Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 20 (1922)
- Issue
- Heft 20 (30.5.1922)
- Date
- 1922-05-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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ch ns: rel ci Erscheint wöchentlich am Donnerstag. BezngSpreiSpro Bterteljähr: Bei der Post abonniert Mk. 9.—, Sei der Neuen Jüdischen-Presse Zusendung durch Streifband für Deutschland Mk. 60.00. für Ausland- 10 franz.. 5,schweiz. Frcs., 3 holl. Fl?6 ShMng, 2 Dollar jährlich, im BoräuS zahlbar. Redaktion und Expedition: Frankfurt a.M.,Langetzraße 7 Kernsprecher Amt Hansa 2903 Herausgeber: Saly Geis JnsertionSpreiS für die sechsgespalteneNonpareille-Zeile Mk. 5.—, für die Reklamezeile Mt. 15.—. Platz- und Datum- Vorschrift ohne Verbindlichkeit. Annoncen-Annahme bei der Expedition und in allen Annoncen-BureauS. — Konto Sei dem Postscheckamt in Frankfurt a. M. unter Nr. 4864. 20. Jahrgang. Dienstag» den. 3. Siwan 5682 (30. JRui 1922) Rr. 20 i: toi rsi lal ,1t a] Schowuans. JezifaS Mizrajint, die .Erlösung ' und Heraiissührung ii dem Joch? des aegyptischen Go ln?, war die Vorausung sür'Mattan Tauroh, für die Empfänglichkeit, die »rte und de» 'Geist der T anroh in sich aufziinehinen. ach/ ziPschen Jezijas' Mizrajim und Mattan Tauroh lag Weg. Denn den Geist de- Golus läßt sich seihst unter dm in Eindruck der größten Wunder, der wunderbarsten: 11« isialiung, der Ereignisse, nicht mit einem Male plötzlich ' ^I'cfjimcin, uns solange Sen Geist des Golus noct> wirkt,, das Verständnis für den Geist der Tanroh ein ge- »Givächtes. - - WijciS Mizrajim ist das'Primäre. Heraus aus d:m . zyptischen Golus, ..heraus mit seinem Körper und Herls mitseiner Gessuilmigl Von.' -Pesach- bis Schowuaus iri> der Weg gemessen, indem die .Tage gezählt werde», wti von Pesach, das. alljährlich Jezijas Mizrajim dem. laschen' Volke' für dia Dauer der .Zeiten ins Gedächtnis seu -soll, von -Pesach/ab wird gezählt. - - Lieben mal sieben Wochen werden gezählt. Mir belieben der Woche unterstellt: sich jeder einzelne' im sülchen'-- Volke dein aus der jTaural» zu ihm' sprechenden ' orte-Gottes. Mit sieben mal sieben Wochen unterstellt > ganze jüdische Voll! sein Geschick der Lehre, die ihm i: Mattan Tauroh am Sinai gegeben ward. Lieben ist (t Sabbat, siebenmal-sieden das '-Jobeljahr, - -Der-Sabbat mir der ganzen - Straft seiner sittlichen ib:: ethischen Auswirkung auf den einzelnen und das '.'Zeugnis für das.sozial gerechte Empfinden a r» vön Möttcsbeivnßtseilt gerragenen Ge'saintheit bedingen zander/'-llild'. haben beide Jezijas Mizrajim zur- Bor» H Dtzung: -' ' ach'kann..nur iik Palästina das jüdische Volk Zu mer. höchsten Bcstimninng heranreiscn. Doch dies kann, n Weg von heute aus inorgen sein. Selbst das Wunder Befreiung ans Aegypten und selbst die Offenbarung' Sinai.ließendas jüdische Volk nur versprechen „Naasc!nischma",, wir' wollen Dein: Wort befolgen und werden »n in seinen Sinn eindriugen." Und es bedurfte auch m noch euier vierzigjährigen Erziehung unter der Fühig eines Moses!''. '. 's : Verlangen wir -daher heute, da sich- Palästina dem.- »ischennVolke nach: zweitmisendjährigcm Golus wieder öffnet hat/Und Pit , die Hand des'jüdischen Volkes die öglichke'it 'gegtchen worden ist, wieder sein Mschick frei zu statten, nichis/Unmögliches von dem .jüdischen Aufbau, lper JudeVringt-insich ein Stück Golus mit ins Land, b:nur -stklmMlich -ekSnu inder Lust Palästinas dieses llustiim-schwinden. Freilich, ob der Weg lang- oder cz ist, 'das/Mugt von dem Willeii ab. Wenn.'der neue chuw ,jn Erez Israel von dein Willen beseelt ist, heni dischen Volke.ein jüdisches, vomGölustum befreites Land , geben.