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Judaica · 1935-01-01 · 5-6 (Januar 1935) · p. Seite 34

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
2 (1935)
Issue
5-6 (Januar 1935)
Date
1935-01-01
Page
Seite 34 (sequence 36)
Language
German
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Lagern äussert, zeigt sich an den durch die Feinheit der Farbenstimmung und den Reichtum der Motive besonders ausgezeichneten Miniatüren zu Beginn der Einleitung und der vierzehn Büchern in hoher Vollkommenheit. Die Behandlung der Farbe erreicht zuweilen den Schmelz der Emailtechnik, die gewöhnlich in zwei oder drei ausgestirnte, geblümte oder rosettenbedeckte 'Feilfelder geteilten Ornamentbänder, die nach oben und unten in Ranken aaslaufen, enthalten die hebräischen Zahlenworte der einzelnen Bücher als Überschriften. In den Buchstaben dieser Worte breitet sich die ganze vielgestaltige Fülle der gotischen Tnitialornamentation aus. Fabeltiere, deren bunte Menge von übersprudelnder Laune und schöpferischem Reichtum der Phantasie zeugt, erfüllen und beleben alle Zwischenräume der mit aufgehöhtem Golde oder in bunten Farbentönen ausgeführten Buchstaben, deren Formen selber eine reichgegliederte Entwicklung an den Tag legen. In den Ecken, in denen die Ranken vom Ornamentbande ausgehen, wie :n den Enden, in die sie auslaufen, nistet der ganze Übermut der Gotik und ihren Teuf eichen und Kobolden. Äffchen und Fabelwesen. Am Fusse der minderten Blätter pflegt zwischen den Ausläufern der Bandranken ein Bild aufzutreten, in dem man einen symbolischen Zusammenhang mit dem Inhalte des Buches vermuten möchte. Allein schon der Ritter in goldgeschmückter Rüstung mit goldener Schabrake am Eingang der Einleitung belehrt uns sattsam, dass hier nur Dekoration, nicht Illustration die Tendenz des Künstler gewesen ist. In der Tat streut er wahllos und ohne Fühlung mit dem Inhalt, seine Bilder über die Anfänge der Bücher aus. So überrascht uns an der Schwelle des siebenten Buches ein Bild des Riesen Goliath und des Flirtenknaben David mit der Schleuder, auf dessen Flaupte die goldene Krone jedoch bereits den künftigen König verrät. . . An der Spitze des achten Buches erscheint der Psalmendichter David durch die goldene Krone als König, durch die Harfe in seiner Linken als Dichter gekennzeichnet. Das Bild des am Sinai die Gesetztafeln empfangenden Moses leitet das zwölfte Buch ein, durch eine Öffnung in der Felswand, fällt der Blick auf die aus der Ferne am Fusse des Berges der erhabenen Szene ansichtig werdenden Kinder Israels, die mit mittelalterlicher Naivität durch Judenhüte gekennzeichnet werden. Am Anfänge des dreizehnten Bandes erscheinen die langgestreckten Gestalten des ersten Menschenpaares zu beiden Seiten des Baumes, von dem die Schlange mit dem Kindergesicht die verführerische Stimme erhebt/’ (Siehe Illustration.) Der Schwarzdruck kann natürlich nur die Pracht des Kunstwerkes andeuten und selbst die im achten Bande der Encyclopaedia Judaica als Titelbild beigegebene farbige Reproduktion erreicht bei weitem nicht die Schönheit des Originals. Dieser Maimonides w'ohl eines der schönsten hebräischen Bücher der Welt, war im Jahre 1925 an der Jahrtausendausstellung der Rheinlande in der von Rabbiner Dr. Köber geschaffenen jüdischen Abteilung Gegenstand allgemeiner Bewunderung. Am Schlüsse des Mischne Thora sind noch Teschubot zu Maimonides hinzugefügt die Ephraim ben Uri Gumprecht mit kalligraphischer Meisterschaft geschrieben hat, der auch zum Texte des Mischne Thora Randglossen hinzufügt, diese mühevolle, aber säuberlich ausgeführte Arbeit ist im Nissan des Jahres 173 des fünften Jahrtausend (1413) fertig geworden. Magistratsrat Archivar Dr. Ovidius Faust Eine wohlverdiente, Auszeich - nung bildet die Erwählung des gelehrten Archivars der Stadt Preßburg, Dr. Ovidius Faust zum Magistratsrate. Nebst seinen großen Verdiensten um die Entwicklung des unter seiner Leitung stehenden Archiv-, Bibliothek- und Museumsw;e.5ens, heben wir die wertvollen Arbeiten, die Dr. Faust über die Vergangenheit des Judentum^ in Preßburg veröffentlicht hat hervor, sowie seine Hilfsbereitschait zur Förderung unserer wissenschaftlichen Bestrebungen. 34

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