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Judaica · 1935-01-01 · 5-6 (Januar 1935) · p. Seite 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Judaica
Volume
2 (1935)
Issue
5-6 (Januar 1935)
Date
1935-01-01
Page
Seite 10 (sequence 12)
Language
German
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dferbev ahra.nstalt, dieses Wahrzeichen aus den Freiheitskämpfen,, das 'er mitgeschaffen hat, auf dessen Trümmern er 1848, wie Jferemias trauerte und das er, wie Nehemia, wieder aus den Trümmern erstehen ließ; dira zahlreichen Kinder seiner ernsten und heiteren Muse, sucht man vergrabens in den Büchereien der Stätte seines Ringens und Schaffens! In Novisad (Neusatz, Ujvidek), dazumal eine wohlberühmte Gemeinde in Israel, ist Lazar Horowitz, im Jahre 1787, als der Sohn armer, aber geachteter, strenggläubiger Eltern geboren, die das außergewöhnlich begabte Kind zum Lumen in Israel erziehen wollten, es frühzeitig zum Talmudstudium angehalten haben und di,e fromme Seele ängstlich vor dem kalten Luftzuge weltlicher Bildung hüteten. Im Alter von 13 Jahren, an seinem Barmizwa-Feste; konnte das zarte Kind bereits einen solch glänzenden, selb st verfaßten talmudischen Vortrag halten, daß ihm der Ortsrabbiner den Gelehr treu titel „Chower“ verleihen konnte. Ein solcher seltener Edelstein mußte; nach der berühmten Preßburger Talmudh och schule gesendet werden, um den besten Schliff zu erhalten. Nach Ignatz Reich wäre Horowitz bald nach seinem Barmizwaffeste in die Jeschiba des Chatam Softer eingetreten. In der Tat aber kam der große Rabbi erst Ende 1906 von Mattersdorf nach Preßburg. Ob Horowitz schon vor dem Chatam Sof'er an der Preßburge.r Jeschiba studiert hat, oder ob er, da in Preßburg nach dem Tode des R.abbi Meschullam Tysmec nitz fein sechsjähriges Interregnum ein getreten war, andere. Talmudschulfen besucht hat, ist nicht festzustellen. Tatsache ist, daß er zu den Vorzugsschülern der Preßburger Jeschiba gezählt hat und sich der besondenen Gunst des Rabbis erfreute, der doch solche hohe Anforderungen an den Geist, den Fleiß und an die entsagungsvolle. Lebensweise, seiner Jünger gestellt hat! Die Zuneigung des großen Tho^afürsten zu seinem Schüler kühlte aber empfindlich ab, als es ruchbar geworden war, da.ß Horowitz drei Mal in d.er Woche in das Plaus de;s Rektors des (evangelischen Lyzeums. Koväcs v. Martiny schlich, der dem wissfen sdurstigen, viel verheißenden jungen Bachur Jahre hindurch unentgeltlichen aber umso gründlicheren Unterricht in weltlichen Wissfensfächern gab. „Wenn irgend fein Mensch jemals den Namfen eines Engels auf Erden verdiente, so war es der edle Rektor Koväcs v. Martiny“ schwärmt Horowitz „bis an sein nur zu frühes Lebensende war er mar ein hochherziger Gönner und ,ein edelmütiger Freund.“ Horowitz hätte nun gerne das bildungsfrfeundlichere Prag gegen Preßburg getauscht. Seinem Vater aber, dem fe;r kindlichen Gehorsam entgegenbrachte, war der Prager Geist der Aufklärung ein Greuel, Horowitz ging daher nach dem frommen Ba.ja. und nach Verona, kehrte aber, dem Wunsche des Vaters folgend, wieder an den Hof des Chatam Soffer zurück. Hier genoß e;r die seltene Auszeichnung, deren nur noch andere fünf der besten Talmud jünger teil- 10

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