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Neue jüdische Presse · 1921-11-03 · Heft 41 (3.11.1921) · p. Seite 5

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
19 (1921)
Issue
Heft 41 (3.11.1921)
Date
1921-11-03
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 41. Neue Jüdische Presse. Seite 5. Anmeldungen schriftlich: Jdd. Turnverein, Untnplindau 21. alte», das; er mit kritischer Beobachtrmg seine eigene» Maßregeln, 'ihre Wirksamkeit oder Nutzlosigkeit ebenso beobachtet wie das spontane Wachsen Und Sich-Entwickelnder Kinder . ..." Dabei sindet er sich aber in einer überaus mißlichen Lage. Er ist Ivie einer, der statt einer morschen Holzbriicke einen Eisenbau über den Fluß legen sollte, aber keinerlei ivirkliche Kenntnisse von der Natur des Eisens, seiner Tragfähigkeit, seinen Konstruktionsfähigkeiten, seiner Dauerhaftigkeit hätte. Denn die mancherlei wissenschaftlichen Erkenntnisse, die wir über das Kind und die Pädagogik von der — noch sehr jungen und unsicheren — Kindcrpshchologie und experimentellen Pädagogik besitzen, beziehen sich säst ausschließlich, wenigstens gerade dort, wo sic reich und gesichert sinh, auf das intellektuelle Leben des Kindes und aus den Unterricht. Die eigentliche Erziehung aber, die wir sozialistischen jüdischen Erzieher zu leisten haben, und die auch uns jungen Leuten in Bauingarten anfgetrage» war, ist Bildung der Affekte und Triebe. Wir hätten daher völlig im Dunkeln bleiben müssen, wenn wir nicht in der Freudschell Psychologie, der einzigen, die ernsthajt, grundlegend und empirisch die Trieb- und Assektlehre behandelt, einen Führer gehabt hätten, der uns wenigstens mit Blitzlichtern streckenweise und aus Minuten die völlige Gedankeusinsternis soweit erhellt hätte, das; 'wir nicht ganz daraus verzichten mußten, unser instinktives pädagogisches Tun und Aichttun — es bleibt instinktiv, auch wenn es hier eine sehr verchrungswürvigc Tradition der guten, neuen Erziehungseinstellung gibt, die durch Namen wie Plato, Fichte, Tolstoj, Wyneken, Otto, Montessori, Hall angedeutet sei, da all: diese nicht - wisscnschaitliche Erzieher oder erste Bahnbrecher des wissenschaftlichen Tuns in der Erziehung sind — mit einiger Empirie in Einklang zu bringen, an ihr zu dichten und zu kontrollieren . . ." Diese seine pädagogischen Anschauungen suchte nun Bcrnseld an AD Kriegswaiscn in Anwendung zu bringen, die, im Oktober 1919 von der Wiener Abteilung des amerikanischen .„Joint" in einigen srühere» Spitalsbaracken untergcbrachi, während der' Feit von!) Monaten seiner Erzienng anvcrtraut waren. Dann fand diese jüdische Schulsiedlung, Kinderheim Baumgartcu genannt, ein schnelles Ende, da die Geldgeber schon längst Bernselds Erziehungsmethoden nicht gutgehcißcn hatten. Doch man mag zu Bernselds Erziehungsmethoden ivie auch innncr stehen, jedenfalls sind sie sehr interessant und ausmerksainster Prüfung ivert. Wir bezweifeln freilich den wirklichen pädagogischen Werk der Bernfeldschen Versuche, denn sie negieren die Religion und die Tradition als Erziehungssaktor. Die Kinder' stehen auf, ziehen sich an und nehmen ohne zu beten, sogleich das Frühstück ein: ebenso legen sie sich ohne Gebet. Es scheint uns, »ach dem Inhalt beg Buches,zu urteilen, daß auch der Sabbat nicht beobachtet wurde: Bernseld gehört eben zu jenen nurnationalen Jude», die von der Religion und der Tradition des jüdischen Volkes nichts wissen wollen, und die — echte Golustränmer — glauben, aus all dem Mischmasch des Golussudentums, das heute ein Assimilationsjudentum ist, werde sich in Palästina allmählich ein neues Judentum herauskristallisicren. An eine Regenerierung deS Judentums in Palästina glauben auch lvir, — doch sie ist nur möglich ans der Grundlage einer viertauseudsährigen Vergangenheit und des innersten Wesens des jüdischen Volkes, — und das innerste Wesen des jüdischen Volkes ist seine Religion, Notizen. Ein Ausschuß —• bestehend ans Meie r