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Neue jüdische Presse · 1923-01-12 · Heft 37 (12.1.1923) · p. Seite 4

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
21 (1923)
Issue
Heft 37 (12.1.1923)
Date
1923-01-12
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Sfiu* < f.ufitf] iiidw imu-rlMlu d.s ü'iiimärifdieii lutJUielii. Saft tH*r| JToP o.'lf.'»*-' fie mau »ir ftl.ifl. fällig il.'I mtu'ii, j »It-idi ii io join r.tl'oir. ihn- Olujiitd» nidit oimortj lull. 3>ir jlt-iiij s.-iij (um äugonii ui:9 Vll.or in ft.-r lioliro, iui Ouboutui» ■ iu-r ii.oupbnfifdtc On feiner -vow.giing. ist. 100 iio |id) inj fliofic» Monjdio» twftdl». öcr (iicihlciibe Ursprung unserer - uliruimil. Am Grabe jsrrmaun Isahenr Nagte da» Juden«' i»m. die jüdische Jugendbewegung aber wußte nur, daß er ein „ftiinb“ war. Sornn |o alles a» der Jugendbewegung die Verzweiflung eiioeckt. ohne daß innerhalb ihres Bezirkes auch nur die mindeste Hoffnung auf Umkehr ist, gilt cs einen anderen Weg \u gehen. Der alte Weg führt nicht «ach Zion, sondern oerliert sich in den unzähligen Verzweigungen des Geschwänes. Ls kann kein Zweifel fein, wo dieser andere Weg führt,'der kein neuer ist und zu sein braucht, aber ein unbepangener. Er wird nicht zum Gegenstände des Geschwätzes oemachi werden, und wenn er Verbindung mit dieser Jugend hit. so muß die Trennung ste erweisen. Schweigen. Arbeit uad Erkenntnis. Reinheit. Strenge und Verzich,'. und welches Li? Ordnungen sein mögen, die sich im Dasein des Zionchen entfalten sollen, ste alle vollenden sich in einem: Verantwortung. Verantwortung ist die Beziehung de» Lebens auf den Tod. Uns vor unserer Ausgabe verantworten zu können, muß unser Streben sein. Sterben wir im Angesicht der Geschichte, so wird unser Tod ein jüdischer, denn er wird die Lehre sein, die wir überliefern. Ein Leben aber, da» ans diese Grundlagen bezogen wird, darf mit Recht jugendlich genannt werden. Zion ist der Gegenstand' dieses Lebens. Sie schlagen der jüdischen Jugend vor, sich zu organisieren. Ich kann Ihrem Vorschlag nicht zuftimmen. Di- Ju« gend, kie eines Bundes würdig ist, ist noch nicht da, und wenn sie da ist, wie können Sie glauben, daß sie sich ander» oroanisieren wird al» In einem Geheimbunde, der die einzige Möglichkeit einsamer Cemeinschaft darstellt» die in der Verborgenheit verwirklicht wird. Denn die Macht der jüdischen Jugend besteht nicht in ihrem Auftreten und ihren Ansprüchen, sondern in der Zurückgezogenheit, in der ste ihre Aufgabe erfaßt, und in der Größe des Verzichtes, in dem ihre Fülle Gestalt annimmt. Sollen wir also unser« Vereine schließen? Jawohl. Soll man keine Aufsätze mehr über oder für uns schreiben? Nein. Rauben Sie in'Ihrem Bezirke der Jugend die Möglichkeit, was einem Juden das höchste fein soll: die Sprache weiterhin zum öffentlichen Gesäß ihrer Erlebnisse zu degradieren. Richten Sie die Leidenschaft des Kampfes gegen Ihre Leser, von denen der Zeitschrift Invasion droht. Doch ich phantasiere. Denn die Leser und diese ihre Zeitschrift sind ja identisch, sie sind die Jugendbewegung, gegen die ich hier mein Zeugns abgelegt habe. Der Rest ist Schweigen. - Bern, den 12. Juni 1918. Gerhard Schalem. IToiio ptojfp «ch in eii.llischei ttehersetzung erscheint. Diese Einieiuug cnilliiit eine umfassende wissenschaftliche ttiiterßinmg iider die Geschichte der hebräischen Sprache und die Entwicklung ihrer Krannnntik iin Laufe