Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 2 (1935)
- Issue
- 11-12 (August 1935)
- Date
- 1935-08-01
- Page
- Seite 10 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Hebräische Editionen der Universität** druckerei in Buda (Ofen) Zur DreijahrhundertSefer der Budapester Universität In den Berliner Soncino-Blättern hat Bernhard Wachstein zuerst die Liste der hebräischen Editionen der Ofner Universitätsdruckerei veröffentlicht uncl in seiner gründlichen Weise aufgearbeitet. Wachstein registrierte 106 Drucke. Wir machten ihn seinerzeit aufmerksam, daß es zumindest doppelt so viel Ofner Drucke gäbe. Wachstein ersuchte uns zuerst, die Ergänzungen in den Soncino-Blättern zu publizieren. Wir machten ihm jedoch den Vorschlag, diese Drucke in einem besonderen Bändchen herauszugeben, welches zur Gelegenheit des 300-jährigen Bestandes der Budapester Universität erscheinen sollte. Die Universitätsdruckerei sagte uns die beste Förderung zu; es sollte ein ganz apartes bibliographisches Kabinetsstück werden, hergestellt in derselben Druckerei mit Benützung der alten noch vorhandenen Ornamenten. Leider war bei der Budapester grossen Gemeinde kein Interesse für den schönen Plan zu errtegen. Merkwürdigerweise zeigt die „kulturfeindliche“ Orthodoxie in der Slowakei und in Ungarn mehr Interesse für die jüdische Bibliographie als die anderen. Durch die Unterstützung der orthodoxen Landeskanzlei in Budapest war es doch wenigstens ermöglicht, das einfachste Register der Ofner Drucke herzusteU len. Damit ist der hebräischen Bibliographie doch ein Dienst geleistet, der sonst kaum mehr ausgeführt werden konnte. Der Katalog der Universitätsdruckerei selbst zählt bloß 102 Num^ mern auf, während unsere Liste mehr als 200 Werke registriert; diese Zahl erhöht sich auf 260, wem man die jährlichen Auflagen des Kalen des ( Luach) hinzurechnet. Die Budapester Universitätsdruckerei ist eine der ältesten noch bestehenden Druckanstalten. Sie ist 1577 in Trnava begründet worden, wurde für eine Zeitlang nach Preßburg verlegt und übersiedelte 1777 nach Buda. Auf Grund der vom Oberregierungsrat Dr. Julius Gabor-Budapest gemachten Forschungen hat Wachstein in den Soncino-Blättern die Geschichte der hebräischen Druckerei in Buda zusammengestellt. Wir notieren hier bloß, daß Elia Rosenthal 1806 um die Konzession einer hebräischen Druckerei eingereicht hat. Aus den Kampf der Wiener und Fester Druckereien ging die Budaer Universität als Sieger hervor. Sie begann beiläufig 1814 mit dem hebräischen Druck, der ven Rabbi Moses Minz beaufsichtigt und von Elia Rosenthal geleitet wurde. Elia Rosenthai war, wie sein Bruder Salamon (der Eidam Koppel Thebens), ein Schüler der Preßburger Jeschiba unter Rabbi Meir Barby (1764—1789). Er hat 1804 in Pest ein großes Buchgeschäft eröffnet, djas die Verkaufsstelle der Budaer hebräischen Drucke wurde. 10