Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 3 (1922)
- Date
- 1922-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
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- IRI
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Bericht des wissenschaftlichen Vorstandes, In dem Arbeitsjahr 1921/22 sollten die Arbeiten des Forschungsinstituts der Akademie nach dem bei seiner Begründung gefaßten Beschluß soweit gefördert werden, daß es im April 1922 das Provisorium der beiden ersten Jahre abschließen und in seiner endgiltigen Gestalt eröffnet werden könnte. In einer und zwar der entscheidenden Hinsicht darf die Zeit der Vorarbeiten und Vorbereitungen in der Tat jetzt als abgeschlossen gelten: die ersten aus dem Forschungsinstitut hervorgegangenen Schriften erscheinen gleichzeitig mit diesem Bericht im Druck und geben der Öffentlichkeit ein erstes Bild von der Art und dem Niveau unserer Arbeit. Die wissenschaftliche Kritik wird zu entscheiden haben, wieweit es gelungen ist, dem erstrebten Ziel methodischer Strenge unb Präcision nahe zu kommen und die freie Entfaltung der wissenschaftlichen Persönlichkeit unserer Mitarbeiter mit der Einheitlichkeit des Geistes und der Methodik der Forschung zu verbinden. Weitere Arbeiten liegen z. T. druckfertig vor und sind z. T. dem Abschlüsse so nahe, daß ihr Erscheinen im nächsten Jahre gesichert ist. Die Reihe unserer Veröffentlichungen wird also jetzt einen stetigen Fortgang nehmen. Schon die Veröffentlichungen, die für die nächsten Jahre vorbereitet werden, bringen eine erhebliche Erweiterung des behandelten Problemkreises, und in allmählichem Ausbau wird sich unsere Arbeit allen Gebieten der Wissenschaft des Judentums zuwenden. Das Forschungsinstitut als Stätte und Träger wissenschaftlicher Arbeit ist jetzt ins Leben getreten; seine weitere Entwicklung, die es zum Mittelpunkt methodischer Erforschung des Judentums machen soll, hat das Begonnene nur auszugestalten und fortzuführen. Die bisher abgeschlossenen wie die ihrem Abschlüsse entgegengehenden Schriften sind allerdings in der Hauptsache Problemen gewidmet, die von dem einzelnen Forscher selbstständig in Angriff genommen werden können, wenn auch manche von ihnen, insbesondere die auf archivalischen Untersuchungen ruhenden, ohne den Rückhalt an einer wissenschaftlichen Organisation nicht hätten unternommen werden können. Die eigentlich korporative Arbeit hat demgegenüber bisher zurücktreten müssen. Insbesondere für die Bibliotheca Judaica konnte bisher wenig geschehen. Auch die geplanten Zeitschriften konnten noch nicht ins Leben gerufen werden. Von dem umfassenden Arbeitsplan des Forschungsinstituts ist so erst ein sehr begrenzter Teil in der Verwirklichung begriffen. An ihm gemessen, werden auch die nächsten Jahre noch ein Vorbereitungsstadium darstellen, in dem das Forschungsinstitut nach und nach den Kreis seiner Aufgaben zu erweitern haben wird. Die Gründe für die vorläufige Beschränkung unseres Arbeitsgebietes bedürfen kaum der Hervorhebung. Die Arbeit an der Bibliotheca Judaica ist aufs Äußerste dadurch erschwert, daß der an Zahl und Wert bedeutendste Teil der hebräischen Handschriften in Ländern liegt, die dem deutschen Forscher zur Zeit nicht erreichbar sind. Es wird unser nächstes Bestreben sein müssen, durch Fühlungnahme mit den für die Wissenschaft des Judentums interessierten Kreisen dieser Länder wenigstens begrenzte Arbeitsmöglichkeiten für uns zu schaffen. Auch die für andere Arbeiten korporativer Natur erforderliche Erweiterung unseres Mitarbeiterkreises wird sich aus finanziellen Gründen nur sehr allmählich durchführen lassen. Es sind indessen nicht diese