der Jahriniideite. lZIko.) Jubiläum b«j KairlAia iri limspBrieun. (Lrez Israel Der deutsche Handel mit Palästina. Nach dem offiziellen englischen Bericht über die Entwicklung Palästinas wurden gegenüber Waren im Werte von Lst. 29000 im Lahre 1920, im Lahre 1821 aus Deutschland Waren für Lst. 292000 und aus Oesterreich für 107300 nach Palästina eingeführt. Deutsch land habe sich besondere Mühe gegeben, seinen Export nach Palästina zu vngrößen., indem es langfristige Kre dite gewährte und Kataloge in den landesüblichen Spra chen, in denen die Preise ln der Landesoaluta angegeben waren, verschickte. Palästina ln der DUderbeilage de» „Vorwärts". Die Dilderbeilage des „Borwärts", Volk und Zeit vom 24. Dezember, enthalt u. a. einen Artikel über die Wiedergeburt Palästinas mit sieben auf zwei Seiten verteilten Illustrationen, die die kolonisatorische Erschließung des'Landes und die Entwicklung von Tel Awiw darstellen. (Ziko.) Ben 3ehuda» Lebenswerk vollendet. Die Familie Ben Jehudas veröffenilicht im „Doar Hajom" vom 28. Dezember folgende Mitteilung über das große Wörterbuch Ben Jehudas „Thesaurus Hs braltatis". Band l bis ü des Wörterbuches find bei der Bcrlogsfirma Langenscheidt in Berlin käuflich zu haben, Baad 0 erscheint demnächst, Band 7 und 8 find durch den Berfasser selbst druckfertig gemacht und werden eben falls in der vorgesehenen Zeit erscheinen. Bänd 9, der die restlichen BucWaben bis Ende R (Refch) enthälr, ist fast ganz durch den Berfasser bearbeitet, der 10. Band mit den beiden letzten Buchstaben (Sin und Taw wird in lMr Hauptsache nur das Rohmaterial enthal len, das der Berfasser noch selbst mit zahlreichen ge nauen Anemrkungen versehen hat. Danrit wird das große Wörterbuch Ben Jehudas so vollendet vorliegen, wie sein Berfasser es sich in seiner elfjährigen Arbeit oorgeftellt hat. Ben Lehuda hat gleichzeitig bei seinem Aufenthalte in Amerika Vorrede und Einleitung für sein großes zweibändiges Wörtk buch druckfertig vorbereitet, das Deutschland. Herrn Rabbiner vr.Isuk Unna ''2 in Mannheim. Der 1231 1212 erhielt seine besondere weihe )urd> die Feier der 23. Wiederkehr des Dienstanrritts 5r. Ehrw. des Herrn Rabbiner Dr. Unna an der Linus Synagoge tLemle Uioses Llansstiftnng). Die jetzige ungesehene Stellung der gesekestreuen Uiinüerheit innerhalb der Mannheimer Israelitischen Gemeinde ist der. Erfolg der segensrei hen wirksam, 'eit von bereit Rabbiner Dr. Unna. Ls ist nur das Verdienst dieser Persönlichkeit, daß die Auf. rechterhaltung — ja. man kann sagen, Erhaltung lberhaupt -- der rituellen Einrichtuilgen innerhalb Mannheim nach den strengsten Richtlinien der Thun roh gesichert ist. Ani Freitag abend war die Symv goge bis auf den letzten platz zum Festgotlesdienste gefüllt. Nach dem üblichen Gottesdienste, der dlrrch «inen von dem Synagogenchor vorgetragenen neuen 12^ verschönert wurde, ergriff der I. Vorsitzende i>er Israelitischen Gemeinde, Herr ©betrat Max Goidschmidt das Wort, um Herrn Dr. Unna Dank zu sagen, fiir sein selbstloses wirken und seine wert- ,ollen Dienste für das Wohl der Gemeinde. In innigen Uli '121 richtete der parnes, Herr Direktor Rosenbäum, an oen Jubilar herzliche Worte der Anerkennung für sein stetes Interesse und seine aufopfernde Tätigkeit als Führer der Gemeinde. Sichtlich ergriffen gab darauf Herr Dr Unna seinen Geühlen beredten Ausdruck. Tiefbewegt von den: Eindruck der Stunde begann er mit den: