Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 19 (1921)
- Issue
- Heft 43 (17.11.1921)
- Date
- 1921-11-17
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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4. Nr. 43 Aimkjrlrt. Lro§sweis5v8kerei Legr.M I-angesttasse 18 (Hinterban) 3. 8t. :: Lol. Römer 5308 Anfertigung sämtlicher Wäsche (auch einzelne Stäche) mit oder ohne Stoffliefernng. Knopflfioher innerhalb 24 Stunden. — Spezialität: ArM-Aussisttuus., Xerreu-Vberkemdeu naoh Haas. Das Herz wurde ihr weich, dabei. Salomon sagte, sie habe Anteil an seiner Geistesarbeit, und der himmlische . Lohn Lasur werde auch chr zuteil werden, da sie ihn dabei fördere und nicht wie andere Frauen vom Studium ablenle. Leahs Herz erfüllten diese Worte mit freudigem Stolze, und sie »«doppelte ihren Eifer, ihm zn dienen und ihm den leisesten Wunsch von den Augen zu lesen. Deir Gipfel ihres Glückes bildeten die beiden Kinder, die Leah ihrem Manne schenkte; Efraim und Dinah erheiterten dem Ehepaar und seinen greisen Eltern das Leben, das den Glücklichen wie im Paradiese dahmflotz. Aber es dauerte nicht lange. Einige Jahre nach Leahs Hochzeit widerfuhr ihrem Vater ein Unglück, das. ihn um sein ganzes Vermögen brachte. Eine Galeere, die sein Getreide nach eurem fernen Markte trug, zerschellte auf dem Wasser, und die ganze Ladung ging in den Grund. Kaum daß der Unglückliche soviel rettete, um seine Schulden zu bezahlen und den guten Namen, den; er in der langjährigen kaufmännischen Lausbahn immer makellos erhellten, vor Schande zu bewahren. Aller Habe entblößt, standen sie da, aber keine Klage kam über die Lippen des greisen Mannes, der mit Ergebung Gottes Schickung hinnahm. Nicht lange darauf segnete er das Zeitliche, und die ganze Familie blieb ohne Stütze zurück. Die Pachtung kam in andere Hände. Da begann Leah in chren Mann zu dringen» daß er sich um ein Rabbineramt bewerbe, da er sich eines großen Ansehens als Gelehrter erfreute. Aber Salomon fühlle sich ungeeignet zur Uebernahme eines derartigen Amtes, das Energie und 'Standhaftigkeit, Mut zum öffentlichen Auftreten erforderte, Eigenschaften, über die der sanfte, stille, in sich gekehrte Mann nicht verfügte. Leah war der Wunsch ihres' Mannes immer heilig, und so ließ sie vom Drängen ab. Und Gott verließ sie nicht in der Not. Der Gutsherr überließ ihrer Mutter die Pachtung der Milchwirtschaft; hundert milchreiche Kühe lieferten einen Ertrag, der zu einem bescheidenen Leben hinreichte. Leah leitete die Wirtschaft mit Umsicht und Ausdauer. Zehn Mägde, besorgten die gröbere Arbeit, und ein Fuhrmann fuhr die Ware täglich, zur Stadt. Bald daraus betteten sie auch die alle Mutter zur ewigen Ruhe an der Seite des Vaters, und das Geschäft ging ganz auf Leah über. FranHnrter Kttnstlerspiele Kaiserstrasse £9. Beginn 8 Uhr« Tel. Hansa 5516. Täglich 4 Uhr-Tee - , ■; - unter Mitwirlcnng erster Kunstkräfte. Die schönsten Schuhe für den Herbst Goethestr. 