Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 1 (1934)
- Issue
- 3-4 (Oktober 1934)
- Date
- 1934-10-01
- Page
- Seite 32 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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Oberrabb. Grossmann J. Sahy (Ipolysag). Eine klassische Säule aus der alten guten Pressburger Schule in der Glanzzeit des Ketaw Sofer, die in einsamer Pracht dagestanden ist, hat nun auch den unentrinnbaren Tribut der Vergänglichkeit gezollt. Chabal al de abdin....! Einer Familie entsprossen, die sich der Abstammung Ledec-Rosenbaum und Jair Bachrachs rühmt, Sohn einer Gelehrtenfamilie, die auch in Amerika ihren Namen zu hohen Ihren gebracht hat, hat er jeder Strcberei abhold, niemals die ihm anvertraute Gemeinde mit einer vorteilhafteren vertauscht. An seinem Grabe sprachen sein Sohn, der Budapester Advokat und orthodoxe Führer Dr. Friedrich Grossmann, die Rabbiner Frieder-Zvolen, Pollak-Vicz, Schlesingei-Debrecen, Keller-Trencin, Rosenleld-Levice und Gemeindepräses Dr. Bela Vamos. Oberrabbiner Dr. Borsodi-Kecskemet beklagt in dem Verstorbenen seinen Schwiegervater. Der Verblichene hat uns ein ausserordentlich wertvolles Vermächtnis in seinem Werke ,,Minchat Jehuda” hinterlassen, in welchem er nebst seinen eigenen vortrefflichen Homilien der Nachwelt auch Geistesprodukte des berühmten Kanzelredners Rabbi Feisch Fischman 1 erhalten hat, ein ausgezeichnetes Werk von bleibendem Werte. Johann Kremeneczky. Im Alter von 86 Jahren starb in Wien der bekannte Grossindustrielle Johann Kremeneczky. Er war Mitglied des engeren (fünfgliedrigen) zionistischen Aktionskomitees, das noch aus Theodor Herzl, Oskar Marmorek, Dr. Leopold Kahn und Dr. Kokesch bestanden hat, welche Viere sich für den Zionismus völlig aufgeopfert haben. Dr. Moritz Bloch. Die Wertung des verstorbenen Presseleiter im Minister Präsidium in Prag ist Angelegenheit der gesamten Presse der Welt, deren ausführlichen und herzlichen Würdigung nichts hmzugefiigt werden kann. Fr hat seiner Rasse urnso mehr Ehre gemacht, als er seine ganz ausserordentlichen Dienste in bewundernswert zurückhaltender Weise geleistet hat, die uns von unseren Gegner sonst nicht nachgerühmt wird und die wir als vorbildlich hinstellen wollen. Der Mann, der die Epiloge eines grossen alten Reiches und die Prologe eines entstehenden Staates geschrieben hat, war ein kollegialer Freund, Berater und Helfer für jeden seines Standes. Präsident Dr. Benjamin Rappaport. Im Alter von 91 Jahren, reich an Jahren und Ehren, starb in Wien ITofrat i. R. und Präsident der Wiener isr. Gemeinde, eine der massiven grossen Persönlichkeiten Alt-Wiens, der seinem Staate und seiner Gemeinde gleich treu und segensreich gedient hat, in jener schönen Harmonie aller selbsterkannten Pflichten, die den ganzen Menschen und Führer ausmachen. Frau Isidor Knopf. Im 66. Jahre ihres der Wohltätigkeit gewidmeten Lelehens, hat die Frau des Direktors der Jüdischen Kreditgenossenschaft in Bratislava, Isidor Knopf ihren gottgefälligen Lebenswandel beschlossen. Beim Begräbnis haben die Rabbiner Unzdorf und Ungar bewegende Nachrufe gehalten. Wohlfahrtswesen Jüdische Jugendfürsorge. Die ausgezeichnete Pädagogin Frl. Julie Grünw a 1 d, Professorin an der orth. isr. Bürgerschule in Bratislava, hat eine Aktion zur Gründung einer Jüdischen Jugendfürsorge eingeleitet. Ein sehr begrüssenswertes Werk.