Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 6 (1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 50)
- Language
- German
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Beriebt des Verwaltungsvorftandes über das Jahv 1924. Der Verein zur Gründung und Erbal* tung einer Akademie für die Wiffenfcbaft des Judentums ftebt im 7. Jabre feiner Tätigkeit. Die voraufgegangenen waren von Ver* fueb, von Vorarbeit, von Kampf um den Be* ftand erfüllt; und in gewiffen Augenblicken konnte es febeinen, als wollten die Schwierig* keiten der Zeiten über den Mut des Idea» lismus triumphieren. Aber das Ideal erwies lief) als ftärker, nicht nur bei den Trägern des Akademiegedankens, fondern auch bei den lebendigen Kräften der Judenbeit, an die fie zuverfichtlich appeliert hatten. Wenn die Akademie durchhalten konnte, fo fchuldet fie Dank für tatkräftige Mithilfe vor allem der großen Berliner Jüdifchen Gemeinde. Mit gleicher Dankbarkeit ift der Bnai Briß* Orden zu nennen, der fich an feinen lei* tenden Stellen, wie in einer großen Anzahl von Einzellogen und mit Hunderten feiner Mitglieder als Faktor entfehiedenfter För* derung unferes Werkes erwies. Nach wie vor hat die Akademie ihre unentgeltliche Heimftätte für Büro, Bibliothek und Sitzungen im Berliner Logenbaufe, und fie traut in Dankbarkeit darauf, daß fie ihr auch fortab verbleiben wird. Dank gebührt auch allen gleichfrrebenden und befreundeten Institu* tionen und Organifationen, deren Beifpiel, Sympathieen, Anregungen und materielle oder moralifche Förderung unferer Unternehmung zugute kamen. Das abgelaufene Verwaltungsjahr war eine Zeit des Überganges. Bei allen An» zeichen von Befferung der Situation litt es doch noch unter den Nachwirkungen der Krifenzeiten. Die Geldknappheit war zu* weilen beängftigend. Neufeftfe^ung des Normalbeitrags der Mitglieder war unum* gänglich, und bei der Größe der Anfor« derungen, die das Akademiewerk ftellte, durfte fein Niveau nicht zu tief gelegt werden. Er wurde von der Jabresverfarnm* lung am 12. November 1924 auf RM. 50.— fixiert gegen 500 Papiermark im Jahre 1918, der Fördererbeitrag auf RM. 20.- gegenüber den früheren 100.—. Gleichwohl vermochte diefe Reform vorerft die Eingänge nicht fo zu fteigern, daß durch die Beiträge allein Deckung aller Ausgaben zu erwarten war. Den Ausgleich erbrachten erft größere Sub* ventionen und Zuwendungen, an erfter Stelle die der Jüdifcben Gemeinde Berlin mit Mk. 15 000.-, dann die der Bnai Briß* Executive in Chicago mit Mk. 10500.—, die des Herrn Dir. Waffermann mit Mk. 5000.— und Devifenbeiträge aus Amerika. Die Gefamteingängebeliefenfich aufMk. 62000.— , wovon über ein Drittel in Devifen, und er« reichten den Einnahmen »Voranfcblag bis auf Mk. 1000.-. Hingegen blieb der Verbrauch hinter dem Voranfcblage zurück. Materielle und technifebe Schwierigkeiten hielten die Herstellung einiger Publikationen der Aka* demie bis über die Jabvesgxenze au£ und auch die febon für 1924 angefetjten wiffenfehaftlicben Reifen nahmen erft jen« feits diefer Zeitgrenze ihren Anfang, fo daß die genannten Ausgabenkapitel nicht fo ftark in Anfprucb genommen wurden als das Budget vorfab. Der bierin lie* gende ideelle Rückftand dürfte durch die entfpreebende Verftärkung des Arbeits« und Publiljationsprogramms für 1925 zum Ausgleich gelangen; es werden infolge« deffen die Herftellungskoften für die nun fertig vorliegenden erften 2 Bände des Werkes Stern „Der preußifebe Staat und die Juden", für die Edition des „Sefer ba*Rikmab" durch Dr. Wilenski und für den Weiterdruck des Tbeodorfchen „Midrafcb11