Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 37)
- Language
- German
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Gedenkworte zu Ehren Leopold Landaus 37 Mendelssohn-Loge, die Düsseldorf-Loge, die Bergische Loge, die Niederrhein-Loge, die Berliner Schwester-Vereinigung, nachdem die Eintracht-Loge, die Viktoria-Loge, die Rhenus- Loge, die Leopold Zunz-Loge, die Friedensloge, die Ostpreuöische Loge, die Freiheit- Loge, die Gabriel Rießer-Loge, die Nassau- Loge, die Carl Friedrich-Loge und die Steinthal-Loge sowie die Lessing-Loge durch Beiträge zur Timendorfer-Stiftung, deren Zinsen uns zur Verfügung gestellt worden sind, unsere Arbeit gefördert haben. Von den Gemeinden hat Berlin wiederum durch einen Beitrag von 20000 Mark den Verein subventioniert. — Die Gemeinde München schickte 2000 Mk., die Gemeinde Frankfurt 5000 Mk. Weiter haben Dortmund und Halle die Mitgliedschaft, Würzburg und Cöpenick die Fördererschaft erworben. Von Vereinen sind der Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, die Zionistische Vereinigung für Deutschland, der jüdische Wohlfahrtsverband Elberfeld und der Verein der Rogasener in Berlin . Mitglieder geworden. In einer ganzen Reihe deutscher Städte sind Vorarbeiten für die Verbreitung unserer Idee getroffen worden, so daß mit der eigentlichen Tätigkeit daselbst im Laufe dieses Jahres eingesetzt werden kann. In Holland, in der Schweiz, in Aegypten, in Amerika und Oesterreich haben wir Freunde, Mitglieder und Förderer gefunden, und es ist zu hoffen, daß im kommenden Vereinsjahr in allen diesen Ländern auf Grund der Tätigkeit unserer dortigen Freunde reichlichere Mittel unserer Arbeit zur Verfügung gestellt werden. Im Jahre 1920 fanden zwei Ausschuß- Sitzungen statt, eine in Berlin, eine in Frankfurt a. M., in welchen die Angelegenheiten unseres Vereins und unseres Forschungs- Instituts besprochen wurden. Die Berliner Ausschuß-Sitzung stand zeitlich und räumlich in unmittelbarem Zusammenhang mit der Mitgliederversammlung. Im Anschluß an die Sitzung in Frankfurt a. M. hielt Herr Rabbiner Dr. Nobel einen Vortrag über Gabirol und Goethe, der gleichmäßig durch die vollendete Form und die Tiefe des Inhalts eine außerordentliche Begeisterung der großen Zuhörerschar erweckte. Ihm sei auch an dieser Stelle herzlicher Dank gesagt Das Jahr 1920 schloß mit dem schwersten Verlust: Unser erster Vorsitzender, Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Leopold Landau ist uns am 28. Dezember im Alter von 72 Jahren durch den Tod entrissen worden. Was er uns gewesen Ist und geleistet hat, ist nur ein Teil, aber der beste Teil dessen, was er dem Judentum gewesen ist und gegeben hat. An seinem Grabe sprach im Namen des Vereins der zweite Vorsitzende, Herr Justizrat Leo Lilienthal, und in einer stark besuchten Gedenkfeier, die wir am 10. April mit der diesjährigen Generalversammlung verbanden, würdigte der Unterzeichnete Landaus Leistungen für den Verein, während Herr Privatdozent Dr. Eugen Täubler als Vertreter des Wissenschaftlichen Vorstands Landaus Wesenheit und Entwicklung als Jude im Bilde festzuhalten versuchte. Wir veröffentlichen die Ansprachen in diesem Korrespondenzblatt, um von seiner Bedeutung für die werdende Akademie wie auch von unserm Schmerz und unserem Dank für immer Kunde zu geben. Der günstige finanzielle Abschluß dieses Jahres gibt uns die Hoffnung, daß die großen Erfordernisse, welche das Jahr 1921, namentlich auch durch die Drucklegung der ersten Werke unserer Mitarbeiter, an den Verein stellen wird, erfüllt werden können. Freilich ist dazu unausgesetzte Mitarbeit unserer Freunde dringend erforderlich. Es wird Insbesondere notwendig sein, durch größere Stiftungen die bereits angefangenen Aufgaben und die bereits eingerichteten Arbeitsplätze im Forschungs-Institut für die Dauer sicherzustellen, damit wir in die Lage kommen, mit Hilfe der eingehenden Jahresbeiträge unserer Mitglieder und Förderer neue Aufgaben in Angriff zu nehmen. Der 1. Schriftführer Gustav Bradt.