-damiwird die Kraft der jüdischen Seele schon; | Hie' Erkenntnis :der richtigen Richtung geben, dann, ird in Palästina/ bach Jezijas - Mizrajim zu Mattan mroh,'. P^ach' /zu /SchbWuanS - führen - und ein - jüdisches ilMKS« Erblühen,/ das Pie 'Blicke aller Völker nach' im - Knwenüen' wird. ,1 r:. I .; Ä- ' ' ' t: .... \}. . . . '- ..m - . . . Mlfsverei» dtzr Deutsche« Indern ' i ' ' ...Berlin, 23. Mai. In der orhentl/MitglstderoersaMilung des Hilss-!VechD§' der - D ckchis chE-rr^J n^est Hab Dr./ Ja nie S iin.^st-. P«t' BorsiAende,'Pinlettendi bin'' Bild von der gpWe' -AM Hungersnot den Untergang: g-fprHen rr>9berichteP alAirnnlüöer das' Hilfswerk.. - hü tmS^CUvI vUlU) IITIIIC, 'xjCiUvlUC 'Ut>'<vv1llU/, —. An. M HtSWurF lünd Bwchen/cköwir durch Mmstees!und ustd^Wbstgrenze wie üm-Rckiche. .Die in. geschlossenen - Transporten von Schiffahrtsgesellschaften zusammengsfaßteu ostjüdischen Emigranten >nit überseeischem Reiseziel werden in Berlin und Osnabrück mit. Eifrischiingen versehen, erhalten sanitäre Hilfe, Informationen über die Weiterreise und soweit erforderlich Nachtquartier. Den zu längerem Aufenthalt -genötigten Emigranten wird in den Büros des Hilssvereins in Berlin, Bremen -und Hamburg mnfassende individuelle Fürsorge zu teil. Es -handelt sich dabei meist um sehr verwickelte und schwierige Aufgaben —Besorgung von Pässen, Bisen. Hciniatspapieren, ' Verhandlungen ' mit Schiffahrtsgeselkschaften und Behörden usw.' .' . Von den 119 036 Emigranten, Hie im amerikanischen: Fiskaljahr 1920/21 nach den Vereinigten Staaten gingen, suchten 116566 Veripandtr aus. Deni Vermitilungsdionst des Hilfsvereins zwischen., den: Älnswanderern und ihren Berwandten fällt also einc.atlßerordentliche Bedeutung zu. -Die 'jüdische Äüstyänderung über Hamburg betrug im Jahre 192l rund 70.00 Personen, über Bremen 1723. Vom Bahnhofsdienst in Berlin wurden 1921 13 769 Personen versorgt, von dem Komitee des Hilfsvereins in Osnabrück 13163 Personen. Das AnswandernNgsproblent ist gegenwärtig besonders schwierig, weil einerseits durch die. Pogrome llstd' die lang-' jährige Hemmung, ver Auswanderung während des Krieges der Antrieb zur Auswanderung verstärkt, ist und andererseits die der Auswanderung sich entgegenstellenden Schwierigkeiten sich vervielfacht haben! durch die Abschlußpolitit einer. Reihe von Ländern sowie wegen der verwickelten: Paßverhältnisse und der'ungeheuercit Erhöhung der'Reisekosten.' -- . ' . ... Für das Hilfswerk im Osten, besonders in der Ukraine, wurden aus den noch nicht abgeschlossenen, gemeinsmn mit befreundeten Organisationen vorgenonknieiien Sammlungen des Hilssvereins, dte bisher ein Resultat von nahezu 3 Millionen ergeben haben, Mittel überlviesen. Vom Hilssverein wurden ui a. für die durch Pogrome und Mißernten. aufs schwerste heimgesuchten, südrussischen jüdischen-Kolonisten Sämereien im Betrage von M 100.003 gesandt: für die hnngerieidende Bevölkerung in Odessa und . Umhegend Vs Millwit Mark. Für die während de» Krieges nach dem -Innern Rußlands verschleppten jüdischen Familien, die in Wachsbilder Anzahl nach Litmten, Lettland und Polen znrückkshren,.ist zur EiurichtuNg