Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 2 (1935)
- Issue
- 9-10 (Juni 1935)
- Date
- 1935-06-01
- Page
- Seite 15 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Zeit insoferne ab, als Rossi zum ersten Mal die Form der Variation einführt, also das Grundthema in den verschiedensten Formen wiederkehren läßt. Auch hierbei entwickelt er eine reiche Melodik und es ist interessant zu beobachten, wie die Entwicklung Rossis folgerichtig zur Auffassung lohann Sebastian Bachs führt, der das von Rossi zum ersten Male benützte System des „thema con variazioni“ später zur Grundlage seiner Musik macht., Rossis Werke sind uns heute zum großen Teil erhalten. Besonders interessant ist eine Sammlung künstlerisch wertvoller Kompositionen hebräische Psalmen und Gebete. Auch diese Kompositionen zeugen von großer Reife. Es ist eine ergreifend schone und doch einfache Musik. Rossi hat diese Kompositionen auf hebräische Texte 1624 seinem Lehrer Rabbi Sullam gewidmet. — Er hinterließ 4 Bände über seine Musikauffassung, erhalten haben sich 7 Madrigale (weltliche Chormusik; im Gegensatz zur Motette: Geistliche Chormusiki viele geistliche Werke, (ein Drama Maddalea — 1617). Eine Auswahl seiner Werke, insbesondere der Musik zu hebräischen Texten, hat der bekannte jüdische Komponist Oberkantor S. Naumbourg Paris und dTndy herausgegeben. Che Tatsache, daß es gerade zwei jüdische Musiker waren, die so viel zur Entwicklung der Musik beigetragen haben, dürfte wenig bekannt sein. Vielleicht wird dieses Verdienst eine, spätere Generation schätzen. Heute steht sicherlich das Problem der jüdischen Musik dem jüdischen Komponisten viel näher. Wenn bisher auf diesem Gebiete nur sehr kleine Ansätze zum Ziele führten, so ist doch zu hoffen, daß die Bestrebungen unserer Zeitgenossen, wie Ernst Bloch, Engel, Schalit, Arno Nadel 11. a. ein Entstehen wahrhaft jüdischer Musik gewährleistet. .0 r.-=a' Herzl Autogramm auf einer von Ing. David Lindenbaum an Fraulein R Bettelheim gesandten Lilienkarte. 15