Mannheim
Compact Memory

Neue jüdische Presse · 1922-03-16 · Heft 11 (16.3.1922) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Neue jüdische Presse
Volume
20 (1922)
Issue
Heft 11 (16.3.1922)
Date
1922-03-16
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2692297-2693277-2693288--11793-2707295
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Leite 4. Neue Jüdische Presse. Nr. 11 SrKaffee Bnhland tS Ealsfirstrssse 56 - Kaiserstrasse 56 «glich erstklassige IV* Dnterhaltangsnmslk *91 telli dem deutschen Volke in seiner Frische und Schönheit zug äugig gemacht hat. Jugendbuch ist - eigentlich zu wenig gesagt: wie jede klassische Schöpfung ist das Buch fiir alle Lebensalter schrieben; der Knabe, der zum Jüngling Heranreifende, der 'Jüngling, der Mann, der Greis, sie alle werden eslieb gewinnen und mit dem ihrem Lebensalter entsprechenden Erkenntnisvermögen m sich ausnehmen. Die Geheimnisse der Jnsektenwelt werden in unterhaltender, spannender, humorvoller Erzählungsform» ausgedeckt, — und -mit dem Gefühl der Ehrfurcht vor denk Schöpfer dieser wunderbaren Welt legt der Leser das -Buch aus der Hand. Notizen. Der Verl a g ,Mor iah" versendet ein Rundschreiben' mit einem Hinweis aus die energische Wiederaufnahme seiner Tätigkeit. Mcht nur werden die meisten alten und fetzt vergriffenen Werke neugedrückt, sondern es soll auch eine größere Zahl neuer Werke dannächst herauskommen. Die Leitung des Berlages durch Fachmänner und Kenner des jüd. Wissens und jüd. Kultur verbürge eine erfolgreiche Tätigkeit des Berlages. Die Werke werden z. Tin Berlin, z. Tin Jaffa gedruckt. Das Rundschreiben enthält auch ein Verzeichnis der. interessanten, jetzt erschienenen, resp. demnächst erscheinenden Werke. Die Verkaufs-Vertretung für Europa hat die Ewer-Gesellschaft in Berlin übernommen. Anftagen sind cm Bialrk, Berlin-Charlottenburg, Savigny- - plcrtz 5 und in Palästina an Moriah Tel-Awiw, POB 149 zu richten. . Wocheu-Kaleuder. Samstag, 18. März (18. Adar). Sabbat-Anfang in Arankfurt 6 Uhr. Sabbat-Ausgang'in Frankfurt 7 Uhr 25. Wochenahschnitt: Ki Sisso. Porschas Po roh. . Wochengottesdienst: 6Hmorgens, 6 nachm, in den meisten Synagogen. Frarttfurter FamUieun achrichten. armizwos. Fritz und Franz Stern, Bockenheimerlandstraßc 115, Walter Keller, Koselstr. 54, Synagoge Königmoderne Hüte and Mutzen Fahrgasse 119 „Was wollen Sie denn?" rief er zornig, als der Kellner zu chm hintrat.' „Ach, so! Das hatte ich ja ganz vergessen." Etwas beschämt warf er dem Kellner ein Geldstück zu. .'„In jedem Falle aber," fuhr er wieder ruhiger fort, „auf Unser beider Wohl!" Mit einem Zuge goß er den Inhalt eines vollen Glases hinunter. „Es ist eine ganz verzweifelte Geschichte," sprach er wieder mit neuer Erregung,, „über die ich nicht hinwegkommen kann. Da steckt etwas dahinter, das ich nicht herausbekommen kann, und je länge.r ich darüber nachdenke, - desto schlimmer wird es. Daß sie sich nichts aus mir macht, weiß ich schon längst, aber ich glaube -nicht, daß dies der einzige Grund ihrer Gleichgültigkeit und Traurigkett ist. Es hat etwas mit ihrer Mutter und dem grinsenden, gelbhaarigen Kerl zu tun, der die Alte verrückt macht. Was mag diese nur mtt dem Menschen Vorhaben? Will sie ihn heiraten, ihrer Tochter zum! Trotz? Ich habe freüich den Menschen schon öfter in ihrem Hause gesehen, oder .sie treffen auch irgendwo zusammen; hatte aber ist es das-erste Mal, daß sie sich mtt chm in der Oeffenlichkett zeigt und chn dem ganzen Familienkreis aushalst. -Soll die Sache jetzt zum Abschluß kommen? Doch das sind Angelegenhetten der alten Dame! Aber sagen Sie mic, toas mtt Alice los ist?"