von Werkstätte», Beschaffung von Maschinen, Werkzeugen usw. —. eine halbe Million Mark bereitgestellt. Eine tveiteta ha.lbc/Million Mark ist zunächst für die ukrainischen. Waisenkinder bestimmt, denen das' Uyterstützungswerk des HitssvKceins ganz besonders gilt. ' - ', In aller Kürze werden 50 ukrainische Waisenkinder nach Deutschland Äbernonnnen, Dies Liebeswerk. kann vorlänsig nur in kleinerem Rahmen -eingeleitet werden. Die nach Polen, Bessarabien und Rumäniur geslüchtelen Waisen-, linder finden bereits in weitgehendem Maße die liebevolle Fürsorge von Bettvandten> lokalen und ausländischen Organisationen.. ■ - v ' . Für die durch Deutschland hindurchgeführte». Transporte ukrainischer Waisenkinder stellt der Hilssverein seine Organisation und seine Beamten zur B'erfügung.- . 'Von seiner umfangreichen kulturellen Arbeit im Orient hat sich der Hilfsverein ^zurückziehen müssen. Sodann erstattete Direktor Jvachimssohn den Finanzbericht. Er betonte die unbedingte Nottvendigkeit,' dein Hilfsverein durch Bernte'hruNg' seiner Einkünfte auch weiterhin die Erfüllung seiner vielgesralttgen .Aufgaben zu ermöglichen.. - - . - - . Das Ende des Berbaudes-der deutsche» - '- ' - Jude«. Der große Ausschuß des Derbandes der Deutschen Juden hat in seiner Sitzung vom 23. April d. I. beschlossen, 1. in der nächsten zur Benneidung von -Kosten/in Verbindung nlil einem Geineindetag einzuberufenden Hauptversammlung die Auflösung de s/Verba ad es zu bean't.r-agen, ' ' > 2. mit 'möglichster Beschleunigung die laufende Tätigkeit des Verbandes-abzuwickeln und dg» Büro aufzulösen - uni» wegen UebrrttahMo mit dem D.J.G.B. .zu verhandeln. : Der . Verband, würde vor 18 -Jchren Mit der Ausgabe gegründet, die. vollgültige Zlnerkennung der Gleichberechtigung' der Juden und des Judentums in Deutschland di-rchzuseheir:!.Er-bestand: hauptsächlich aus - Vertretern jüdisch« Gemeinden -Und Orgänfsattonen und wurde in der. össentlichen jüdischen Meinung sttts als eine Motabe^n-Orgastfationl betrachtet. - Der' -Verband bemühte.' sich bei Gefetzes-- vorkagen in Parlamenten! zu-Gunschn der Gleichberechttgüng der Juden (pr'euß. Vollsschiilunterhattuiigsgesetz 1993, Eiystellung von 10000 Mark für finanziell schwache jüd. Gemeinden in den preuß. Schnletat 1908, Bemühungen um. einen Zuschuß für die Synagogenbeamten, für den 'sich' erst die preuß. Landesversamnilung der Republik im Prinzchk erklärte usw.) und betrieb jüdische Apologetik durch BorirägLL aus seinen Hauptversammlungen, „Indentag" genannt. dereM-' er fiins erlebte, durch Einrichtung eines apologetisthe» Archivs und apologetischer Kurse, durch ein Korrespondenz-- blatt und Herausgabe entspreche,ider Schriften Uno durch, einen Ausschuß für Kriegsstatistik. ' ' lieber die Gründe, die den Verband veranlassen, zu seiner Auflösung zu schreiten, äußert er sich wie folgt: - „Zu diesem Ergebnis hat für den Verband die Entwickelung geführt, welche die F r ag e d e r G e f am torg au i s a t i o n genommen hat. Der Verband selbst hat nach der Aenderung der Staatsverfassung zuerst daraus -hingewiesen, daß der langst erstrebte Zusam'nienschlüß der Kenieinden in einer Gesamtorganisation nun vettvirklicht werden könne und müsse. In einer Besprechung, zu der er die ändern beteiligten Vereinigungeii schon iM Frühjahr 1919eisilud, wurde eine gemeinsame Vorberatung mit einznladenden Vertretern des Gemeindebundes über die