Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 20 (1922)
- Issue
- Heft 6 (9.2.1922)
- Date
- 1922-02-09
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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33 kr. K TiferesBachurim, Sonntag, 8»/-, Langestr. 33: der Frankfurter Judengasse (Wilh. Rosen). Nonserv. jüd. G e m e i n d e - B c r e i n , Samstag, ,, Hörsaat Börncptatz: Ei» Jahr Gemeindevertretung ivhtali Fromm). > Jüd. F r auen ve re in igu »g, Tonntag, 6, Hör. l Fricdb. Anlage: Pslichtenkreis d. jüd. Frau (Dr. Jos. nier). Synagoge U n t e r l i » d a u, Montag und Mittel. abends S'i: Dchiur. Auf dem alle« Friedhof iu JekatertnoSlaw. Ich besuchte den heiligsten Ort der Juden — den Fried- Weit, einige Werst weit, hinter der Stadt liegt der c Jekateriiwslawer Friedhof. Biete alte halbzersallene »kmäler bedeckten die große umzäunte Grabstätte. Gräber i jüdischen Volkes, - darunter von Märtyrern und Gelenen. Aus dem größten Teil der Gräber waren ehemals ine Mausoleums oder Denkmäler nach Art der Karäerämäler aufgebaut. Jedoch die Frevelhand der russicn Banditen hat auch diesen Ort nicht verschont. Zerstört: d die Denkmäler und Mausoleums; die Holzteile, Dächer d Ziegel verschleppt nach allen Windrichtungen. Wie ene Wunden gähnen die aufgedeckten, geschändeten Gräber. beschatten keine Trauerweiden die Asche unserer Väter d Mütter, denn auch die Bewaldung ist vollständig ausortet. Gleich am Eingang besinden sich Wärtcrhaus und Halle. , Sommer 1920 ließen sich dort drei junge Männer tei. Niemand wußte, wer sic seien und woher sie nen, denn sie sprachen mit niemandem ein Wort. Deck nzen Tag, gebeugt über große Folianten, disputierten sie er die Talmudtraktate und sprachen dreimal am Tage Gebete. Sonst aber kümmerten sic sich um die Umwelt c nicht. Die lkunde von der Ankunft der drei Unbekannten b von ihrem merkwürdigen Betragen verbreitete sich bald der Umgegend. Die geheimnisvolle Hülle, die die Anmnlinge umgab, und ihr frommes Tun zog große Massen »gieriger an. Bald 'ward das Wärtcrhaus zu einer allfahrtsstätte Religiöser und Abergläubiger. Der Dorsal! m zu den Ohren der Regierungsorgane. Es fand sich s dem Friedhos ein Kommissär ein, um die Angelegenheir untersuchen. Aber es gelang ihm nicht, etwas aus oen »gen Leuten herauszubekommcn, und so ging er seiner ege, nachdem er sich von ihrem harmlosen Treiben äderig t hatte. Durch Nachforschungen ersuhr man schließlich, ß die Ankömmlinge die Schüler eines in Wolga beim igrom umgekommenen Rebbes seien, die das Gelübde ab- >ten, ihren Lehrer bis zum Tode zu betrauern und oas ckweigen zu wahren. So blieben denn die Dreie ans dem A. Rubinstei» UhMnaohtr u. Goldarbeit«!* 59 Allerheiligenstrasse 59 Wanduhren » Taschenuhren :: Wecker Reparaturen in eigener Werkatätte zu bekannt bill. Preisen icfeeitel - Anfertigung Teile und Zöpfe gut und billig ax Sebrnttke Frankfurt aui Main. Zeil 88, Entr. Cisbruch Brückbofrtrasse 7. Feinste Kerrenschneiderei. ’r'una Verarbeitung mit und oone Stoffzugabe Dame baldma glichst gesucht. 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Welch' eine Ironie des Schicksals! In derselben jüdischen Bibliothek, deren Gründer er war; und der er den größten Teil seiner umfangreichen Bücherei geschenkt hat, mußte er eine Anstellung aynehmen und war einem ungebildeten „Towarisch" 'untergeordnet. Er tat es, mehr um den Bücherbestand vor Plünderung zu schützen, als aus materiellen Interessen, da das in Sowjetrußland gegebene Monatsgehalt nicht einmal für. die Tagesexistenz reichte. Obzwar es Stanislawski am täglichen Brot mangelte, blieb er bis zum letzten Atemzug Idealist. Mit zitternden Händeii entfaltete er die noch kurz vor seinem Tode ihm gebrachte hebräische Zeitung aus Polen. Mit Frrudentränen vernahm er von der immer wachsenden jüdische» Nationalbewegung, und sich selbst deS Todes bewußt, sprach er uns ihn Ueberlebenden Mut zu. Er hinterließ als Fragment seine Lcbenserinnerungen, an denen er in den letzten Jahren arbeitete. Einige ^Schritte weiter ist das Grab von Dr. C h a satt o w i t s ch. Der Begründer der Jerusalemer Nationalbibliothek starb im Jahre 1918 in Jekaterinoslaw in cinenr Altleuteasyl, verlasse» von allen Freunden, die die Ereignisse in alle Weltenden zerstreuten. An einem grauen, regnerischen Herbsttage wurden die irdischen Reste von Dr. Cbasanowitsch, begleitet von einigen, in der Stadt verbliebe^ neu Gcsinnungstreuen, der Erde übergeben. So endete einsmn einer, der während seines ganzen Lebens mit der Gemeinschaft fithlte und der eine Tat öoklbrachte. Die Zukunft ist immer gerechter als die Gegenwart, lind so werden die kommenden Generationen, die hoffentlich bessere Zeiten sehen werden als wir im „kommunistischen" Rußland, das Werk und Leben dieses MänneS, schwach am Körper und stark am Geiste, würdigen und schätzen. Weiter schreite ich die Hügclreihen ad, und gehe vorbei an Ruhestätten von Menschen, die viel gekämpft und gelitten und als Helden geendet haben. Biele solche mehr oder weniger bedeutsamen Juden birgt der' alte jüdische Friedhof in Jekaterinoslaw. Bei dem Anblick dieser Gräber ergreift einem nicht Traurigkeit und Verzweiflung, wie man es meinen sollte, sondern im Gegenteil: ich ging mit dem Gefühl von Stolz und Hoffnung weg. Wenn es noch solche Starke in unserer Mitte gibt, kann Israel nicht untergeben. Zion muß wiederaufblühen! S. Im a s. Stickereien Spitzen xu billigen Preisen. Grosse Sandgasse 10, I. Kein Laden. Mm&jer %ßQueUialz zum Qurgtln bei Jiatorrben. Für meine einzige Tochter 30 Jahre, symp. Aenss. (Bankbeamtin) mit eingericht. 4 Zim.- Wohnnng (Frankfurt a. M.) u schöner Wäsche-Ausst., suche ich pass. Partie. Gefi. Off. u. 8306 an die Exp. ds. Bl. Von heute ab täglich iiisttie Manen Bestellungen auf HDÖ müssen jetzt anfgegeben werden. Bäckerei Karpf, Sandweg 28. Telefon Hansa 5278. Suche für mittlere Stadt Thüringens junges Mädchen, die in Sachführung bewandert lat. Familienanschluss und gute rituelle Verpflegung.. 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Eva Sundyeimer, 70 I., Hermeswea 41 — Settchen Blumenfeld, 54 I.. Theobaldstr. 21 — Jenny?chw?l> geb. Coblentz, 58 I. — Raphael Reifenbera, 86 I., Fmkenhofstt. 29a — Heinr. Silberberg. 56 I. Böhmersttaßc 7. «.»Swärrigr K»«itte»»achYich1e» BarmizwoS. Leo Wechsler-Bamberger, Nürnberg. Gestorben. Gustav Lepmann, Stuttgart. Bei der Nalionalfondskommission iJjaac Heiniann, Postscheck 41 441 Frankfurt a. M.) gingen ein: R a b b. D r. N. A. N ob el -,,G cd ä ch t n i s » iy a i n" Dr. Menny Rapp 10 Bäume 250 M Jfaac Heimann 20 Bäume 500 .ft Paul Katzenstein einem Versprechen gemäß 2 B- 50 .# Durch Alfred Berger Jos. Misliboiosky 12 Bäume 300 .« Alfred Berger 8 Bämne 200 Ji, Paul Josef grat. Fam. Plaut z. Staminl-alter 1B. 25 Jt ' und dankt Dr. Dreyfus u. Dr. Rapp i. gut Behandlung 1 Baum 25 , /f C h a n n k k a h s p e n d e: Smnmlg. viillcl, Nombero 339 .& a Büchsen: Künstlicher 67,50, Sichel 15— - 82,50 M Nalionalsonds: T. Weinberg 400.— Bei der N. I. Pr. gingen ein: Rabbiner Dr.' Nobel-Garten Walter Fischet 4 Bäume 100 .H Minna Frankel 2 Bäume 50 .U Bertha Stiebe! 2 Bäume 50 Jt Tachkemoni-Sch-ulc E. G. 10 Gumpertz sches S iechenhans: Gej. von Frau .Hedwig Schottenfels bei Berlobungsfeier Schwarz-Schotten- ' fels für den Freibettfonds 672.— Jt Statt Karten. Zn der am Montag, den 13. Februar , a“a-in -to rwan 1% Uhr im trüberen Kauimäonischen Verein, Langestrasse 26, a. G.w. staitfindenden - Trauung unserer Kinder Neebama n. Moritz, gestatten wir uns, Freunde und Bekannte herzlich einznladen. B. Weinberger u. Frau. L. Dzialoszjnski u. Frau. Statt Karten. Zu der s. G w. Donnerstag, den 16. Februar LQV m 1% Uhr in der Synagoge Börneplatz stattfindenden . ■ — ...- - Trauung — - — ■ - ihrer Kinder Mathilde und Aron beehren sieb, Freunde und Bekannte höfl. eTnzuladen. Ch. 8. Lipschütz u. Frau M. 8teinlauf u. Frau Scheveningen. Frankfurt a. M. Telegrammadresse: Steinlauf Frankfurtmain Sokratesloge. 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