^ . „Sind Sie denn.nicht beretts zwölf Monate mit ihr verlobt?" .„Es fehlen uwch vierzehn Tage," fiel Burger schnell chn- „Während dieser Zeit aber war ich volle fünf Monate abwesend, um dadurch chr Herz zu . erweichen. Ich glaubte, daß sie sich bei dem Wiedersehen ein. wenig erwärmen werde. Ich habe es settdem auch auf andere Art Mtt ihr versuchte: ich! war demütig, schmollend, hochmütig, wütend; doch nichts zieht; sie bleibt unnahbar, wie am' ersten Tage." * „Dann geben Sie sie doch einfach aus." „Was?" Das Wort schien aus feinen Lippen zu explodieren, Noch wurde der Laut von den Dorbeistürmenden Lbertönt, die auf das Glockenzeichen wieder in den Saal eilten. „Für was halten Sie mich denn? Für einen Waschlappen, der heute so und Morgen wieder so denkt? Ich hätte schön ausgesehen, wenn ich in Meinem Leben so verfcchren wäre! Nein, Mein Jungchen!" Er klopfte Klaßner mtt einem solchen Grimm auf die Schulter, daß dieser sich vor Schmerzen ducken mußte. .Kennen Sie mein Losungswort, mtt dem ich durch die- Welt gegangen büt: steinersttaße; Arth. Bodenheimer, Scheffelstr. 26, Edgar Netter, Langestr. 23, Heinr. Spiwak bei Lipinsky, Uhlandr straße, Synagoge Börneplatz. - Gestorben. Ernestine Louise Levi Wwe., 86 I., Leerbachsträße 21 — Saly Mayerfeld, 68 I., Reinhardstt. 12 — Joseph Kahn, 53 I., Schümann str. 71 — Aron Berliner, 84 I. — Auswärtige Familieuuachrichteu. G e st o r b e n. Emil Baer, 71 I., Halberstadt — Zadok Bonnist, Amsterdam — Hans Marx, 26 I., Hamburg — Beruh. Oppenheimer, 37 I., Dresden. Letzte Berichte. Jerusalem. Der Zustand des seit Wochen krank darniederliegenden ,Oberkommissars Sir Herbert Samuel ist nicht ohne Besorgnis. Speudeu. Bei der Nationalfondskommission (I. Heimaun, Postscheck 41441) gingen ein: R a b b. D r. N o b e l - H a i n. ' Frau Adele Meyer, I. Meier, W. W., Ludw. Grünebaum, Joseph Mayer, Manfred Rosenblatt dankt Herrn Knoller, Herm. Reis, Siegm. Levita,--Frau Bl. Frankeitthal, B. Katzenstein, Zeil 71, Fritz Selka, Rechtsanw. Julius Meyer, Adolf Kaufmann, Arthur Loewengart, I. Elberger, Martin' Oppenheimer 16 X 2 B.' — 32 Bäume. Jul. Kranenberger anl. Jcchrzeit, Hermanns & Froitzheim, Gerson Frohmann, Selma und Henny Schiratzky aus ihren Neffen Alwin Abba Schalem Schirapky, Marcus Goldschmidt, Jos. Schwabacher und Frau, N. Cassewitz, Sttnon Sichel, Siegm. Bloch,, Max Beis, Herm. Fröhlich, Dr., Max Michael, Dr. Fritz Ansbacher, Paula Frenkes 14 X» 4 B. — 56 Bäume. Alb. Arnsberg, Dr. Nebenzahl, D. E. Brass 3 X 6 B. — 18 Bäume. Salomon Stiebel, M. Gerstel, A.-G. 2 X 12 B. — 24 Bäume. Dr. S. Finkelstein-Berlin, Jacob Wolfs, Martin Stern 3 X 20' B. *=« 60 Bäume. Max Gottein-Wieu anl. Jahrz. f. s. Eltern Eduard und Frieda Goitein 40 Bäume. L. u. W. Levy, I. L. "Oppenhieiiner, Manfred Rosenblatt 3 X 10 B. 30 Bäume- - R. Ernst May-Hamburg, .Simon May, Leo Straus 3 X 1 8. 3 Bäume. Justizrat Dr. Hecht 3 Bäume. I. L. Goitein' z. Jahrz. f. Bruders u. s. Schwägerii» Eduard und Trude Goitein 5 Bäume. Gebr. Heppenheimer, Frau H. Horn, Gg. Forschbeimer 3 X 8 B. 24 Bäume. Dr. Carl Landauer 24 Bäume.' Büchsenleerung. Rosmer .6.55, I. Wodowsky 20.—, Liebermann 40.