Berlin- Newhork, Oberrabb. Dr. Brod y-Prag, Rabb. Fisch - m nun- Jerusalem, Rabb. K o w a l s k i - Gloclawck, Rabb. Dr. Lieber m a n n - Berlin, Rabb. Dr. N acht- Bukarest, Rabb. Dr. 4c o b c l - Frankfurt, Oberrabb. -K u b i n - stein - Wilna, Oberrabb. S ch m c l k c s - Przcmvsl und .Hermann Struck-Berlin — wendet sich in einem Ansruf an die Ocsseutlichkeit — besonders an die Misrachisten . —, durch Subskription und durch Geldbeiträge die H cra u s g a b e der nachgelassenen S ch r i s t e n d e s Rabbiner s I. I. Reine s, des Gründers der Misrachi-Föderatiou, zu ermöglichen. Woche»-S»le«rer. Sems tag, 5. Rovbr. (4. Eheschwans. Sabbat-Anfang in Frankfurt 4> ,. llhr (Rcligionsges.s, 4 Uhr 25 Min. lGemcipde). Sabbat-Ausgang in Frankfurt 5:Vt llhr (ReligionSgcs.t, 5 llhr 40 Min. (Gcmeiirdc). Wochenabschnitt: N au ach. Wochengottesdienst in Frankfurt 0:l, t morgens, 41 e abends in den meisten Synagogen. Ar«»lfnr1er A«n»Me»»achrrchte». Barmizwos. .Heinrich Ptaschnik, llhlandstr. 21, - Synagoge HermeSiveg. — Kurt David, Mittelweg 20, Synagoge llnterlindau. G e st o r b c ». Earl Schnurmanu, 5S I., Körnerstr. 15. — Julie Sartorius geb. Schiff, Hölderlinirr. ö. — Sabina Bcrmann, 5,0 I. — Jdnny Erlanger geb .Lifia, 70 I. — Jacob Karbe, Friedbcrgerlaudstr. 4. — Karl Bickart, 1 I., Stettenstr. 19. * Auswärtige Fa«ilieu»achrichte». G e st orbe n. Simon Wronker, 6l I., Saarbrücken. — Rickcheu Joseph geb. Mainzer, 66 I., Griesheim bei Darmstadt. — Emilie Katz geb. Lippmann, 78 I., HoigciSinar. Lpeuve». Bei der Nationaljondskommission .(I. Heimanu, Postscheck 41441) gingen ein: . Ran s ch-Haschouoh- Glückwunsch-Ablösungen: Dr. med. H. Stenipa 50.—, I. Wodöwski 100.—, L- Reijenberg, Buchenbrücken 20.—, Dr. S. Finkelstein 450.—, B. Bamnritter 20.—, G- Gabrilowitsch 100.—, A. Mautheim 50.—, 'Dr. Menny Rapp 50.—, B. I. Rotschild 50.—, Herm. Weil, Rentner 100.—, Hch. F. Kaufmann 10.—, A. Gelbau m 25.—, D. H. 25.—, Hch. Schiff 50.—, Dr. S- Schwarz7child 50.—, I. u. S. Nußbaum für Fürsorge f. kl. Kinder in Jerusalem 100.—, N. W- Auerbach 18.—, Isidor Pleß 35.—, Dr. Isidor Anerbacker 10.—, M. Gerstel, A- G. 200.—, Frau Karolinc Hamburger 20.—, Lehrer Goldschmidt, Bad Homburg 20— Jf Letzte Berichte. Blidapest. Unter den zahlreichen Opfern des Krampfes bei Budaörs, durch den der Einzug Karls in Budapest verbinden wurde, befindet sich auch der Student Emmer i ch K r a n s z. Hofral 2 z e k e l z schloß seinen Nachruf am Grabe mit folgenden Worten: „Auch wir Juden haben Zeugnis abgelegt von unserer Vaterlandstiebe, und wir alle sind bereit und entschlossen, jederzeit unsere patriotische Pflicht zu erfüllen." W i e n. Der Parteitag der österreichischen Zionisten, an dem ea. IM Delegierte reilnahmen, sprach am Schluß seiner Generaldebatte der Leitung einsrimmig das Vertrauen ans. Jaffa. Die Alliance Jsraelite Universelle hat ihre hiesige Schule wieder eröffnet. London. General Smuts, Premieruiinisler von Südafrika, schrieb an den dortigen Zionistenführer' M o r - ris Alexander: „Die Politik des nationalen Heims wird in dem vollen Ausmaß, in welchem Palästina geeignet ist, Einwanderer zu absorbieren, durchgesührt werden unk» gute Chancen .für die. 'Zukunft bieten. Ich teilte dies dem Präsidenten der Zionistischen Organisation, Dr. Weizmacm, mit und sagte ihm, daß die Zukunft nun hauptsächlich von dem Grade abhänge, in. welchem die jüdischen Gemeinschasten der ganzen Welt bereit seien, eine ihrem Herzen naheliegende Sache zu unterstützen. Ich erwähnte zugleich, daß.diese^Sache eine der großen Hojsimngen und Gerrchtigkeitsbvtschajten sei, die der Welt als Ergebnis des großen Krieges zuteil wurden." Conditorei und Cafe Wilhelm Wendel Altegnsse 6 Telefon Hansa 1288. Frankfurter Brenten n BetmiUinclien. Die schönsten Schuhe f ür den Herbst Goethestr. 29. Erstklassige Fabrikate Allerneueste Formen und trotzdem Massige Preise! 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