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Judaica · 1935-06-01 · 9-10 (Juni 1935) · p. Seite 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
2 (1935)
Issue
9-10 (Juni 1935)
Date
1935-06-01
Page
Seite 1 (sequence 5)
Language
German
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JUDAICA ZEITSCHRIFT FÜR GESCHICHTE, LITERATUR, KUNST UND BIBLIOGRAPHIE ERSCHEINT MONATLICH II. Jahrgang JUNI-JULI 1935 9-10 Heft Ignatz Reich Der Plutarch des ungarischen Judentumes Unsterblicher Meister der Biographie, dessen eigene Biographie Niemand kennt, sagenkundiger, hinreißender Erzähler, von dem nichts mehr erzählt wird! Erscheine! Der du vom noblen Drange historischer Gerechtigkeit erfüllt ,,die selbstlose Pietät für die Toclten*' übtest, Mühen und Kosten nicht scheutest, um das Konterfei verdienstvoller Männer in Israel für Dein Pantheon zu sichern, wer kennt Dein Konterfei? In den zahllosen, reich ausgestatteten Räumen der Schulen der Budapester Kultusgemeinde, ja im jüdischen Landesmuseum forscht man vergebens nach dem Bilde des großen Meisters, der ,wie wenige zur harmonischen Erziehung der Jugend zu Mustermenschen, Musterpatrioten und zu Musterjuden beigetragen hat! — Ignatz Reich ist im Jahre 1821 in Zsämbek geboren. Sein Vater, arm an irdischen aber reich an geistigen Mitteln, war der hochgeachtete Notar der dortigen Gemeinde. Obschon er nebst dem profunden hebräischen Wissen das dazumal vom Gemeindenotar , der ja auf Grund des Talmudrechtes erflossene Decisionen des Rabbinatsgerichtes auszufertigen hatte, gefordert wurde, auch weltliche Bildung besaß, ließ er das außerodentlich begabte Kind ausschließlich in der Talmudschule ausbilden. Freilich teilte sich auch die weltliche Bildung des Vaters,

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