—, Gorbitz, Börnestr. 14.—, Gorbitz, Schäfergasse 65.50, I. Alohrer 17.45, Fischet.23.50, Eva Grombacher 22.—,,Stecgerwald 5.—, G. I. Mapp. 75.—, Prins 31.—, Kaiser! 11.—, Sigmann 22.65, Fürth 16.—, I. Gans 3.—, Kohn - - ---- -- - - / ' II II * ■ PW — Was ich habe, das halte ich, und was' ich noch nicht habe, das such: ich zu erhalten? Wenn also das alles ist, was Sie mir zu sage» . . . ." Er erhob sich- und folgte Klaßner mit einem stumpfeit Lächeln. Beide begaben sich wieder nach der Loge; vorder Tür wandte sich Burger mit einem entschlossene» Gesicht Klaßner zu. Dieser sah ihn erwartungsvoll an und harrte gespannt aus die Worte, die jetzt kommen sollten. Doch mtt einem uiwerstündlichen Murnreln drehte sich Burger um und. betrat die Loge. Die Vorstellung war beendet, und Klaßner verabschiedete sich, als gerade die Equipage vorfuhr, während Dr. Jarvis sich füll und unauffällig ebenfalls entfernte.-Stella, jammerte laut, daß sie kein Restaurant aufsuchten, aber Alice erklärte. Müde zu sein, und Burger war so unhöflich, die Wünsche seiner Braut mehr als die seiner -Schwägerin zu berücksichtigen. , Klaßner ging .mit dem Bewußtsein fort, einen angenehmen Abend verlebt zu Habers aber er atmete doch erleichtert auf, wieder in seiner eigenen Gefellschgst zu sein. Alle diese Menschen taten chm zwar leid, fogar der beständig lächelnde Dr. Jarvis nicht ausgenommen; aber er konnte ihnen mit dem besten Wttlen doch nicht helfen. Er sah trübe, unklare Verhältnisse für sie alle sich, zusammenspinnen, deren glatte, zufriedene Lösung er sich in keiner Weise denken konnte. Er legte den Heimweg zu Fuß zurück, um das Frohgefühl seiner Freiheit voll'.auszukosten, fortwährend läch:lnd, aber zu gleicher Zeit nachgrübelnd und, zu erraten suchend, was Burger chm wohl noch in der letzten Minute hatte sagest wollen. Es schien doch ein eigenarttges Verhältnis zwischen diesen beiden Verlobten zu herrschen. Welche, Ironie des Schicksals: Romeo und Julia auf der Bühne mtt Adolph Burger und Wice Mahlow als Zuschauer! XXV. Am nächsten Abend saß Klaßner' gemütlich! plaudernd mtt seiner Mutter, die alles haarklein wissen wollte, tvas die Dame mit der goldenen Brille zu chm gesprochen habe, ob er neben dem. schwarzen Mädchen! saß, ob er . mich in der feinen Kutschje nach! Hause gekommen sei, hauptsächlich aber, ob er eine Einladung erhielt, wiederzu!» kommen. Klaßner fühlte sich etwas abgespannt. Er war die vorige Nacht erst gegen zwei Uhr nach, Hause gekommen, und. heute hatte er einen schwer«« Ar bettstag hinter sich. Doch ließ er seine Müdigkeit nicht merken! . Wochenbett-Ausstattungen ’ Hugo Rothschild LangeBtraage 85. Telefon Hanes 9928. 10.45, S. Levita 7.70, Mühlselder, Merianstr. 101.85, Kon-' bitorei Freymark "38.50 Mk. < Bei der N. I. Pr.-gingen «in:; Jizchok den Oscher z.. 'Jahrzeit s. s. Vater Oscher beit Refoel 500 Jß f. Nationalst, 500 M f. Tachkemon «schule. Bernhard, Julius, Rud. Schmidt) Emma Geis je 1 B. z. Jahrz. f. Auguste Schmidt geb. Möller — 100 M Rud. Schmidt 1 B. z. Jahrz. f. Sußmann Wallach Rabb. Dr. Nobel-Hain. Max Grüneh/mm 1 B,'Felix Meyer u. Frau 10 B„ Jizchok den, Oscher 2 B., Rechtsanw. Dr. Michael Grünebaum 4 B., 17 B. 5 25.— M 425.