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Judaica · 1935-01-01 · 5-6 (Januar 1935) · p. Seite 30

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
2 (1935)
Issue
5-6 (Januar 1935)
Date
1935-01-01
Page
Seite 30 (sequence 32)
Language
German
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Die Gegenwart Der Prozess des „Protokolles der Weisen von Zion“ Des Judentumes ganzer Jammer faßt uns bei diesem Prozesse an! Es Existiert ein „echtes“ und ein „falsches“ Protokoll des I. Zionistenkongresses. Das falsche, ist von den Gegnern des Juden tumes in zahllosen Sprachen übersetzt worden und in vielen Millionen JE xfem planen eifrig verbreitet worden. Und das echte: Man fahndet mühsam nach feinem einzigen Exemplar. Warum, um Himmelswillen, hat man das fechte; Protokoll des I. Zionist’enkongressfes nicht wieder aufgelegt und in Massen Verbreitet? Die; Schuld trifft die zionistische Exekutive, die ja ohnedies verpflichtet war, dieses wichtigste Dokument des Zionismus Jedermann zugänglich zu machen! Welche horrende Unsummen sind auf bedruckte Makulatur verschwendet worden! Das Protokoll des I. Zionistenkongrfesislejs, des Geburtstages der Judfenstaatsidiee, durfte man nicht wieder verlegen! Man hat auch niemals dien wahren He;rzl kennen lernen dürfen! Hjerzls Judfenstaat war eine Kapitulation vor dem Antisemitismus. „Wir können nicht weiter kämpfen. ..! Sieg den Christen! Friede den Juden! ...Ich bringe damit den Antisemitismus der ganzen Wfelt mit einem Rucke zum Stillstände!“ (Tagebücher.) Klingt das wie eine Ambition, die Christenheit zu unterjochen r Dfer weitsichtige Herz! betont mit Nachdruck: „Wir kommen (zum Zionistenkongresse) nicht zusammen, um einen internationalen Verband zu gründen, sondern bloß zu einer internationalen Diskussion!“ Man hätte vor dem Berner Gerichtshof nichts als dfen wahren Hferzl schildern müsisen! Was heute in seinem Namen mißbräuchlich gepredigt wird, ist nicht geeignet, die Angstneurose drar Völker vor dien Juden zu beruhigen. Vor dem Auftreten Herzls haben die Wiener Antisemiten schon dfe Anklage, einer geheimen jüdischen Weltorganisation zur Unterdrückung der Christenheit in umfangreichen Werken ferhoben. Mit Rücksicht darauf hat Herzl alias angevvendet, um den Zionismus nicht in dieser Hinsicht verdächtig zu machen. „Keine Geheimnisbündelei!“ ist seine Parole. Alles muß offen vor dfen Augen der Wralt ausgebrfeitet werden. Herzl wollte; alles Lebenskräftige im Judentum nach dem Juden Staat verpflanzen, damit die anderran Länder ihrje Juden leicht assimilieren würden. Die jetzt selbst von einem Einstfein deklamierte Phrase von einram Zentrum in Palästina, das dife ganze Diaspora befruchtet, hat Herzl niemals verbrochen. Nein, es gibt kfeine; „Weisen von Zion“ wohl abar den Rat der 30

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