Mittel und Wege zur Schaffung der Gefaintorganisation beschlossen. — In diesen Vorberatungen vertrat der Gemeindebund« den Standpunkt, er sei der — inzwischen durch Artikel 137 der neuen Reichsversassung vorgesehene — Verband von Religionsgesellschafte,i oder mindestens die gegebene Grundlage für dessen Ausbau, während die Vertreter des Verbandes tvegen der Unmöglichkeit, die Satzung des Ge'- meindebmides ohne staatliche Genehmigung zu ändern, einen selbständigen neuen Zusmnmenschluß der Gemeinden befürworteten. Ein Satzungsentwurf für die Gesamtorganisation! wurde vom Verbände vorgelegt und gemeiasam durchberäteist int weiteren Verlaus der Grundlage eines vom Gemeinde^- bund vorgelegten zum Teil abändernden Entwurfs. Auf dem Gemeindetag am 23. Jamrar 1921 entschieden sich die Genleinden für die Schaffung der Gesamtorganisation durch Blenderung der Satzung des Ginneindebundes statt des vom ' Verband , empfohlenen selbständigen neuen Zusammenschlusses. Von Anfang an hatte der Verband betont, daß er feind Aufgabe als erfüllt ansehen -und 'sich aiislösen würde, sobald die Gesamtorganisatton — gleichviel auf welchem Wege — in Kraft getreten sei. Run ist zwar die' Satzungsänderung des' Gemeindebundes noch' nicht staatlich genetzt inigt: und auch seine Anerkennung als öffentlich-rechtlicher Verband der jüdischen R-eligionsgesellschaft in Deutsche länd 'noch nicht misgesprochen.'Aber einerseits liegt dem Verbände neben dem Gemeindebund unter-den neuen politischen Verhältnissen nur ein geringes Betätigungsfeld,, andererseits wuchsen trotz Einschränkung des Bürobettiebs' die Kosten unverhältnismäßig, sodaß die 'Ausgaben nicht inehr durch regelmäßige 'Beiträge der Gemeinden gedeckt wurden. Nachdem nun mich die Repräsentanten der größten jüdischen Gemeinde Deutschlands durch Ablehnung» weiterer Beitragslcistung für den Verband schon jetzt die Unterhaltung dess unentbehrlichen Büros unmöglich gemacht haben, glaubte die Mehrheit in der letzten Ausschnßsitznng die. Weiterführung der Geschäfte nicht verant-, lvotten zu können und, faßt: .aus diesrin Grunde den eingangs' berichteten Beschluß. ' '-..">.-/ ' Dir wichtige apologetische T ä t i g k:11, die 'der Verband bisher entfaltet hat, wird jedoch deshalb nicht -aufhören. Es ist gelungen, für ihre Fottfützrung einck' - selbständige Form zu finde,E und einen Grundstock für die Bestreitting der Ausgaben der nächsten Zukunft aus privaten Mitteln - anfznbringen, Hoffentlich wird dieser Aiisg'abe die' dmiernde tatkräftig: Nnierstützüng auch' seitensder Gemeinden nicht fehlen." Die aufaesckobeue Ratifirieruug Äes Palastiua-MaudateK. Von Robert Weltsch. : Die. Bölkerbnndstagung in Gens, die am 11. Mai. begann, hat sich ausführlich mit der Frage der Mandate und-- insbesönderetnit - der Frage des Paläftinä-Mchtdates beschäftigt. Die zionistische Welt war bereits darauf vorbe» reitet, daß diese für Palästtna -so eminent -wichtige: Frage in dieser Sitzung behandelt werden wird. Denn die Schwierigkeiten. die der ans der wiederholten Hinaüsschiebunst der Bestätigung, des Mandats sich ergebenden politischen: und juristischen Unsicherheit gefolgt '.sud^^habeu die Führer der. zionistischen Polttik veranlaßt, alle AnstrrnMingen M machen, um. die beteiligteu; Mächte daKr zu./bewegen, das Palästinamandat endlich, zu bestättgep.und vtldurch'in Palästina einen völkerrechtlichen legalen.-ZustÄP Hl schasfeu^