Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 20 (1922)
- Issue
- Heft 10 (9.3.1922)
- Date
- 1922-03-09
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 3. <9h. 10 Neue Jüdische Presse. MSK pOMSV^dl In sllen Ahteilnngen kMHIAUfiS-MvIIMM ■■■■■■■■»■■■■■■Ml'' auserlesenen Geschmacks in erstklassigen Qualitäten. Beachten Sie unsere Schaufenster., Prüfen Sie Auswahl und Preiswflrdigkeit. beim, das Jsr. Kinderhospital usw. usw. sowie, eine Reih« städtischer sozialer Institutionen wissen von dieser Pflichterfüllung zu erzählen. " : Der SO. Geburtstag gab. daher Beranlqssüftg zu vere schiedenen 'Ehrungen' seitens .der Mlgemttnhech. So ließ! die Stadt Frankfurt durch Bürgermeister Graf eine Mannfeld-Radierung überreichen, und so. voltzog König stein i. T. die Ernennung zur Ehrenbürger i n. Sieg fr. Bredig, Börnestr. 28, begeht am II. März den 70. Geburtstag und sein Zöjähriges Jubiläum bei der Firma Leo. Hamburger. Einweihungsfeier des jüdische« Museums. In dem Sitzungssaale der Jsr. Gemeinde hatte sich Montag mittag ein geladenes Publikum zur Eröffnung des Jüd. Museums versammelt. Justizrat Dr. Blau, der Vorsitzende der Gemeinde, begrüßte die Mitglieder des Hauses von Rothschild, die Vertreter der Stadt usw. und dankte besonders Julius Goldschmidt als dem Manne,"dem das größte Verdimrsti an dem Zustandekommen des Museums zugeschrieben werden müsse. Julius Goldschmidt schilderte sodann die Entstehung des. Museums. Wir geben seine Rede iw der vorliegenden Nummer wieder. Stadtrat Dr. Ziehen als Vertreter der Stadt' fand sehr sympathische Worte für die Bedeutung der neuen Institution. Erhofft, daß auch sie dazu beitrage, Verständnis für die kulturellen Leistungen des Judentums zu Verbreitens und wünscht daher den Ausbau des Museums, damit es eine große Schausammlung zur Kulturgeschichte des Judentums werde. Als letzter sprach Direktor Müller vom Historischen Museum der Stadt Frankfurt. Er verwies besonders, auf die Seltenheiten der SaMmlung, wie die als Leihgabe! von Louis Koch, gestiftete Sammlung jüdischer Brautringe, wie das von Frau HetMann Krmner zur Verfügung gestellt^ Maimonides - Monunment aus dem 15. Jahrhundert. . Sodann schloß sich, ein Rundgang durch das Museum an. Es 'macht bereits jetzt einen geschlossenen Einoruck und fesselt das Interesse des Beschauers. Gemeindevertretung der Jsr. Gemeinde. Eingangs der Sitzung wurde für den zurückgetretenen Dr. Eduard Straus Leopold Levi eingeführt. Dr. Geiger beantragte im Namen der liberalen traktion 30000 Mk. Vorschuß an das Heinemannsche yzeum. Da ein gleicher Antrag der konservativen Fraktion vorlag, so wurde der Antrag einstimmig gefaßt. Justizrat Dr. Auerbach als Referent der Finanzkommiss io o begründete deren Anträge zum Etat. Ihr Antrag, 5% der staatlichen Einkommensteuer als Steuersatz für das am 31. März ablaufende Jahr zu bewilligen^ wurde angenommen. Die weiteren in der gegenwärtigen Sitzung vorgelegten und eine lange Debatte hervorrufenden Anträge der Finanzkommiss ion betrafen das Krankenhaus. Das in großzügiger Weise aufgebaute und Medizinisch erstklassig eingerichtete Krankenhaus ist bei den durch die Ungunst der Zeit täglich steigenden Unkosten ein 'Schmerzenskind der Gemeinde geworden, und es bedarf durchgreifender Maßnahmen, ‘ rgn hier nur emigqvmaßen zu bremsen. ' Bor allen Dingen ist es notwendig, daß die Betten stets belegt sind, damit der Apparat der Anstalt voll ausgenutzt wird. In dieser Hinsicht ist noch vielerlei zu wünschen. Es wurde deshalb beschlossen, daß das PflegcfaMt einen Appell an die jüdischen Aerziq und an die Mitglieder der Gemeinde zu regerem Besuch ergehen