mit hohem Verständnisse und Begeisterung die ihm ebenbürtige Lebensgefährtin. .Wenn das Mitgefühl von Vielen halber Trost ist, so muss die Massentrauer um den allzufrüh Verlorenen ihr ganzen Trost bieten. Eine neuerliche Hiobspost vom Hinscheiden Hermann Bernsteins, dem berühmten Journalisten und unentwegten Vorkämpfer für Rechtsgleichheit und Menschheitsfrieden. Bernstein ist ein Kind russisch-jüdischer Elten, war aber im besten Sinne des Wortes amerikanisiert, der Verfechter von american principles. Als Berichterstatter grosser amerikanischer Tageblätter trat er mit den Berühmtheiten aller Länder in Verbindung. Seine Interviews mit Papst Benedict XV., Tolstoj, Shaw Trotzky, Kerensky, Einstein, Nordau, Eduard Benes, Wilson etc. hat er im Buche „Celebrities of our time” herausgeben. (Auf unsere Bitte hat er mehrere seiner Werke der Judaica-Abteilung der Komensky Universität gespendet.) Sensationell war seine Veröffentlichungseiner Briefe zwischen Wilhelm II. und Nikolaus II. Er begleitete Ford auf seinem Friedensschiff (Dezember 1915). Die daraus entstehenden Angriffe Fords musste Berstein mit einem Pressprozess erwidern, der den historischen Rückzug Fords und dessen Widerufunng seine antisemitischen Angriffe zu Folge hatte. Ford erneuette die alte Freundschaft mit Bernstein und soll seine Ernennung zum Gesandten nach Albanien befürwortet haben. Er starb allzufrüh im 59. Jahre seines erfolgreichen I.ebens. Wir verlieren in ihm einen langjährigen treuen Freund. Bibliographie Studien zur Geschichte und Kultur des nahen und fernen Ostens. Paul Kahle zum 6 0. Geburtstag überreicht von Freunden und Schülern aus dem Kreise des orientalischen Seminars der Universität Bonn. Herausgegeben von \X . Heffening und W. Kirfel, Leiden, E. J. Brill 1935. Preis 15 Mark. — Eine kostbare Ehrengabe, ein prachtvolles Bouquet von Edelweiss gepflückt auf den höchsten Spitzen der Wissenschaft. Zum Hochplateau der Wissenschaft dringt kein politischer Lärm aus den Niederungen. Wir skizzieren hier bloss den Inhalt des wortreichen Samroelbudhes: A. Schott-Bonn: Wann entstand das Gilgamesch Epos? — R. Edelmann Kopenhagen: Zur Geschichte der Masora. E. rlorst-Bonn: Der Diebstahl im alten Testament. — Gurt Peters-Bonn: Beitrag zur textgeschichtlichen Überlieferung von Ez. 32, 38.— A.Sperber-New York: Probleme einer Edition der Septuaginta. — H. Engberdung - Gerleve: Nachhall altchristlicher liturgischer Akklamationen in der Selavatha der ostsyrischen Liturgie. — A. S. Atrya-London: A. Fourteench Century Fatwa on the Status of Christians in the Mamluk Empire. — E. L. Dietrich-Darmstadt: Lehrer und Schüler im Kairiner Ordenleben des 16, Jahrhund. — H. Frick-Marburger: Der Begriff des Prophetischen in Islamkun- 35

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