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Neue jüdische Presse · 1922-12-15 · Heft 35 (15.12.1922) · p. Seite 4

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
20 (1922)
Issue
Heft 35 (15.12.1922)
Date
1922-12-15
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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itiU 4 Uem- Jliondji j.*1! frff Nr. äs BinirtU|H Jüdische Studenten werden Landarbeiter, um hierdurch ihrem Volke zu dienen, arische Studenten veranstalten Streiks und Prügeleien, um damit di« Durchsetzung ihrer „völkischen"' Belange zu erreichen. Die deutsche Universität in Prag, schwer bedroht von der Tschechisierung, war dieser Tage der Kampfplatz der brannten demscharischen Studeiuenexzeffe. Gesetztensalles. die völkischen Studenten wären im Recht mit ihrer Forderung gegenüber den« Rektor Stelnberg — sie sind es nicht — so war es zum mindesten eine potenzierte Dummheit, die Position der deutschen Minderheitsnation in der Tschechoslowakei durch eine derartige Hetze zu schwächen. Die Juden werden sogar in Prag bald darauf verzichten, nur bei den Wahlen und Dolks- Zahlungen als Deutsche reklamiert zu werden. Die Tschechen werden bei künftigen Beschwerden der i eutschen Minderheiten die gebührende Antwort finden, indem sie auf die erwiesene Duldsamkeit der sudetendeutschen Studentenschaft den Juden gegenüber Hinweisen. So zeigten sich die Dorkämpfer einer nationalen Bewegung, die scheinbar vergessen haben, daß nur Ideen im Leben der Böller entscheiden. Wir sagen dies einer Studentenschaft, die verbittert durch die trostlosen wirtschaftlichen und polnischen Verhältnisse. im Begriffe ist, sich .zu einer weihen Jnümiationale des Haffes zusammenzuschlteßen. Die Ausschreitungen in. Warschau, Lemberg. Klausenburg. Dien und Prag haben der Sache der in Frage kommenden Nationen wenig genützt. Arische Studenten, dient eurem Bolle, indem ihr an seinen positiven Lebensaufgaben arbeiten und bedenkt, daß die^Schwä» chung des Judentums noch lange kehre Stärkung des Deutschtums bedeutet! Uns Juden tut aber in einer derartigen Stunde not: Einigkttt? und das sagen wir Zionisten in voller Erkenntnis des Ernstes der heutigen , y«- feU9 hat der Board 'of Deputies tDeputiertenrat des «AffM» Ächeatmns) die fotzende Resolution einstimmtz angenommen: «Der Board of Dqntües drückt über die RatifiKerung des englischen Mandats in PaEstiM durch den. Bkillachund fÄne^ Zuftiek«ch«ktaus und oerpflMbt sich, -je Regierung «üt allen Kräften zu unterstützen und ihr in der Ausführung dieses Mandats behilflich zu f^m^ CDU Kundgebung des zmträlen Board ist darum bcheutfam. weil tn ihm olle jüdischen Richtungen Englands vertreten find.) Amerika Die awerllaoifcheu Inden und der Jüdische DÄttongreß. , Die am 26. November stattgefundene Konfeeenz der Rewyorker Inden .; .war von 471 Delegierten, die 158 Organisationen vertraten, besucht. In einer Resolution wird die Einberufung des amerikanischjüdischen 'Kongreffes gefordert, damit dieser zur Frage des Jüdischen Weltkongresses für den Wiederaufbau Palästinas Stellung nähme. (Ziko.) - - - Türkei Ein päpstlicher Vertreter io Lausanne. Rom. 28. November. ..Mornoie di Raum' moirwt, pt-.fi de piipftlidie Nuntius M agli on c in Lausanne ein»elrosse» ei rnd mir dem >nerikanis»I-.en Benreter eine Besprechimct Iip!.