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Judaica · 1935-04-01 · 7-8 (April 1935) · p. Seite 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
2 (1935)
Issue
7-8 (April 1935)
Date
1935-04-01
Page
Seite 21 (sequence 23)
Language
German
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in den Vorstädten Commerz zu treiben, destoweniger zu wohnen gestattet, — und da solcher gestalten die Juden von allen städtischen Benefizien, Professionen, Gewölbern. Bürgerlichen Rechten und Freiheiten, wie auch vom Besitz der Äcker, Wiesen, Weingärten etc. — ausgeschlossen sind: dieselben nur in geringeren Verhältniße, als der Bürger, zu dieser feindlichen Contribuzion beitragen sollten; jene aber höchst unglückliche Juden, deren Gewölber und darin gehabtes gantzes Ha,ab und Guth verbrennt ist i welcher Fall bei keinem Christen sich ereignet hat) zu keinem Beitrag angehalten werden möchten. Freßburg den n. Aug. 809. Untertänigster Diener Israel Brill m. p. Trotzdem Esriel Brill kein Vorstehera.mt bekleidet hat es auch stets abgelehnt hat) leitete er, in Abwesenheit des geflüchteten Vorstandes die Verhandlungen. Es gelingt ihm die Kriegs^ kontribution auf 30.000 fl. in zwei Raten zahlbar herabzudrücken. Er beruft am 4.. September 1809 (23 Eluli eine Sitzung ein. Alan beschließt 8 Männer durchs Loos zu bestimmen, die das Recht haben, jedes Gemeinde-Mitglied zu besteuern und den Betrag binnen 24 Stunden einzuheben. Das Protokoll unterfertigen: Israel Brill, Hersch Biedermann, Jesaia Modern, Cha.im ( Joachim ) Bettelheim, Löb...?, Josef Reichenstein (4), Ja.kob Bernauer, Sanwill Bernauer, Benjamin...:, jechiel Theben, Machl Herzfeld, Samuel Lewow (Lemberger) Josef Pb., Israel Chajim Wellisch, Jeremia Schacherl, Ascher.,..? Natan Bettelheim, Jakob Bik, Simon Hauser, J. Rechnitz, Joel Pick, Chajim Modern, J. Theben, Wolf Oberbreit, Jakob...? Die Gemeinde hatte auch selbst eine ähnliche Zuschrift, wie Brill, an die Commission gerichtet. Esriel Brill aber genoß ein ganz außerordentliche hohe Verehrung. Er war der Eidam Koppel Thebens, führte trotz seines Reichtums ein asketisches Leben, streute sein Geld a.us vollen Händen zwischen die Armen. Er hielt eine eigene kleine Jeschiba. Er selbst war Schüler des Maharam Barbi und des R. Mordechaj Benet. Im Chewra- Buch wird er bei Eintragung seines Ablebens der „Gaon" Moses Aron Esriel Brill“ genannt, ein Titel, den man damals selbst Rabbinern nur sehr selten verliehen hat. Seine Nachkommen sind die freiherrlichen Familien Schoosberger, Dirsztay, Kohner etc. Die von ihm 1811 gestiftete Synagoge hat er zum Danke, da,ß sein Haus sowohl das Bombardement Napoleons, als auch den größten Brand im Jahre 1811 überstanden hat, errichtet. Merkwürdigerweise hat dieses Flaus auch bei der großen Feuersbrunst im järe 1913 nicht gelitten, obwohl alles im Kreise herum ein Raub der Flammen geworden ist. 21

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