läßt. Dann soll das Gutachten eines Fachmannes eingeholt werden, auf welche Weise die Zahl der Angestellten verringert werden kann.'Heute ist es so, daß auf.je 1 Krankens 1 Angestellter kommt. ' ' Für mindestens die 1. und die 2. Klasse soll die freie Aerztewahl eingeführt werden. Soweit die Rechte der Gemeindemitglieder dadurch nicht geschmälert werden, sollen, andere Kranke. zu erhöhtet« Sätzen ausgenommen werden können. ' Schließlich soll eine gemischte Kommission gebildet werden, um die Organisation des Krankenhauses zu überprüfen. . f Der Antrag, die kostspielige Infektionsabteilung zu schließen, wurde abgelehnt, da nurnoch! das städtische KranM-mtz. eme rituelle 3 stigung' Nicht ^erMögll sich dort! Coatüme, Mäntel Nachmittagsuml AbenMeiäer nach MaBS. - Vorteilhafte Kaufgelegenheit zurüdkgesetzter seidener s Modell > Kleider. > Nerger, Hochstr. M pl. Kleine Kattien. Wir machen Interessenten auf die Bekanntmachung des: Vereins zur Aussteuerung hiesiger israelitischer Bürgerstöchter im Anzeigenteil dieser Nummer aufmerksam'. Nach den Statuten des Vereins können Aussteuern gewährt - werden an Mädchen, deren . Ellern seit mindestens sünf Jahren das hiesige Bürgerrecht besitzen, und -b!t Vorstands» mitglieder.^sind verpflichtet> die Namen-drr Mädchen, welche eine Aussteuer erhalten pder erhalten haben, geheim zu halten. Der Talmud-Thora-Verein macht seine Mitglieder auf die am SonntaK -den 12. März, abends 6‘/i Uhr im Hörsaal der Gemeindesynagoge Börneplatz stattfindende Generalversännnlung ausmerksam. Außer den regelmäßigen Schiurim finden im Talmud- Thora-Berein (Hörsaal der Börneplatz-Synagoge) in den nächsten Wochen folgende. Vorträge statt: Samstag, 11. März 3/i Stunden vor Nacht: -Megillath Esther (Dr. Speyer);! Sonntag, Id. und 26. März nach Mincha: Dinim schel Pesach (S. Unna); Sonntag, 2. April nach Mincha, Samstag, 8. April, 3/i Std. v.^N. und Sonntag, 9. April, nach Mincha: Hagadat schel Pesach. 'Zu diesen Vorträgen ist. insbesondere auch die Teilnahme von Damen: erwünscht. . Vhctnlfuxtct Seconftnltnngen. Tal m u d - T hö r a - B e rein (B: Dr. Braun, G : Groß, L: Lipinsky, U: Unna, O: Oelbaum), Hörsaal Börneplatz. Samstag, 11*): Schulchan Aruch (U), 3>/r: Rasch i (L), nach Miiicha: Mikro (U), % Sw. v. Nacht: Bottrckg» über Megilath Esther. (Dr. Speyer). Sonntag, nach Schacharis: Mischna (G), 9: Schulchan Aruch (L), 9i/2*): Gemoro (U). Montag, nach Schacharis: Schulchan Aruch (U). Mittwoch, nach Schacharis: Mischna (G), 61/4: Chauwaus Halewowaus (B). Donnerstag, nach Schacharis: Schulchan Aruch (U), 81/2*): Gemoro (U). Freitag, nach Schacharis: Mischna (G). Fortbildung für jg. Leute: Samstag 3—1, Montag, 7Vi und 8, Mittwoch, 7%: Gemoro (U. u. G.). Fortbildung f. Knaben: Samstag, 3: Schulchan Aruch (Abt. A. (U), B. (O), C. (O), D. 4i/s (O), 6V2: Gemoro (U). Montag, 4r/-: Mischna (Mt. 6. und I> (U), Dienstag. 6: Mischna 8. (G.), 6: Mischna, A. (U), Donnerstag, 6: Gemoro, A. (U), Mischna, B. (G ). Schiur für Damen: Sonntag, 6: Dinim (U). Ez Chajim (Dozenten: Liverhänt, Turcknski Temersohn, Schereschewsky), Kurse in acht Klassen und einer Borbereitungsklasse in Chumesch, Tefilloh, Mischna, Gemoro hauptsächlich für Schüler hiesiger Schulen, Zahl der erteilten Stunden 70, Unterrichtslokale Hermesweg 2? a und Unterlindau 23. d. Sonntag, I1/2—4V2 a Montag—Donnerstag, 2i/s—8V4 „ Samtag, 2Vj—5. . „ Montag, Dienstag, Donnerstag, 51/z—?'