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Neue jüdische Presse · 1922-08-24 · Heft 27 (24.8.1922) · p. Seite 3

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
20 (1922)
Issue
Heft 27 (24.8.1922)
Date
1922-08-24
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Mit Windeseile rannte er durch die -Gassen ^des Städtchens, so daß ihn niemand erkennen konnte, 'und trat' in die Wohnung der Eltern Rubens. tker beugte er sich über das Bcttchen, worin der kleine üben-hoch lag, sagte dreimal hintereinander den sechsten Vers im dreiunddreißigsten Kapitel des fünften Buches Mosis/ und siehe da, Rüben öffnete seine Aeuglein, sah den Rabbi an und lächelte. Da strich der Rabbi mit seiner Hand - über'»seine bleiche Stirn und sprqch: * „Du mein goldener .Junge,, du! Wie konntest du nur das tun und dein schönes hoffnungsvolles Leben vcr- -schenken? Nun liegst du da, und die Leute glauben, du wärest nunganz und gar tot. Weil aber die Leute-das glauben, so sollst du auch nicht mehr unter den Leuten wandeln. Komm mit mir, ich besitze ein stilles Kämmerlein, das ich mein Herzenskämmeclein nenne, darin wirst du wohnen und — leben!“ ' Und es geschah also. Der Rabbi nahm den kleinen "Rüben in sein Herzensiämmerlein, aus daß er dort wohne und — lebe. Die Leute aber wußten nichts von dem Kämmerlein dcS Rabbi; auch seine Getreuen wußten nichts davon. - (Schluß folgt.) ( Literarische Randscha«. Reife durch das jüdische Palästina. (Bon Arthur Holitscher. ItzO.Seitein 15 Bilder und eine Karte, l922. Berlin W-., Bülowstr. 96, S. Fischer 'Verlag.) - Holitscher weiß im Christentum befer als im Judentum Bescheid lLv sieht er den,Talles in der Synagoge als ein Sterook-eid an). Doch ein Helles Auge, eine reiche, geschulte Erfahrung, ein ruhiges Urteil und die Seele eines Dichters sind ihm eigen. Seine Reise durch oas jüdische Palästina gibt daher dem Leser unendlich viel, dazu in anregender, aesthetischer Form. Man lernt tatsächlich Land und Leute kennen und gewinnt ein Urteil über das selbst - den meisten Golns-Zionisten doch theoretische und recht nebelhafte Erez Israel-Problem. Ein neues Misrachi-Bild *) „Japht' Elvkiin lejefeth w.'jisch.on bcoholö Schäm", Dieser noachidische Satz, der nach der talmudischen Deutung, „die Schönheit Japht's wohne in 'den Zelten Schcm's" von jeher aüssprach, daß auch Kunst und Schönheitssinn in den Dienst des jüdischen Lebens gestellt werden sollen, dürfte eine neue Beftärigung finden in »den Werken eines jungen, vielversprechenden Künstlers... . Herman ii Fechenbach, z. Zt. in München, Sohn, des ehemaligen Hotelbesitzers in Bad Mergentheim, darf es wohl nachgerühmt werden, daß er, wie ec selbst durch seinen jüdischen sinn sowie streng thoratrene Lebensführung beweist, auch seine Begabung in den Dienst echt jüdischer Lebensauffassung stellen will. Nachdem er durch kleinere Arbeiten ivie „Jüdische Eharakrerköpse“, ..das Taltis" und dergleichen, schon sein Verständnis für jüdisches- Deuten und Fühlengezeigt, hat er durch ein meisterhaft entworfenes und künstlerisch hervorragend ausgeführtes Misroch wohl sich den berechtigten Anspruch auf den Künstlernamen erworben. Originell ist besonders an dem Werke, daß cs nicht /ausschließlich wie bei den herkömmlichen Misroch-Bildern üblich, den Gedanken, und die Sehnsucht nach dem heiligen Ltmdc wecken will, sondern, den göttlichen Ursprung der Schöpsung einerseits, die Geschichte unseres Volkes anderseits künstlerisch.darzustellen sichbemüht. Meisterhaft sind die 6 Schöpfungstage, selbst das unter den Bäumen Edens sich schüchtern verbergende Menschenpaar fehlt nicht. Darüber sendet die Sabbatlampe ihren weihevollen Glanz aus, umrahmt von den Worten, mit denen wir das erste unserer Sabbath-Gebete einleiten: „Atho kidaschto es jänm haschewii", „Du hast, geheiligt den 7. Tag als Endzweck der Schöpfung von Himmel und Erde“. — Darüber prangen die . Symbole unserer Feste. Man erkennt aus jedem Strich, daß der Künstler