-. Zein 91ufrntl)uli in Lansonne bezwecke die W-.chrung der t'nieress.-n der »dri'tliciien Minderheiten iit der Türkei. Ugudo- und übraelitpolitik. Von Al Mischmarn. Deu Israeli:, das Zenkralorgan für das onhodox' Judentum, wie es sich stolz benennt, ebne das Eingeständnis feiner völligen geistigen Abhängigkeit voit einer tirchlichen Attfiaffung der Religion zu merken, liebt ec-, in jeder Wochennummcr leine Spalten mit heftigen Ausfällen gegen den Zionismus zu füllen. Soweit es sich in diesen Ammiiftn sowie i» seinen politische» Leimt» tein dabei um eure eigne Ideologie handelt, soll diese im Rahmen einer größeren Aussatzreihe über national? und religiöse Erneuerung adgehandeit werde», rnid der Nachweis thr absoluten llnzulänglichkeit und sinseibständigkeit dieser katholisierendcn Ausfaffung des Judentums erbt acht werden. Für heute handelt es sich darunt. die Politik und Kampfesweise des Israelit als p-ibiizistische Vertretung der Agudas Israel einer psychologischen Analyse und Würdigung zu unterziehen. Der Israelit befindet sich als der publizistische Fürsprecher der Agudas' Jsroel in einer wenig teneidenswerten Lage. Fast Iv Jahrd sind seit den Gründungssitzungen der Agudas JsroÄ im AnWuß an den Basler Zionistenkongreh verflosten. mrd^von allden Hoffnungen, die' jeder -ipcchihi^'rÄWW Jude, aiff Äis Gründung der- Agudas fetzen durfte,, hat sich/ nichts erfüllt. Die durch den Zionischiw herbeigeführte Akt-.- vicrung der Gemisier schien auch aüfRe religimen Kreise des Judentums gewirkt zu hcchen. und einzelne ihrer Gründer selbst mochten hpsiens daß'durch eine Bereinigung aller das Ak^ch«WäWn^etzchejahenden Kreise in Ostrmd-Wes^ün den-Men wie sitherneuen Welt, in'Palästina wie K 8er< Diäft«»ra n«üö rellgiöse Kräfte, Me:|n chen -Moffe«: schltÄmexten,, geneckt würdeu und einen' Auffchwung-nnd iesne h^ des religiösen Judentums^ herbeifsthren würde. SWtnchat eine Organisosion ihyM seinen sl^wetiig Ehrs gertzachL lyie die vomherein ÄitDrgäMM-MtstrÄtz^Ä Wischen Einheit geworden, dös siDjMtz<^^Kiyittel in.die religiösen' Kreise hereingetragen Hab Sucht man ' von einigen Sammlungen. löblich philanthwpsjchen Charakters ab. wie denen für die ukrainischen,und ntWhen Juden, oder von der hieH ünd dvü gefWeriert Ksiege, der jü- 'rischen Lehre durch die Orts- und.; Jugeydgr uppe, fo muß ma« konstatieren, daß die Agudcw JsrvÄ nicht' dieallergeringste positive LeisttnigausztSveisenhatl Es ist chr darum nicht gelungen,- in Amerika HürgendlveUien Anhang oder Erfolg zu erringen:' Soyeit?di<. jüdischen 'Raffen der RÄigion im amerikanischen S^melztie'grl richt völlig entfremdet sind, gehören, sie /-demMisrachi an, desstn dortiger Führer R. Meier'Peüin den.größten Anteil an drn Erfolgen des Keren- Hajeffod HÄ. - Auch in England hat die Agudas J;n»«k ein^ eigene Drgani- -ation nicht zustande gebracht üiid mußfe siMmit. einer, repräsentativen Bersammlung hegryigen^ die^dxr Borsitzende des dorllgen MsrachMWutzM^WpÄ^ vffett- Peht vielmehr selbständig und suchend da, gestaltet, .ringt weiter und überholtsich auch. Dos