Judaica
- Journal
- Judaica
- Volume
- 1 (1934)
- Issue
- 1-2- (August-September 1934)
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 7 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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und urgierte das Schreiben am 19. Feber 1833. Das Gesuch wurde einer ernsten Erwägung unterzogen, aber nicht erfüllt* Das geistige Leben in Preßburg erlangte einen großen Autschwung durch die Errichtung der großen hebräischen Druckerei des Anton v. Schmidt, den Lemberger wohl gefördert hat. Die sich ausbreitende Assimilationsbewegung wendete sich gegen die Vorherrschaft der Preßburger Gemeinde. Lemberger fühlte in den letzten Jahren seines Lebens den Boden unter seinen Füßen weichen. Im Jahre 1833 forderten die meisten Ver*- treter des ungarischen Judentumes, daß die Landesversammlung nicht mehr in Preßburg, sondern in Pest stattfinden möge. Lemberger kämpfte lange dagegen, mußte aber nachgebe?!.1) Er reisti im Winter desselben Jahres zur Assifa nach Pest, leidend und vom Verluste eines Sohnes niedergedrückt. Er sah das neu» Geschlecht mächtig emporsteigen, die alten heiligen» Werte galten nicht mehr viel am Jahrmarkte des neuen Lebens. Er kehrte tiefbekümmert heim. Der Führerstab des Manhig u-Parness hamdina" entglitt seiner erschlaffenden Totenhand. Er war der Letzte, unter dessen Führerschaft das einheitliche, ungarische Judentum gestanden ist. Er starb am 21. Tammus, am 28. Juli des Jahres 1834. Mit ihm versank eine große ruhmreiche Ära des Preßburger Judentums ins Grab, die mit Simon Michels begonnen hatte und mit Abraham Hirsch Lemberger ihren würdigen Abschluß gefunden hat. Er war eine brillante Persönlichkeit von seltener Vielseitigkeit des Könnens und von einer schon zur Mythe gewordenen erhabenen Charaktergröße. Gelehrter, Staatsmann, Künstler und vor allem ein Edelmensch. „Das Andenken des Gerechten ist zum Segen."5) Grossfinanziers und Hoflieferanten des Pressburger Ghettos anfangs des 18. Jahrhunderts. Von Rabbiner Dr. Max Schay, New-York. Die Finanzen des römisch-deutschen Reiches waren zerrüttet, der Kredit lag brach, das Reich war durch die Kriege* die es an zwei Fronten führen mußte total erschöpft, doch der Friede war geschlossen, als das 18. Jahrhundert anbrach. Zur gleichen Zeit türmten sich aber neue Wolken am westlichen Horizonte auf und im Osten traf der Türke Anstalten, einen! Teil seiner in Mitteleuropa verlorenen Macht zurückzugewinr 4) Sein Sohn Aron zeigte mir einmal einen Brief des Wiener Philantropen La* zar Biedermann an Abraham Hirsch Lemberger, worin er ihn bestürmt, nicht die Abhaltung des Landeskongresses in Pest zu verhindern. »Solltest Du aber in Dei~ nem Starrsinn darauf bestehen«heisst es beiläufig,»so kündige ich Dir meine Freund* schaft auf immer. Dein treuer Freund Biedermann.« 5) M. E. Stern hat ihn in einer hebräischen Elegie gefeiert. 7