Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 4-5 (1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 10)
- Language
- German
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Von den biblifcben Erzählungen im Koran 7 dar und es ift ein bedeutendes Erbe an Ergebniffen und Hnregungen, das er der Wiffenfcbaft des Judentums hinterläßt. Für das Forfchungsinftitut der Hkademie war es eine befonders glück» liebe Fügung, daß er in den erften und entfebeidenden Jahren feiner Entwicklung feinem Vorftande angehörte. Rls er unmittelbar vor Begründung des Forfchungsinftitutes durch die politifeben Verbältniffe genötigt war, von Pofen, das ihm eine faft fünfzigjährige rabbinifche Tätigkeit zur zweiten Heimat gemacht hatte, nach Berlin zu überfiedeln, ftellte er fieb dem jungen Unternehmen gern zur Verfügung und ergriff den Gedanken des Forfchungsinftitutes mit lebendigem Verftändnis. In den Beratungen des wiffenfcbaft» liehen Vorftandes, an denen er bis in feine legten Tage hinein regelmäßig teilnahm, war er für jede neue fruchtbare Hnregung zugänglich und wirkte zugleich durch feine reife, fiebere Kritik klärend und fördernd, fiueh an der Prüfung und Begutachtung der erften in dem Forfchungsinftitut entftandenen Hrbeiten beteiligte er fich mit unermüdlichem Eifer. So war es ihm ein wohltuender Gedanke, daß die von ihm liebevoll gefammelte Bibliothek einft in den Befit) der Hkademie übergehen und den Grundftock ihrer Bücher« fammlung bilden follte. Die Hkademie und ihr Forfchungsinftitut, mit dem der Name Blochs fo auch äußerlich verbunden ift, werden die Erinnerung an den ausgezeichneten Gelehrten, den geißvollen und liebenswürdigen Mann ftets in Dankbarkeit fefthalten. Von den biblifcben Erzählungen im Koran. Heinrich Speyer=Frankfurt a. M. Der islamifchen Sektion eines Forfchungsinftituts für die Wiffenfcbaft des Judentums fällt eine doppelte Hufgabe zu: die Einfiüffe kennen zu lernen, die der Islam auf das Judentum und feine Gefchichte ausgeübt hat, und feftzuftellen, inwiefern das Judentum den Islam befruchten konnte. Den bedeutfamften Teil der zweiten Hufgabe bildet die Unterfuchung der Frage, ob und wie weit das Judentum bei der Entftehung der mohammedanifeben Religion mitgewirkt hat. Zur Löfung diefer Frage beizutragen ift der letzte Zweck der Hrbeit, die mir von der Hkademie für die Wiffenfcbaft des Judentums übertragen worden ift. Seitdem Hbraham Geiger im Jahre 1833 feine bedeutfame Preisfcbrift: „Was bat Mohammed aus dem Judentum aufgenommen?" veröffentlicht hat, ift offenbar geworden, wie groß der Einfluß des Judentums auf Mohammed gewefen ift. Geiger weift mit Recht darauf hin, „daß das Thema feiner Hb» handlung fchon längft als bekannt und gewiß rorausgefet^t wird, nämlich, daß Mohammed vieles aus dem Judentum, wie es fich zu feiner Zeit darftellte, entlehnt hat, obgleich für diefe Hnnahme hinlängliche Gründe nicht da feien*4