ist doch bsachlenswerr. So sind die verschiedenen Bilder schon verschiedenen Stadien ihrer' Entwicklung entnommen. Aber der Formel-Mensch gerät darüber nutzer Fassung. Doch der tiefer Begreifende möchte auch hjer ein werdendes Ganzes sehen.' Eine kleine Stufenlnter von Kunstentwicklung laust may auf und Meder: framdliche Landschaftskunsr, gemäßigtes Porträt und dann muber kompositorisch ausgeweitet, fast primitive Landschaft mit Reiffchen. traumhafte Expression und beschwörende Magie. Auch in der Graphik bedeutender und mehrfälliger Ausdruck. Ln allem: eine Künstlerin, dir bei genügender Selbstzucht ihre innere Vielfältigkeit auswirken und gestatten wird Md nur wachse» kann. — ' Dr. Weyl. Literarischer Anzeiger Höllischer, Reise durch da» jüdische Palästina. S. Fischer Verlag. 1922. Holitsche-rs Reisebericht verlangte, .wollte -man das Büchlein in der ihm eigentlich zukommenden Weife besprechen, zuerst eine Neim Abhandlung über den Dersaffer selbst, seine Entwicklung und seine Stellung zür wirtschaftlichen und geistigen Krise der Zeit. — Mit diesen Dorten ist angedeutet, daß Holitschers Schilderung auch nur ganz zu verstehen ist, wenn man sts auf sich wirken läßt Äs Ausfluß. derMstMwMdsreligiösen Stimmung dessen^ /der. -.-s^eseine Reise nach Rußland erschüttett.Md/'gelLutert. mit dem Herzen und den Lugen^«msfM.Äe iw-Moslau ausgehende Sonne.Glaubenden roy«nt>er^'nach Palästina.' versucht die M-nschyi in'chp«n''Leden und/ ihrer Arbeit aus dem Jnnersten -zU^^reffstn lü stcht gebannt vL" dem in seinen leMen Gründen ~ doch nicht auszuhÄlenden Tag des C h a l u z' n^-Hrläsiina. und seinem hier in neuer Form-sich auswirkrMrn religiösen und „kommunistischen- Drange zur persönlichen Verwirklichung innerhalb der Gemeinschaft^ , - Sie>,t Hölitscher so naturf.emäß vi-les - klarer und hiermit -m Wefenilichen richtig.'.^.^o >iMxnnt <ev.doch manches oder unterschätzt es. so seltsamer/Weise/die nattönale Bewegung der Araber..und.entdeckt/,-^- an einer anderen Srelle. in einem-Aussatz über/dtn Zion. Korr-' greß in der..Reuen Rundschau- — eigenartige Parallelen zwischen deu Führerff'der BolsHMiki.' und den Zionrstensührern. vergleicht D e i zm amn mir L e n in, Tschitfcherin mit Sokolow ü-.ja. nt.': --- vergleicht und übersieht den doch vorhandenen strukturellen Gegensatz von Zionismus und Bolschewismus, .beide als Ganzheiten betrachtet.— «'•» . l>c» in IlHteinmuv fei :irikizianisti!chc>n P.'Ii-il tev beut* jd;e» Aa if.at) leitete Ganz zus, iedoii dürste die Agudas Jsicel mich nicht mit Nugat it jciit, dem Land ber wil- Seiten gegettjeitigen llJiDitlDlamfeit in allen Lagern. Die | ooit tvi Agudas Jseoet heraufbeschworetten Get ter haben sich viel' gegen diese selbst gettiandt. Nachdem eine Rabbinerversainniltitig in Preßbtirg den Misrachi und Zietttsmtis in den leligiösen Battn getan hat, Hai jüngst.^ eine zweite Rabbinerversainiitl'.ing mit demselben Eis^^ die Agudas Israel ielbst als tnaskierrc zionistische Oi?* ganisation mit dem Eherent belegt, und der Jsruelit,.-^ der ztmächst die Preßbutger Entschlüsse als „Schofar-.