Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 2 (1935)
- Issue
- 7-8 (April 1935)
- Date
- 1935-04-01
- Page
- Seite 14 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein 400 Jahre alter Selichot-Zettel Von Louis Lamm, Amsterdam. (Mit 2 Abbildungen.) Beim Auflösen eines sehr alten Bucheinbandes fand ich zu meiner Überraschung einen Zettel mit dem Gebetstück „Lecha haschem hazdakah npllCH /H J4? das am Anfang der Se lichoth gesagt wird (siehe beifolgende photographische Wiedergabe). Offenbar ist dieser Zettel ein Sonderdruck, der in das Selichothbuch gelegt wurde. In ähnlicher Weise existieren ja auch andere Gebetstücke wie ,,E1 melech joscheb“ und ,,Abinu malkenu“. An den Typen erkannte ich augenblicklich den Wanderdrucker Chajim ben David Schwarz, der 1536 eine o&t&tidem&e# m&mu “SSSS* f, Selichoh (deutscher Ritus) in Augsburg, und 10 Jahre später eine solche in Heddernheim druckte. Der Mann war viel unterwegs: 1522 begegnet er uns in Prag, später außer in Augsburg noch in Ichenhausen (Schwaben), Oels (Schlesien), ja auch in Ferrara (Italien) hat er sein Glück probiert. Der Selichoth- Zettel stammt nun zweifellos aus der Augsburger Periode, und ist sehr wahrscheinlich das einzige Exemplar, das sich erhalten hat.*) In den ziemlich seltenen Exemplaren der Selichoth Augs- *) Bemerkung der Redaktion: Die Frankfurter Stadtbibliothek hat ein Exem* plar an der Cölner „Pressa"-Ausstellung 1928 ausgestellt. Die fachkundigen Erläuterungen des Autors über den auch in Prag arbeitenden Wanderdrucker werden daher erhöhtes Interesse finden. 14