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Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums · 1922-01-01 · 3 (1922) · page 1

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Journal
Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
Volume
3 (1922)
Date
1922-01-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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IRI
…/2707513-2707518--089-2707653
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KORRESPONDENZBLATT DES VEREINS ZUR GRÜNDUNG UND ERHALTUNG EINER AKADEMIE FÜR DIE WISSENSCHAFT DES JUDENTUMS 3. JAHRGANG 19 2 2 3. JAHRGANG Das Korrespondenzblatt hat die Aufgabe, durch allgemeinverständliche Aufsätze, die aus den Arbeiten des Forschungs-Instituts herauswachsen, die Auswirkung der gelehrten Arbeit auf die breitere Öffentlichkeit einzuleiten. Es soll außerdem die Jahresberichte des Forschungs-Instituts und des Vereins enthalten. Inhalt. Seite Nehemias Anton Nobel zum Gedächtnis.................. 1 Der Staat des Großen Kurfürsten und die Juden.............. 4 Talmudische Wissenschaft........................ 20 Bericht des Wissenschaftlichen Vorstandes................. 31 Bericht des Verwaltungs-Vorstandes.................... 36 Nehemias Anton Nobel zum Gedächtnis. Von Leo Baeck, Nicht die Persönlichkeit von Nehemias Anton Nobel - - diese seltene Verbindung von menschlicher Lauterkeit und künstlerischer Reinheit, — nicht seine Wirksamkeit als Rabbiner — seine seltene Fähigkeit, vor der Jugend als ein Führer und zugleich vor dem Alter als ein Lehrer zu stehen — soll hier, in diesen Blättern, gezeichnet werden. Es soll hier nur versucht sein, die Züge seines Bildes in Linien eines historischen Hintergrundes hineinzustellen. Erst dadurch tritt eine Gestalt aus der Generation, in der sie steht, wieder hervor. Nur durch seinen Zusammenhang mit den geschichtlichen Gegebenheiten und Kräften erhält das Einzeldasein, das seiner Zeit etwas ist, das aus ihr lebt und für sie lebt, seinen ganzen Sinn und seine Bedeutsamkeit. Das Subjektive wird über sich hinaus wirksam durch seine Verbindung mit den Objektivitäten der Geschichte. Wer mit sich und um sein Späteres ringt, ringt immer zugleich mit dem Früheren; das eine bedingt das andere. Der Mensch ohne Vergangenheit ist der Mensch ohne Zukunft; bloße Gegenwart ist nicht einmal Gegenwart. Es gibt darum keine Lebensanschauung ohne historisches Bewustsein und darum keine wahre Persönlichkeit ohne innere geschichtliche Bindung. Hegels Wort vom objektiven Geist, aus dem alles Leben des Geistes hervorkommt und sich entwickelt, behält sein Recht, auch wenn man in diesem objektiven Geist nicht das Substantielle sieht, das Hegel in ihm fand. Alles Können in seinem geschichtlichen Fortschreiten geht so zurück auf eine innere Erfahrung, die dem Menschen sowohl ein Verstehen von sich 1

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