Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Korrespondenzblatt des Vereins zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 2 (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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28 Gemeinde und Landjudenschaft von Hameln nur geringe und meist minderwertige Proben der älteren jüdischen Volksliteratur besitzen, sind wir genötigt, unsere Kenntnis der jüdischen Volksseele aus ihren bescheidenen, unpersönlichen Aeußerungen zu bereichern. Auch insofern ist das Klevische Protokollburch ein Quellendokument von bedeutendem Range. Nach den hier erörterten Gesichtspunkten soll die Edition des Klevischen Protokollbuches erfolgen. Wegen seines großen Umfanges (nahezu 250 Folipblätter) kann es nicht ohne Kürzungen gedruckt werden. Wörtlich wird in den Text aufgenommen, was verfassungs- und verwaltungsgeschichtlichen Quellenwert hat oder in Bezug auf Form und Stimmungsausdruck durch eine Inhaltsangabe nicht zu ersetzen ist. An Stelle der übrigen Partien treten nach dem Muster moderner wissenschaftlicher Aktenpublikationen inhaltliche Referate. An den Rand des Textes werden kurze Inhaltsangaben und Stichworte gesetzt, die einen Ueberblick über Anlage und Gliederung der Protokolle gewähren und eine rasche Orientierung ermöglichen. Sonst aber bleibt das Textbild des Manuskriptes mit all seinen grammatischen und orthographischen Eigenarten unberührt, abgesehen von einigen leichten Lesekrücken, die hinzugefügt werden, und abgesehen von der Interpunktion, die unabhängig von der Vorlage mit Rücksicht auf das bessere Verständnis des modernen Lesers geregelt werden muß. Den Fuß des Textes begleiten sprachliche und sachliche Erläuterungen, die auch dem Fernerstehenden das Einlesen in den Text erleichtern sollen. Am Schluß der Edition findet sich eine Auflösungstabelle der Abkürzungen, ein Glossar der dem Protokollbuch und seiner Zeit eigentümlichen hebräischen Ausdrücke und Wortformen, ein deutsches Glossar, dessen Bearbeitung ebenso wie die deutsch-sprachliche Einführung Dr. Bruno Strauß übernommen hat, und schließlich ein Index der Orts- und Personennamen. Ein Anhang enthält Aktenmaterial, das die Verfassung und Verwaltung der Klevischen Landgemeinde ergänzend beleuchtet, besonders eine Sammlung von Akten zur Entstehung der Landgemeinde. Der gesamten Publikation geht eine aus 4 Kapiteln bestehende Einleitung voraus. Das erste Kapitel („Staat und Judenschaft im Herzogtum Kleve von den Anfängen bis zur Emanzipation") berichtet über die ältesten jüdischen Siedelungen und das Juden-Geleitwesen des mittelalterlichen Kleve, über die Konsolidation der Gemeinde zu Beginn des 17. Jahrhunderts und die Entwicklung ihres Verhältnisses zum brandenburgisch-preußischen Staat, die zugleich ein Ausdruck ihrer inneren Wandlung ist. Das zweite Kapitel („Die jüdische Bevölkerung im Herzogtum Kleve während des 17. und 18. Jahrhunderts, ihr gesellschaftlicher und beruflicher Autbau") widmet sich an Hand eines lokal eng begrenzten, aber materiell sehr umfangreichen statistischen Materials prinzipiellen Untersuchungen über räumliche Verbreitung, Zu- und Abwanderung, soziale und wirtschaftliche Verhältnisse innerhalb der jüdischen Landgemeinde. Der Schwerpunkt der Einleitung liegt im dritten Kapitel, welches die Verfassung und Verwaltung