— M ElwgesauLt. In Nr. 10 Ihrer gesch. Zeitschrift beschäftigen Sie sich . mit den Aeußerungeu der Agudoblätter über de Ham« und konstatieren dabei einen Widerspruch. Außerdem erklären Sie die Behauptung, daß Professor de Haan der misrachistischen Organisation Mitgliedsbeitrag entrichteals, einen politischen Schachzug, das heißt mit anderen Worte» eine Lüge. Ad. 1 teilen wir Ihnen mit, daß Professor de Haan nicht der erste und nicht der ziveite Vorsitzende der Agudo in Jerusalem ist, jcr, daß die Agudo dort eine. offiziell» Erklärung veröffentlichte, daß sie niemals ein Schreiben! an Storrs gerichtet habe. Die Delegation zu Lord Northcliffe war, eine Delegation des Waad Hoir Hoaschkenasi, welche aber auch Agudo - Interessen' vertrat. Der geistige Führer derselben,, der die Initiative dazu gab,' ist Sr. Ehrw. Herr Oberrabbiner Ch. Sounenfeld. Einer der Sprecher dieser Delegation war Professor de Haan. . Ad. «2. Daß Professor de Haan Zionist ist und zwar Misrachist, werden Sie inzwischen wohl aus der diesbezüglichen Veröffentlich,ung des Misrachi - Sekretariats im „Dim Hajom" 4» Jerusalem entnommen haben. Professor de Haan konstatiert auch' seine Zugehörigkeit in seinem Artikel in der „Times". Im Interesse der Wahrheit ersuche ich. Sie gesl. um Veröffentlichung dieser Zeilen in der nächsten Nummer Ihrer gesch. Zeitschrift. Für die Redaktion der Agudobkätter. D r. Eh rin a n », Vor allen Dingen müssen, wir bitten, unsere A«Sführungeil richtig zulesen! „ Konditorei und Cafö Ph. Laubenstein Hohenzollernstrasae 18. Telephon: Hansa 985. Spezialität: Ananas-Törtchen und Pralinds. und gab der alteii Frau lächelnd und bereitwillig Antwort auf alle ihre Frage», ganz besonders, weil irgend eine brunruhigenoe Erwartung ihn' wach hielt, das Gefühl eines seltsamen Ereignisses, das ihm 'bevorstand, über das er sich aber keine Rechenschaft geben konnte. Er dachte Aber diese fremdartige Empfindung' nach und fuhr erschreckt) zusammen, als er ein leises Pochen an der Haustür vernahm. Er ging zur Tür, löste die Sicherhettskette, die die' vorsichtige Alte schon vorgelegt hatte, während sein Herz gewaltig hämmerte. Er wußte aber nicht , warum. „Guten Abend, Herr Klaßner!" Sowohl die^Stimme als auch die ganze Art des Fremden kam Klaßner' bekannt vor, dennoch wußte er nicht, wen er vor sich hatte. „Treten Sie näher, wenn Sie. mich sprechen wollen," sagte er und trat zurück, um dem Ankömmling den Gang frei zu machen. „Wenn Sie gestatten, möchte ich, eintreten." ■ Kaum aber war der Lichtschein ans den Fremden gefallen, als Klaßner wie erstarrt stehen blieb. „Herr Strömer!" rief er heiser. „Jawohl, und da Sie wisse», wer ich bin, kann ich wohl wieder gehen." Klaßner sah chn einest Augenblick scharf und durchdringend an und winkte chist schweigend »ach dem Zimmer, wo er , ihm einen Stuhl anbot. i „Nehmen Sie Pjatz, Herr Stromer." ' . „Ich danke Ihnen," sprach, dieser einfach und ließ sich schwer auf den Sch niedersinken) während sich ein hörbarer Seufzer aus seiner Brust löste, der eine Erleichterung und Erlösung nach einer großen Anstrengung z»i sein schien. ... . ' „Es wundert mich nicht, ^daß Sie mich kaum wiedererkanntrn," fuhr der ehemalige - Bikar ohne Ä^rwirrnng fort. „Ich glaube, selbst am Tage wäre es Ihnen schwer geworden, Ihren eigenen Augen zu trauen. Ich komme deshalb spät in der Nacht, weil ich, sicher fein wollte, Sw anzutreffen. Daß ich dricht Mehr das geistliche- Gewand trage, Mag ebenfalls beigetragen haben, daß Sie Mich nicht gleich erkanntest." (Fortsetzung folgt.) *'

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.