29. Baum Erstklassige Fabrikdte Allerneueste Formen und trotzdem Massige Preisei Diese 3 Punkte werben täglich neue Kunden für uns. ,— Wir bringen aas Beste preiswert! Während Salomon xifrig dem Studium der Thora oblag und die Tage dem -Gottesdienst und dem Unterrichte des. Heranwachsenden Sohnes widmete, mühte sich Leah emsig, das Haus zu erhalten. Sie arbeitete angestrengt Tag und Nacht ohne zu murren, im Bewußtsein, die Stütze des gelehrten, frommen Mannes zu sein, dessen Verdienst vor Gott auch für sie dereinst selige Früchte tragen würden; diese Ueberzeugung, wie auch der Anblick der blühenden Kinder lohnten reichlich ihr unablässiges Mühen. So verflossen fünfzehn Jahre. Das Unternehmen war zwar nicht glänzend, man konnte dabei nicht, reich werden, denn die Auslagen waren groß und der Gutsherr erhöhte jährlich den Pachtzins. Aber sie konnten d.och schlecht und recht leben und wenigstens zu Zeiten auch, Wohltätigkeit üben. Ihr Haus stand stets den Armen und Dürftigen offen, und kein Hungriger ging ungesättigt von ihrer Tür. Auch, die Jeschiba*) und die Wohltätigkeitsvereine der nächsten Stadt versahen sie öfter mit ansehnlichen Gaben. Zehn Meilen in der Runde war Leah geachtet und bekannt als gewandte Hausfrau, als fromme und treue Gattin; und man stellte sie als Muster hin.' Und in der Tat, sie war ihrem Manne picht nur eine treue Gattin, sondern zugleich eine sorgsame Mutter. Sie erriet alle feine Wünsche, er lohnte es ihr durch die gjußerordentliche Hochschätzung, die er ihr zollte und die sie glücklich machte. Er pflegte immer zu sagen, er schätze sich glücklicher als König Salomo, der sich ja beklagte, unter tausend Frauen keine einzige würdige gesunden zu haben; er dagegen dürfe sich rühmen, ein Weib sein zu nennen, das' an unsere Erzmütter durch ihre Treue und Gottergebenheit erinnere. Eftaim und Dinah wuchsen heran. Leah nahm einen Lehrer ins Haus, der dem Sohne Unterricht erteilte, während das Mädchen der Mutter in der Hauswirtschaft half. Der Knabe machte glänzende Fortschritte, und als er dreizehn Jahre all ward, veranstaltete sie ein großes Fest; zahlreiche Gelehrte aus der nächsten Stadt waren zugegen, der Knabe hieft eine „Deraschah",**) worüber die Kenner gar verblüjft waren und ihm eine große Zukunft prophezeiten. Das Mädchen entwickelte sich herrlich; sie lernte lesen und schreiben und die .Bibel verstehen, kurz, die Kinder waren die Freude ihrer Ellern. Wer konnte das künftige Los dieser zärtliche erzogenen und sorgsam behüteten Kinder ahnen? Wer konnte vor- . aussehen, daß sie so tief in das Elend sinken würden? Keinem, der damals die Famllie gekannt, hätte dergleichen auch; nur in den Sinn kommen können. Leah, chr Mann und ihre Kinder wandellen stets die Pfade der Frömmigkett und der Gottesfurcht. Warum straft sie Gott, nun so hart? Aber Gott ist gerecht, kein Fehl ist in seinem Urteilt Jene fünfzehn Jahre waren in Ruhe und Wohlstand verflossen, aber dann kamen andere Zeiten voll Kummer ,und Drangsal Das Unglück begann sie zu verfolgen. Der Me Gutsherr starb, das Gut fiel einem neuen Besitzer zu, einem jungen Manne, der die Juden haßte/ Kaum hatte er den Besch angetreten, als er 'Leah rufen ließ und chr erklärte, daß nach Ablauf des Pachttermins sie nichts mehr auf dem Gute zu schassen habe, da er keine Juden bei sich dulden könne; das Unternehmen werde ein Christ bekommen, und sie müsse fort ... *) Talmudschule. **) Rede über gelehrte talmudische Themen. Konditorei und Cafö Ifho Lanbensleiii Hohanzollernstrasse 18, Telephon: Hansa 985. Sp ezialit St: Ananas-Törtchen und Pralines. Das traf sie wie ein Blch aus hellerem Himmel. Vergebens bat und flehte Leah, umfaßte seine Knie und weinte, daß er.mit ihr und.ihren Kindern Erbarmen haben unb ihnen nicht das Brot aus dem Munde nehmen möchte. .Nichts half. Der Befehl mußte pünktlich ausgesührt werden. (Schluß folgt.) Literarische Rundschau. Der Zettelkasteu Gotthard Deutschs. Es dürfte wenige jüdische Zellungen und Zellschristen geben, die nicht von dem jüngst verstorbenen Professor Dr. Gotthard Deutsch in Cincinnati für seinen seit dem Jahre' 1850 erschienenen Zettelkasten benützt worden -wären. In, dem Nachlasse Dr. Deutsch' befindet sich, eine nicht abgeschlossene Geschichte der Juden seit dem Jahre 1850, die auf Mund der genau registrierten Zellungsausschnitte dieses Zettelkastens gearbellet ist. Besonders wertvoll ist der Index, der es auch, erklärlich macht, daß Dr. Deutsch keine historische oder philologische Notiz in irgendeiner, Zeitung durchgehen ließ, wenn die dort vertretene Ansicht nicht mit der seinigen übereinsttmmte und den in seinem Zettelkasten angehäuften Quellen widerspracht Das HeMgkeitSbuch. (Bibel-Lesebuch zum dritten Buch Mose von Rabb. Dr. B. M wy, Religionslehrer der isr. Gemeinde Frankfurt a. M. 82 Sellen. Mk. 15.40. Frankfurt a. M., I. Kausfmann Verlag.) „Bibel-Lesebuch" ist wirklich eilte gar zu bescheidene Bezeichnung für dieses Buch, das jedes Gesetzesgebiet,des dritten Buches Mose in einer besonderen Abhandlung zusammenfaßt und betrachtet. Umfassende Kenntnis in der allgemeinen Kulturgeschichte, besonders in deren Zweige Religionsgeschichte, geben dem Autor den Rahmen, der die Eigenart des Judentums plastisch hervortreten läßt, und so für das Verständnis des Lesers in die richtige Bedeutung setzt. Buchproben: Selle 11. „Babels offizielle Staatsreligion war ein Kultus magischer Formeln und Gebräuche, abergläubischer Furcht und Erwartung, ein Aberglaube von fast unglaublicher Naivität. Die ägyptische Religion ist in all den Jahrtausenden ihres Bestandes, das geblieben, was sie von Anbeginn war, eine mit wechselnder Klarheit ausgearbeitete, für alle Lagen des Diesseits und Jenseits angewendete, für Götter wie Menschen gleich Wichtige Magie. In der Religion des Conditorei. und Gafd Wilhelm Wendel jUtagassa 6 Tslefon Hansa 1288, Frahktnrter Rreuten u. Betmännchen. A. Ruhinstein Uhrmaohor u. Goldarbaltar 59 Allerheiligenstrasse 59 Wanduhren :: Taschenuhren :: Wecker Reparaturen in eigener Werkstätte zn bekannt bill. Freisen (fehlend 3 Nummern) haben zn 500 Mk. ungebunden, 1000 Mk. gebunden noch abzugeben. Nene Jüdische Presse. ' Das (S. 17307 ges. gesch.) H i» „Gut - Heim1 ist wieder vorrätig. Allein-Vertrieb A. Gutheim, Zeit 104. Das Geheimnis unserer Leistungsfähigkeit liegt im frühzeitigen billigen direkten Einkauf. Wir bringen nach wie vor nur Qna- — litäts waren zu bekannt billigen Preisen. — Spans & Schäler Spezialhaus für Herren- und Damenstoffe Stiftstrasse 16, Iiaden. Besuchen Sie uns unverbindlich. .. Beachten Sie bitte unsere;Schaufenster. *••••••* Zell 84, I. Stock. Modernes Stofflager inWolle, Seide, Baumwolle , Gelegenheitskäufe in grosser Auswahl. 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