ß rtif" vott Pratislatoa vetteidigt halte, dürste ir-it aller Älausulierinigskuttsi laimi die Autorisation der zwei teil RabbinervcrsüN'.tttltmg ausheden. Bon einer dttrch dtp Agudas Israel herbeigesührtett Einigung wird tvohl selbst ihr tühttsler Lobredner fdiim reden dürfe t. DaH gleiche wie von Ungarn gilt von Polen und Litauen, ’xa uittet Dem unheilvollen Einfluß von Dr. Pincha Kohn-Ansbach und Dr. Karlebach-Köln «ine außerar^ d-miiche gegenseitige LÜerhetzung der jüdischen MasseM stattsa»ü. die auf das Genieiiidelebeit stark zersetzenW wirkte. Dennoch tiat die Agudapoiilik non Dr. KohnZ; ztrgunften der selbstverstiindlichen Rechte 'reier ReliW gionsausübung auf natiottale Selvstentfaltung zu zichieu, bei den jüdischen Mafien kein Verständnis gW fundcn. und einttächtlg init den von den ungarischeW Rabbinern.mit di-m. Bann belegten Misrächisten ustW Zionisten sind die jüdischen Massen Polens und GaM ziens zur Wahlurne gesch eitren. und der Agudas JsroÄ angehörigo Rabbiner haben sich zusammei, mit ziosD slischen Politikern in den polnischen Reichstag mühlH lassen. Es bliebe also für Erfolge agudistischer PosiD noch Palästina übrig, aber hier Hot sie sich lediglich'»ick der Kritik, des Zionismus degtiügt. Selbst auf dem efaefr sten Gebiet der Ei ziehtttig hat die Agudas Israel völl^ versagt, und ihre v-enigen Schulen der Obhut hes ' scmten Misrachi iiderlaflet; ntüffett. Im selben Mo wie sich der . Israelit über diese negativen Leistung der Agudas Isrvrl ausschweigt, hält er sich zum/Emsi moruni über Palästina' berufen.' Es vergeht ka^rn e Nummer feines Wattes, die nicht voit Vorstößen, gegz das Religionsges.-tz' in.Palästina voller Entsetzey^ richtet. Wenri der -Israelit in seiner vorigen. Nur" z. B. tnisteilt. daß ein^Vertraüensmann der Agur roel,ln ,den/ Kolciiiem grbßeMißsiände auf. religiösem^ Gebiet infolge des Fehlens von -zuverlässigem Schcyui tirn gesunden hat., und weiter berichtet. daß-Herr si kin diese ^Klagen mit außerordentlichem Bedauern Eittrüstung entg<!gengenoinn>en hat, so HAie erfM können, '.daß-'viese- Dinge vom Misrachi aus dein'Karlf boder Kongreß', eingehend zur' Sprache gebracht'/ si' utid ebenso dürfle er auch wiffeNr daß das eiftfisd?^ gcnmitlcl die Entsendung^religiöser Arbeit^/U Schauchtlm nach Palnstina -ist, eine^ Aüfglthe/ dteD Agudas Israel' als .feibstiierständlich etschetNlNt 'tN Wenn der Israelit ferner Wtichtet^ daß sitm /ersken ' in der'letzten M<che; eine Maurerkwnzäh/iti^JeHls^ öfientlich. den. Sabhath entweiht habe. /so diitM^dse 'i : ie clc^e t * ^tätigt clt;.f ber: jtjit Dös Buch üW: ÄitW^ MesidHi^irÜich PildsiMAnspMW >ir beschenc -^' wruigen wt gcbenden. d'as ivir besitzM/ He Cv Beethoven/ Heranssteheben vlm Lrol/.DrÄ ' . Nicht mit' Unrecht hat/die erste Auftage .dies^ H chcs' eitie oeifälIigeM/isnöyche' ge^nden..'Auch sich! ir begeisteitt. GeradöHei ^8eethöv.tzy getm^ eigenen schlichken.BriesevtMiWuszeWÜnKmisoäiM interessanten Zeugnisse Oine^HÄ«W^ind'/Z^MP fett. So aber sehen wirUtnlDMMsönlichstekWW sein merkwürdiges Wes^ MMechW (entw«rern^ in BetzUiW-'ÄAÄyWWM ewige Wxrke. schaffen.- .Mey-:t^trhtxmäytzy»aWM Wort des Misters: .ManWim FMenHWWsq kcinen-.BeNhoiten,-/-Ess-r «LL.^«L-«k-IL zur Geschichte des /Wirkensfohlen. '. ‘

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