/s h~ Samstag, 53A—63/4 „ Verein Hauptsynagoge, Samstag, 53/4, Hauptshnagoge: L.ehrvortrag (Räbb. Dr. Salzberger), Sonntag, Bolksbildungsheim, 41/2: Purimfeier. . F.reies Jüdisches Lehrhaus, Elisabethenschule, Samstag, 8 Uhr: Jüdische Erneuerung im Spiegel der jüngsten Dichtg. (Dr. Salzberger), Sonntag, 10V) (Hochsches Konservatorium): Religion als Gegenwart (Mart. Buber), 11: Chassid. Texte (Mart. Buber), Verein selbst, isr. Handwerker, Dienstag, Langestr. 26, 7 Uhr: Purimfeier. Jsr. Taubstummenverein, Samstag, Festsaal Cafe Bauer, 7i/»: Purimfeier, Sonntag, Cafe Goldschmidt, 8: Generalversammlung. R. P. Beis-HaMidrasch, Rechneigräbenstr. 5, 'Sonntag, 6: Hesped auf A. I. iDzialoszynski s. A. (Rabb. Krieger). > Jüd. F r auenvereinigung, Sonntag, Hörsaal, 6: Vortrag (Dr. Breuer). Das neue Museum jüdischer üuustdeukmäler in Frankfurt a. M. Bon Julius Goldschmidt. Wir sind im Begriffe, ein Museum jüdischer Kunstdenkmäler LU eröffnen, das natürlich noch bescheiden zu nennen ist, das aber hoffentlich mit der Zeit eine Sehenswürdigkeit unserer Stadt werden wird und eine Fülle von Anregung bieten dürfte für Künstler, die in Zukunft berufen werden zur Erbauung von Synagogen und-zur Schaffung von Kultus-Gegenständen für Synagoge und Haus. Auch für Fachstudien wird es mit der Zeit und vielleicht jetzt schon reiches Quellemnaterial bieten. . Den hiesigen Museen soll sich dieses vorerst bescheidene Unternehmen würdig ängliedern. Seine Eigenartigkeit darf das allgemeine Interessen beanspruchen. - Die Entstehungsgeschichte des neuest MuseMns beginnt Mit der Gründung der. „Gesellschaft zur Erforschung jüd.'Kunstdenkmäler". Im Jahre 1897 wurde auf Anregung des so . früh verstorbenen Direktor Frauberger, Direktor, des Düsseldorfer. Kunstgewerbe- Museums, unh durch.die Initiative von Charles Hallgar ten , hier>; diese Vereinigung mit dem Zwecke gegründet; alles , zu sammeln, was sich auf jüdische Kunst bezieht.' Der .kleine -AüM der sich diesem Unternehmen a'nschloß, ahnte damals noch nicht,- welch großes Feld da zu bearbeiten , ist. .In ganz ftn^er Zeit hatte di«. Tätigkeit Oifehkacber Drucklalt-Anlage Offaababka. M. Telefon 123. Unübertroffene Teppichreinigung mittelst Druckluft. von Direktor Frauberger allen erst gezeigt, was auf diesem Gebiet geleistet werden müßte. Frauberger begann, auf seinen mminigfachen Reisen Photographien von Synagogen und Kunstwerken zu sammeln, er schickte Künstler an viele Plätze, um Zeichnungen anfertigen zu lassen, er sammelte Bücher, so daß die Gesellschaft heute eine stattliche Bibliothek besitzt, die demnächst in«. Parterrestock des ehemaligen Bankhauses M. A Rothschild in 'der Börnestraße weiteren Kressen zugänglich gemacht werden wird, er fand eine Reihe sehr interessanter Handschriften und wußte sich Photographien zu verschaffen von einer großen Zahl hervorragender hebräischer Manuskripte mit reichem Miniaturschmuck, die . sich in öffentlichen- und privaten Bibliotheken zerstreut vorfanden. Auf diese Weise wußte er, mit den geringen Mitteln, die wir besaßen, einen Grundstock für ein Museum jüdischer Kunst zu schaffen, an dem sich Laien erfreuen konnten und Künstler und Gelehrte eine Fundgrube reicher Anregung fanden. Um größere Kunstgegenstände M erwerben, fehlten die Mittel, man mußte sich'daher beschränken, das Gesammelte literarisch zu verwenden. Es erschienen-bis -1913 acht Hefte schön ausgestatteter Publikationen der Gesellschaft und außerdem dreizehn Notizblätter, die das gesammelte Material veröffentlichten und sich des allgemeinen Beifalls erfreuten. Es war von Anfang an das Ziel der Gesellschaft, Kunstgegenstände zn sammeln und irgendwo zur öffentlichen Besichtigung auszustellen, um das Interesse für den Ausbau dieses Unternehmens in weite Kreise zn tragen. In Paris : im Museum Cluny war -in den 80er Jahren durch den Ankauf der Sammlung Strauß