Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 2 (1935)
- Issue
- 5-6 (Januar 1935)
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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scliaft und der Industrie fehlt de;r Name Wittgenstein nicht. Site, haben dien Glauben, aber nicht die Verehrung ihrer Väter «uf gegeben, dienen Andenken sie m!it seltener Pietät pflegen... Das war der Stand der Dinge in Corbach vor einem: Lustrum. Wite sich der Wandel den Zeit dort ausgewirkt hat, darnach haben wir nicht mehr geforscht . , . Was wir als terste Apostrophe an unsere Leser gerichtet haben, wir wollen tes hier erhoffen, daß die Zukunft nichts anderes sei, als die Vergangenheit, die bei einer anderen Türe hereinkommt. Wenn dite Bibelworte die Urim und Tumim sind, .aus denen wir die Zukunft 'erfragen könnten, so haftet der Sinn an jener Stelle, die vom ersten symbolischen Exil, der Flucht Jakobs aus dem Va<- tterhausie spricht und wir hörten dfe sieit Jahrtausenden oft wier dterkehrende mütterliche, tröstende Verheißung: „ . .. bis sich der Grimra deines Bruders liegt! Ad ascher taschub chamat achichla!“ Die Juden in Saarbrücken 1776—1843—1935. Am 8. Juli 1776 kauften die* Bürger von Saarbrücken vom Fürsten für 75 Louisdor das Riecht, daß kein Jude; innerhalb ihrer Mauer und 2 Stunden im Umfang wohnen dürfe. Im Jahre 1843 gibt tes ,ab;er bereits eine jüdische Bewohnerschaft, die aber nicht dite gleichen Rte.chte der Mitbürger besitzt. In einem Sa.ar'- brücktenier Blatt tritt ein Christ energisch für das gleiche Recht der Juden ein: „Es ist das erwachte Rechttsgafühl, das sich Verletzt findet, bei dem Anblicke von Nrabenmiensehen, die mit gleichen Fähigkeiten, gleichen Ansprüchen geboren unter den letzten Trümmern mittelalterlicher Ideen halb ehrhalb rechtlos fein verkümmertes Dasein führen. Es trifft gleichmäßig Christen wite Juden. Es handelt sich nicht davon, ob Juden Wähler, Deputierten werden sollen, sondern davon, ob Christen einen Juden wählen dürfen, wenn sie wollen. Das Gesetz sagt: Nein... Nur ein Mittel gibt es für den Juden, um in die Gunst steinpr Rechte zu gelangen: die Taufe. Noch aber hat, zur Ehrte der Juden, wie der Menschen überhaupt, diese. Lockung, Wenige zum Übertritt bestimmt und wenn es je geschähe, so bezweifeln wir, ob unsere Kirche, wie der Staat, daran einen Gewinn haben würde. Wir unsererseits wünschen von Herzten, daß wer Jude ist, Jude ble;ihe solange ihn sraine innigjste Überzeugung nicht zu einem anderen Glauben führt.“ Und 1935!... Wir hoffen, daß die Juden von Saarbrükkten sich mit der Zeit Ehre und Sympathien in ihrem Vater lande ter werben w|e;rden. Die Wiedergewinnung der Saar gagend wird wohl nicht nur dort, sondern in ganz Deutschland die Stimmung und dite Sitten mildern. Was die Stellungnahme eines großen Teiles der jüdischen Presse zur Saarfraga betrifft, wäre weniger mehr gewesten. 8