Dank an 1 der ihn bieje Stunde der Freude hat erleben lassen; lann wandte er sich an die anwesenden Vorstände >er Gemeinde, deren Bemühungen es gelang, dem Liausrabbiner die Stellung eines Gemeinderabbiners >u sichern.. Mit -dem Wunsches daß ',1 ihm werter Kraft und Stärke zur Erfüllung seines hohen Amtes verleihen möge, schloß der Jubilar mit einem leb fasten Apeli a. seine Gemeinde, ihn in der Aus ührung seines verantwortnngsvolleu Dienstes zu rntersttitzen. Ein Schlußgesang des Synagogenchors beendigte die erhöhende Feier. Zn einer begeisterten Kundgebung gestaltete sich die am 12V 'Külö nach >em großen Saale der August kamey Loge einberufene Festveranstaltung, deren überaus zahlreicher Besuch beredtes Zeugni» ablegte von der Beliebtseit des geisttgen ©berhauptes der Gemeinde. Der vorzüglich geschulte Synagogenchor unter der bewährten Leitung seines Dirigenten. Herrn Theodor Bodenheim, eröffnet« die Feier mit einem erhebenden Gesang. Diesem folgte» ein von Herrn ©berstu dienrat Heinemann - Lndwigshafen verfaßter und. von dessen Tochter vorgetragener Prolog. Seiner Festrede legte Herr Studienrai Dr. Levi, Mannheim Ludwigshafen den Gedanken zugrunde, daß V'11.1' keinen Personettkultur kennen, vaß trotzdem unsere VD21 ''I'VII neben der M'12.1 1122 be sonders die 1'22 des 2211'v^l zur Pflicht gemacht haben, denn wir Zehren in dem S2N dir 1111 selbst, die er vertritt. So auch sei bw heutige Feier gedacht; besonders dem 221 1'2?1 sei die Huldigung dargebrackft. Der Redner flocht noch den Gedanken ein, daß heuer für den Jubilar ein besonderer ,12131 sei, 1'2 1131 ein Ruhepunkf nach 25 Jahren, dem Rückblick und Ausblick ge. widmet. wenn fj'2'tP'l sagt, so schloß der Redner, rtW»2 111121V1S1 so ist dieser Ausspruch in seiner ganzen Tragwett.' aus den Jubilar anzu. weiten; auch er hat sich ja 1^^211112 2«. wesen, irr dunkeln Zeiten sich in die .1111 versenk!. Möge es dem Gefeierten des Tages vergönnt sein, auch 21'2 11112 1B1P zu sein, noch in vielen sonnige» .Tagen und Jahren. Jul Aufträge des Synagogenrates überbrachte Herr vr. Julius Moje» die Glückwünsche der Ge. meinde und begrüßte gleichzeitig den Jubilar namenS des Badischen ©berrateS der Israeliten al» neue» Mitglied der gesetzesgebenden Landessynsde. Herr Joseph Traub sprach namens der Gemeindebeamten und Herr .Theodor Gräber im Aufträge der Vereinigung der ©stjuden. Den Dank für die Tätigkeit de» Jubilar» im Verein zur lvahrung der Iuteressen der gesetzostreue» Iiiöcntnms in Baden erstattete Herr Syin. Eduard Bauer, während Herr Rechtsanwalt vc. iu Staadccker die eijrigr iltii arl'i'ii a» ö.n Best red» Bne Brith Loge bervurstebeiiö erwähnte/ Vertreter der Bee>'digmi.e.-1>n>derschrii rühluie Sliibi.-nral Dr. Moses BnlletM'ieser den Ilti'ilaE Vorbild steter pflichttreue und Hilfsbereit N'nrauf der Festverfauutstung durch Herrn__ Lösfier, der ans Frankfurt »och am späten Ak inzn'ische» l,erbeigeeilte Freund und Aiitscln^er Jubilars, Herr Rabbiner Dr. Jacob Horvvitz gestellt wurde. In herzlichen Worten gedachte Dr. Horovitz der angenelunen langjährigen 3 Hungen zu Herrn Dr.!I»iia, |]>n feiernd als Lieblingsfchülei seines verstorbenen Vaters. H. Rabb. 'er Dr. M. Horovitz Vtf‘1 und als einer strebsamsten Vorkämpfer jüdischen Geistes jüdischer Wissenschaft. Für die Schüler und den Bund Jüdischer Ako miker (v. I. 2l. Heidelberg) dankte in zünden Worten Herr eand. med. Michael Würzburger ' unermüdlichen 21 und großen Pädagogen mit Gelöbnis -er Treue zur Fahne der Tradition. 