biederste derartige jüd. kunsthistorische Ausstellung eröffnet worden, uM1887 fand in London die Anglo Jewifh Historical Exhibition statt. Hier in Deutschland, wo das MuseuMswesen sich überall in hervorragender Weise entfaltet hat, waren in dieser Hinficht nur kleine Anfänge gemacht worden. So wurde vor dem Krieg geplant, daß das hiesige Historische Museum ausgebauL werden sollte, um besondere Räume zu schaffen', fürdeff Bestand der jüdischen Kunstgegenstände des Museums mü» . derjenigen der Gesellschaft. Alle Pläne aus kulturellem Gebiet hat der furchtbare.Krieg zerstört, und die Nachkriegszeit war bisher solchen Unternehmungen auch nicht sehr günstig. Trotz Ungunst der Zeit kann nunmehr durch das Zusammentreffen günstiger Momente ein jüdisches Musegyn eröffnet werden. Dieses Hans, das frühere Geschäftshaus der von Rothschild'scheu Familie, wurde duvch die Mnniftzenz von Frau Baronin Edmond von Rothschild km Jahre 1912 der Israelitischen Gemeint»; für Gemeindezwecke geschenkt. Nachdem e3 mährend dev 'Kriegszeit wohltättgen Zwecken nutzbar gemacht worden war, wurde es voriges Jahr einer gründlichen Renovation unterzogen. Freifrau Mathilde von Rothschild uiü» Baronin Edmond von Rothschild steuerten hieq« die Hälfte der enormen Kosten des Umbaus bei mit dem "Wunsche, daß die allen Bureau-Räume im ersten Stock, ätz dem Zustande pietätvoll erhalten bleiben sollen, wie sie bis zuletzt von Freiherr Willy von Rothschild benutzt wurden. . Freifrau Mathilde von Rothschild erfaßte Mit Freuden den Vorschlag, an diese Bureau-Zimmer ein Museum jüdischer Knnstdenkmäler .artzugliedern und gleichzeitig in den Bureau-Räumen alle auf die Familie von Rothschild bezüglichen Reminiszenzen und Erinnerungen zu sammeln und auszustellen. Sie hat überdies eine Reihe wertvollen . und interessanter jüdischer Kunstgegenstände aus ihrem Besitz dem neugearündeten Museum zugewiesen. Der Magistrat der Stadt Frankfurt überließ den ganzen reichhalttgen Besitz an jüdischen Kunst» genständen, die sich bisher iM Historischen Museum befand«», als Leihgaben. Den Vertretern der Stadt sei im Namen der Israelitischen Gemeinde und der Gesellschaft mit dem Wunsche gedankt, daß wir weiter dieses schöne Werk intz Interesse der Kunstbestrebungen unserer Vaterstadt gemeinschaftlich ausbauen mögen. Eine Reche Freunde haben prachtvolle Lechgaben gespendet. Zn danken ist auch allen denen, die Beiträgesür die Unkosten und zur Einrichtung stifteten. Wenn das Museum erst eröffnet sein wird, werden sicherlich noch vom vielen Seiten Geschenke und Lechguben zufließen. Ganz besonderen Dank und Anerkennung verdient Prof. Mü klar, der mit drei freiwilligen Helferinnen — Rena Rosenberger, Frl. Feisenberger und Netter — die ganze Einrichtung des Museums in mustergültiger Weift! geordnet hat. In verhältnismäßig kurzer Zeit hat er dis große Arbeit vollbracht, um am 5. März fettig zn werden, an dem Tage, an dem die allseittg hochverehrte Freifrau Mathilde von Rothschild ihren 90. Geburtstag in bewundernswerter geistiger Fttsche' seiette. Diesen Jubilarin, die sür Wohllättgkttts- und Kunstbestrebmkgen in ihrem segensreichen Leben so Großes für Frankfutt geleistet hat, wollte die Stadt, die JsraelitischeGeMeinbq und unsere Gesellschaft' durch die Eröffnung dieses Museums ein Angebinde überreichen, s» dast kommende Geschlechter dauernd in Verehrung und Hochfchätzung. gedenken werden dieser edlen Bürgerin unserer Varer» stadt und dieses hervorragendsten. Mi.tLlietzhM unserer Gemeinde.' - - - . Konditorei und Cafö Ph. JL an b e n s t ein Hohenzollernstrasne 18. . Telephon : Hansa 985. . Spezialität: Ananas-Törtchen und Pralinös.