Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 7 (1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 41)
- Language
- German
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Bericht des wissenschaftlichen Vorstandes. In der Zusammensetzung des Vorstandes und der Kommissionen des Forschungsinstituts ist im laufenden Jahre keine Aenderung eingetreten. Ebenso ist der Kreis seiner Mitarbeiter der gleiche geblieben, nur Herr Dr. Arthur Levinson ist als Hilfsarbeiter an dem Werk von Frl. Dr. Stern über den preußischen Staat und die Juden neu angestellt worden. Für weitere Neueinstellungen waren keine Mittel vorhanden. Das ist um so bedauerlicher, weil wir verschiedene sehr fähige junge Gelehrte für das Forschungsinstitut hätten gewinnen und an seinen größeren wissenschaftlichen Unternehmungen beteiligen können. Die von den bisherigen Mitarbeitern in den letzten Jahren begonnenen Arbeiten haben einen guten Fortgang genommen. Da es sich zumeist um größere und umfassendere Werke handelt, wird bis zu ihrem Abschluß noch einige Zeit vergehen. Im Druck sind die drei ersten von Herrn Dr. Albeck bearbeiteten Lieferungen der Theodorschen Ausgabe des Bereschit Rabba (Heft 10, 11 und 12 des gesamten Werkes) erschienen. Das 13. Heft ist ebenfalls ausgedruckt und wird demnächst zur Ausgabe kommen. Die Arbeit an den weiteren Lieferungen ist bereits so weit gefördert, daß sie in rascher Folge werden erscheinen können. Auch mit dem Druck der von Herrn Dr. Wilensky bearbeiteten Ausgabe des Sefer ha-Rikma von Jona ibn Gannach ist bereits begonnen worden. Es ist zu hoffen, daß das Werk in diesem Jahre wird ausgedruckt werden können. Herr Dr. Wilensky wird sich nunmehr der Vorbereitung einer Ausgabe der grammatischen Schriften Abraham ibn Esras, die einer kritischen Bearbeitung dringend bedürfen, zuwenden. Die Drucklegung der Arbeiten von Albeck über die halachischen Midraschim, von Spanier über die massoretischen Akzente und von Tykocinski über die Verordnungen der gaonäischen Zeit, über deren Abschluß schon im vorigen Korrespondenzblatt berichtet wurde, hat sich wegen anderweitiger Inanspruchnahme unserer Mittel verzögert. Doch wird jetzt mit dem Druck der Arbeit Albecks begonnen, und es ist zu hoffen, daß die anderen ihr bald folgen werden. Herr Dr. Baer hat im vorigen Winter eine zweite Studienreise nach Spanien unternommen, um in den dortigen Archiven weiteres Material für seine Arbeit über die Juden in den christlichen Staaten Spaniens zu sammeln. Auch diese Reise hat reichen Ertrag gebracht, und es liegt jetzt ein so vielseitiges und umfassendes Urkundenmaterial vor, daß sich ein durchaus gesichertes Bild der politischen und kulturellen Verhältnisse der Juden im christlichen Spanien aus ihm gewinnen läßt. Dr. Baer wird die von ihm gesammelten Urkunden in einem Doppelband herausgeben, dem auch einige in der geschichtlichen Darstellung nicht unterzubringende Einzeluntersuchungen beigegeben werden sollen. Für Kastilien und die Frühzeit in Arragonien wird der Band auch eine Sammlung von Regesten über die bereits gedruckten Urkunden enthalten, die zum ersten Male einen zusammenfassenden Ueb erblick über diese an den verschiedensten, zum Teil völlig unzulänglichen, Orten zerstreuten Quellen ermöglichen wird. Wir beabsichtigen zunächst, diese Quellensammlung, die im Laufe des nächsten Jahres druckfertig vorliegen wird, erscheinen zu lassen. Der Darstellungsband wird ihr in nicht allzu großem Abstände folgen. Fräulein Dr. Stern hat sich in erster Reihe den aus ihren Studien über die deutschen Hofjuden im 17. und 18. Jahr-