jede Einzelheit der heiligen Ueberlieferung, die.ihm selbst auch heilig, festzuhalten sich bestrebte..' Doch auch der M i s r o ch - G e d a n t e selbst fehlt nicht, ja krönt das Ganze durch zwei markante Gestalten, einen iir Tallis und Tephillin betenden Juden zur Rechten, einen Jüngling mit dem Spaten in der markigen Faust zur Linten, um die Sehnsucht, nach Zion auszusprechen, die wir erfüllt zu sehen hoffen in unserer redlichen Arbeit, begleitet von frommem Gebet. Und besonders wer Gelegenheit hatte, den jungen Käinstler in seinem stets innigen, andächtigen Gebete zu beobachten, der fühlt sich hingerstsen, gehoben von den Empfindungen, die das Meisterwerk in uns zu wecken berufen ist. Als sinniger Ausdruck dieses Gedankens prangt der Say, mir dem wir uns von den Kinauth erheben: „Ki nicham Haschem. es Zionn.“ Getröstet hat der Ew. Zion, getröstet all seine Ruinen, und seine - Wüste gemacht zum Eden. Möge es auch ein Zeichen erwachenden Morgens sein, wenn , auch die edle Kunst das ihrige beitrage, Zions- Sehnsucht zu wecken und in echt jüdischem Sinne erfüllt zu sehen, auf daß wir uns bald für immer von den Kinauth erheben mögen und den Tag der Trauerin Festtag verwandelt sehen. . Stnttgari. - Rabb. Dr. Ansbacher. Bargersiraau 149« H. 4642« Best bewährteste Teppicha. Bettfedern-Reinigung. Vereinigung 5600, Fam. Wertheim, Eckeuheimerlandstr., grat. z. Hochzeit Levigard - Fiebermann ,1 B. im Rabb. Robelhain 50.—, Herr u. Frau Dr. S. Schwarzschild grat. z. Hochzeit Levigard 16.—, Dr. Paul Arnsberg dankt Fabrikant Weinschel, Stuttgart, 166.—, Dr. S. Schwarzschild u. Frau, anl. Bar Mizwoh ihres Sohnes 1666.—, Fritz Schneemann grat. Fritz Reumann z. Examen 1 B.- i. Rabb. Nobel-Hain 56.—, Ignatz Friedmann anl. Physicum s. Sohnes Jacob 5 33. i. Harry Goitem- Garten 256.—, Frau Fannn Rapp z. Jahrzeit ihr. Mutter 2 B. i. Simon Vogel - Garten 166.— Mark. Briefkasten. L. Aach der Gebührenordnung des Verbandes Bayr. Jjr. Gemeinden betragen jetzt die Schächtgebühren für Großvieh. 76 Mark und für Kleinvieh 25 Mark. Das Porschen wird mit 25 Mark bezw. 16 Mark berechnet. R. B. Litwinow, der hervorragende Diplomat Sowjet- Rußlands, heißt mit feinem Vaternamen Walach und ist als Sohn eines Chassids in Bialoftok geboren. D. Rausch-haschonoh fällt diesnial auf Samstag unk- Sonntag, den 28. und 24. September. $. 3). Auskünfte betr. der Einwanderung nach Eanada gibt das Canadian Immigration Office, Antwerpen 9 Quai van Dyck. Wocherr-Kaleuder. Samstag, 26. Aug. (2. Elnl), Sabbatanfang 6HH Uhr, sabbatausgang 6 Uhr 16 Min. Frkf. Zeit. Wochenabschnitt: Schauftim. Lains^ag, 2. Sept. (9. Elnl), Sabbatanfang 6>e Uh>-, Sabbakausgaug 7 Uhr 55 Min. Frkf. Zeit. Wochenabjchnitt: Ki seizei. . . *) Originalholzschnitt 356 Mk., Büttenpapier 166 Mk., Zu beziehen von Max Fechenbach, Mergentheim. - Frankfurter Familieunachrichten. Barmizwos, 26. Aug.: Erwin Herborn, Mainstraße 19, Berth. Lichtenaner, Klingerstr. 13, 2. Sept.: Benno Haas bei B. Karpf, Sandweg 26, Manfr. Salomon, Teilerstr. 13, Synagoge Börneplatz. Gestorben. Moritz Feitler, Resenstraße 5 — Emil Licbmann, 76 I., Oederweg 76 — Ella Stern, 68 I. — Charlotte Ertlinger geb. Schames, Palmstr. 9 — Beruh. Rosenthal, 59 I., Cronbergerstr. 46 — 'Anna Zucke rmann geb. Pfefferkorn, Hansa - Allee 18. Spenden. Eingegangen bei I. Heimann (Postscheck 41441): Inhaber der, Firma Beer, Sondheimer & Co. anl. 56. Jubiläum j. Ind. Rationalfonds 16 666, für Frankf. Zion. ,in eigener Bösterei täglich ■ frisch geröstet - za den billigst. Tagespreisen. Ceylon-Tee, rn — - , " Mischungen zu den billigsten Tagespreisen. rein und aromatisch 2 zu den billigst. Tagespreisen. “ Lieferungsmöglichkeit Vorbehalten. stellt sich zwischen 40 und 50 Jahren ein. Sie müssen alsdann beim Lesen nnd Ai beiten weiter abhahei. 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August 1922^ ’’ 1% Uhr,; Synagoge Friedberger Anlage. 4255

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