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Judaica · 1935-01-01 · 5-6 (Januar 1935) · p. Seite 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
2 (1935)
Issue
5-6 (Januar 1935)
Date
1935-01-01
Page
Seite 18 (sequence 20)
Language
German
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An Josef Kiss als Erwiderung auf sein »Barataimhoz«. Durch die Ferne, die uns trennet reich ich Dir die Freundeshand Sei es ewig denn geschlungen, das erhabne Freundschaftsband! Sei es endlich denn der Faden, der Dich aus dem Dunkel führt Drinn die Seele, lichtersehnend., an dem Schmerzensfeuer schürt! Lass’ entfliehen was vergangen, halt das P.ad der Zeit nicht ein Ft es Schuld, die Dich verdüstert, ruf ich mächtig- ..Werde rein*” Werde rein und schliesse muthig der vergangenen Jahre Thor! Kräftig ringe Deine Seele sich zum kiinft’gem Licht empor! Leucht hinab ins tiefe Dunkel, das so lang Dein Herz erschreckt, Suche auf die finstern Geister, die dort hausen, tief versteckt. Nicht gebebet! Stand gehalten! Sieh! die Schemen, deren Droh’n Dich, erfüllt mit stetem Zagen, die Du feige lang gefloh’n! Sieh vor Allem hier den Zweifel, an dem eignen guten Werth Diesen Geist bekämpfe muthig, mit des Selbstvertrauens Schwert Hier das Bangen vor der Zukunft. . . Sieh' wie Dir die Hoffnung winkt, Das Gespenst vor Dir zu jagen, wie sie hoch den Lorbeer schwingt1 Und die Einsamkeit1 Wie traurig und ihr Auge wie sc trüb' LTid sie lispelt, dass Dein Sehnen unverstanden immer blieb. Fort! Sie lügt! Du hist verstanden1 Denn ich weiss, was Dich bleicht Und ich sage Murhig, Muthig! und das Ziel, es ist erreicht! Tauche in den Quell des Wissens, dass die Flutb Dich rings umrauscht Dass die Seele aen geheimen Worten, die sie flüstert, lauscht Wie das Drachenblutbad Siegfried schützte vor den Wunden all A’so vor den Geistern schüt2t Dich dieser reiner Fluthcti Schwall! Siehst Du nicht den Stern den hellen, blitzend zwischen Wolken hoch? Siehst ihn nicht? So ist Dein Auge ungeübt und blcde noch! Doch ich sehe ihn. ich sah ihn, denn der Stern er heisset Kunst! Und er glänzt als lichter Führer zwischen dunklem Nebeidunst1 Fasse meine Hand, so schreiten wir zusammen unsren Weg, Mancher Irrgang \sill uns locken von dem kaum gebahnter. Steg. Öfter wird der Stern verdunkelt von der Leidenschaft Gewühl Eitelkeit verlegt den Pfad uns, flüsternd stets: Hier ist das Ziel! Aber ausgeharrt1 und endlich dämmerts nah entgegen schon Welche wunderbare Auen! Welch ein selten tiefer Ton! Hier das Ziel! Es flieht das Dunkel und die Nacht, sie liegt schon weit! Ober uns erstrahlt die Sonne prächtig der — Unsterblichkeit1 Pest, 18. Juli, 1866 Tabakgasse 7, Thür 6. Max Nord au. 18

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