Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 7 (1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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KORRESPONDENZBLflTT DES VEREINS ZUR GRÜNDUNG UND ERHALTUNG EINER HKHDEMIE FÜR DIE WISSENSCHHFT DES JUDENTUMS 7. JAHRGANG 1 9 2 6 7. JAHRGANG Das Korrespondenzblatt hat die Aufgabe, durch allgemeinverständliche Aufsätze, die aus den Arbeiten des Forschungsinstituts herauswachsen, die Auswirkung der gelehrten Arbeit auf die breitere Öffentlichkeit einzuleiten. Es soll außer* dem die Jahresberichte des Forschungs * Instituts und des Vereins enthalten. INHALT: Zur Bibelwiffenfchaft Spinozas und feiner Vorläufer............. 1 Jofeph Süß Oppenheimer....................... 23 Bericht des wiffenfchaftlichen Vorftands.................. 41 Bericht des Verwaltungsvorftandes über das "jahv 1925 ........... 43 Zur Bibelwissenschaft Spinozas und seiner Vorläufer. Von Leo Strauß. Der vorliegende Aufsatz soll in programmatischer Kürze — wie sie dem Zweck des Korrespondenz-Blatts entspricht — über die Fragestellung orientieren, von der sich die Untersuchung, die ich im Auftrag der Akademie für die Wissenschaft des Judentums durchführe, leiten läßt. Gegenstand der Untersuchung ist die Bibelwissenschaft Spinozas und einiger seiner Vorläufer, die, unter ähnlichen Voraussetzungen wie er selbst, an der Begründung der Disziplin gearbeitet haben (Uriel da Costa, Isaac de La Peyrere, Thomas Hobbes). Die Bibelwissenschaft Spinozas ist seit dem Jahre 1867, in dem die Abhandlung Carl Siegfrieds über „Spinoza als Kritiker und Ausleger des Alten Testaments" erschien, nicht mehr Thema hinreichender oder gar ertragreicher monographischer Behandlung gewesen. Bereits die zahlreichen Veränderungen in der Auffassung und Beurteilung Spinozas, zu denen die inzwischen veröffentlichten Untersuchungen zu der Lebensgeschichte Spinozas, der Entwicklungsgeschichte seiner Lehre, der Geistesgeschichte seines Jahr- Bunderts und der allgemeinen Geschichte der Bibelwissenschaft Veranlassung geben, rechtfertigen den Versuch einer neuen Darstellung. Die Anregung zu meiner Arbeit verdanke ich dem kritischen Studium von Hermann Cohens Aufsatz „Spinoza über Staat und Religion, Judentum und Christentum" (wieder abgedruckt im 3. Band seiner „Jüdischen Schriften"), der hinsichtlich der Radikalität des Fragens und der Eindringlichkeit des Zur-Rede-Stellens