1 ergriff Herr Rabbiner Dr. Unna selbst das il dankte allen Rednern für die vielen Beweise innA Freundschaft und beteuerte, daß er nicht ans perff lichem Ehrgeiz seine Zustimmung zu der heuti' Feier gegeben habe; ihm sei es mir darum zu gewesen, eine Gelegenheit zu schaffen» den Sinn Eintracht und Frieden innerhalb der Genreiii zu heben. Um den gemütlichen Teil des Aber bemühten sich in erfolgreicher weise: Fräuli, Uiathilde Lazarus und Herr Max Schuster (Sok Fräulein Gertrud Traub und Herr Siegftied Feh (Rezitation), Herr ©berkantor Eppstein, (Iargo, liedcr) und Frau ©skar Retwitzer mit Fräulein Lie! Bauer am Flügel, ©ppenheim'sche „Lebende 3iK>r Geschloffen den wohlgelungenen Abend. Anttsemittsche Sturmtrupp» ln Oberschlefien. Berlin, 21. Dezember. (I. E. JS.) Die vor einigt Tagen in Potsdam unter der Parole „Kampf geÄ Juden" gegründete Großdeutsche Arbeiterpartei hat t$n| Tätigkeit auf Oberschlesien ausgedehnt. In den letz! Tagen trafen aus verschiedenen Gegenden Deutschlar militärisch organisiert« Trupps, die rote Armstinden Hakenkreuzen trugen, in Gleiwitz, Beüthen, P-ttbor anderen oberfchlestschen Städten ein. Die Redner . .er Partei erklären offen, sie stehen auf dem Bodens bayrischen nationalsozialistischen Partei, da aber d^., in Preußen verboten ist, mußte sich die Organisation hi« einen neuen Namen beilegen. Deelln. Die Nachricht von der Verlobung des Reichska., lers a. D. Dr. WIrch mit einer Jüdin stellt sich als-rrfundq heran». " Oesterreich Ankündigung anttjüdischec Alaßnechme«. Wie wir vernehmen, hat der akädemischt Eenäs Wiener Universität am Dienstag eine Sitzung abge ten und den folgenden Bpschlpß.gefaßt:- . „Die Wünsche, welche die Bertreiev der deutsch. Studentenschaft in ihrer Denkschrift vom 27. 'Novei ber 1922 aussprechen, können schon au» dem Gnu nicht den Gegenstand von Beratungen ini akademisch. Senate bilhen, weil ihr Inhalt den 'geltenden geft lichen Besttmmungen widerspricht. ..Da«- Streben ' deutschen Studentenschaft, den deutschen Eharäkter Wiener Universität zu schützen, findet von Seite des an demifchen Senates volles Berstanhnis. Der akademische Senat ist sich der Tatsache bewu^ daß durch die zahlreichen wahllosen Auftrahmen v' landfremden zugewanderten Bevölkemngselementen die Heimatverbände österreichischer Gemeinden' auch t., nationvle Eharaktor unserer Ünloe-siM berührt wot den ist. Er wird Sach« der akademij Behörden sei in ihrem Wirkungskreise die Maßregeln zu ergreife welche geeignet sind, Ausländer, deren BillmNtzsati dem Niveau der Wiener Unlverfliät nicht entspricht, vc ihr fernzuhalten." ' Dieser Beschluß entspricht der Reck,tslage, - wie „ durch das Staatsgrundgefetz und durch die Berfaffun« der Republik Oesterrelch gegeben erscheint. Für bk Handhabung der Gesetze wird aber ein außerordenW bedei'tticher Zustand geschaffen. Der Senat kündigt Einführung der Sperre für „Ausländer", d. h. für difche Ausländer via facti an, nachdem er Mi/Jtitt Bedauern an dem geltenden Gesetz nicht rütteln km, Diese Ankündigung ist der offen angesagte Mißbr-m der Autonomie der Hochschulen, deren Wirkungsir», längst nicht mehr von Recht und Billigkeit bestinW ländern von de» „deutscharischen" Studentenschaft ÜÄ tc» liinter ihr stehenden unverantwortlichen ElemenW idiltieri wird. - -

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