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Judaica · 1935-01-01 · 5-6 (Januar 1935) · p. Seite 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
2 (1935)
Issue
5-6 (Januar 1935)
Date
1935-01-01
Page
Seite 26 (sequence 28)
Language
German
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Bär, gemütlich wie* der kongeniale Löwe im ,, Sommer nacht strauriü, steckt zu diesem Zwecke das Menschenhaupt aus der Bärenhaut, auf welcher er, als echter Biachur, so gerne ruht. Die jüdische* Renaissance hat das altehrwürdige Purimspiel zum wohl'einstudierten und gut ausgestatteten Ka.banetstück gewandelt. Kasperl verschwand da um zwei Jahrhundete später als auf der deutschen Bühne,. Aus diesem, glücklicherweise noch erhaltenen Bilde dieser durch Jahrhunderten bestandenen, seltsamen Art der Bühnenkunst, sendet eine entschwundene Zeit uns ihren letzten Gruß. Maimonides in Pressburg In einem Diagramm, das mit geometrischen Figuren diejenigen jüdischfen Gemeinden darsteUen würde, in denen der Kultus des Maimonides am frühestem und längsten gefeiert wurde, dürfte* die Gemeinde Preßburg in der vorderen Reihe stehen. Um die Mitte des i}. Jahrhunderts wirkt hier nachweislich (Teschubat M~ har sch all Nr. 29) ein bedeutender Talmudist Juda Liebermann, der Urenkel Ra.abans. Die Vermutung liegt nahe, daß Juda, Lieber mann nicht nach Preßburg gekommen wTär'e., wenn hier nicht schon ein wohl vorbereiteter Boden für Talmudstudi'en bestanden hätte, ♦ Von da bis zur Vertreibung aus dem Stadtghetto 1526 gab es sicherlich keinen Tag, wo nicht Maimonides Lehren gehört wmrden sind. Wie. bereits an anderer Stellebemerkt worden ist, entspricht die Darstellung vieler Historiker, als wenn es von 1526—-1670 keine Juden in Preßburg gegeben hätte, nicht den Tatsachen. Die aus der Stadt vertriebenen Juden ließen sich zum großen Teile auf den Schloßgrund nieder, von wo sie — a,uf dem Papier — auch einod'er zweimal vertrieben worden sind. Bezüglich des Alters der J'eschibe finden wdr eine interessante maßgebende Notiz. Anfangs 1871 wird in einer feierlichen Versammlung der Jeschiba wegen seines patriotischen hebräischen Gedichtes der Bachur Ungar vom Vertreter de;r Behörde ausgezeichnet. Bei dieser Gelegenheit sagt der Oberra.bbiner Schebet Sofer s. A.: ,,Unsere seit drei Jahrhunderten bestehende R ab b i n at s s c h u 1 e‘\ Das bildet eine sehr authentische Bestätigung unserer wiederholten Darstellung, daß Preßburg intra oder extra muros immer eine Judengemeinde besessen hat. Wenn die Jeschiba also schon um 1570 existiert hat, hat man 365 mal 365 Tage, täglich hier Maimonides Worterezitiert. Er galt uns immer als der Fürst der Theologie.. Aber auch sein philosophisches Werk „More nfebochinU hat hier seinen starken Resonanzbogen gefunden, zur Zeit, als die Preßburger Juden ein Völklein von Dichtern und Denkern gewesen sind. In der gewaltigen Maimonides-Literatur nimmt die deutsche Übersetzung de.s „More Nebochim“ von dem gefeierten Preßburger hebr. Literaten Max Emanuel Stern (Wien 1864, seither neu aufgelegt) einen Ehrielnplatz ein. Sehr ver- 26

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