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Neue jüdische Presse · 1921-09-01 · Heft 33 (1.9.1921) · p. Seite 5

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
19 (1921)
Issue
Heft 33 (1.9.1921)
Date
1921-09-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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>3 Srr. 33 Neue Jüdische Presse. Seite L Frankfurter Künstlerspiele Kaiserstrasse 69. Beginn 8 Uhr. Tel. Hansa 5516. ■ - —- ' Täglich 4 Uhr-Tee -= unter Mitwirkung erster Kunstkräfte. i(Ü i ix 1 '(mit iiifl 'lual Dr. Paula Eiseman» anl. Jahrz. f. ihren seligen Vater Baum.25 Jt. - Durch Dr. M. Rapp f. ITimon Vogel-Garten: oit Max Wimpfheimer 10 Bäume 250 Jt,- an Zeno Darmstädter 10 Bäume 250 Jt^ on Frau Fanny Rapp zur- Hochzeit auf den Namen ihrer l. Mütter Rickchen Vogel 1 Baum 25 M Dr. Grombacher ü. Frau gratiilieren z. Hochzeit Leviatz 3-— .st Dr. Menny Rapp gr. z. Hochzeit Levi-Katz 3.— 'Jt Bei der N. I. .Pr. gingen ein: Frau Gans (s. Gumpertzsches Siechenhaus) 100 Jt Fam. iinger-Bergfeld grat. Hochz. Julius. Braun/Rosel Pollak — Jt, Chor t>. Synagoge Börneplatz grat. z. Hochz. Mtgliedes Julius Braun 10 Jt (f. Gumpertzsches Siechenaus). Pfis Ml6ci ui. - l'ie stizn •ltllüi Eiugesaudt. Einführu«gSk«rS für Mitarbeit in bet Jugendwohlfahrtspflege. Die Stadt Frankfurt a. M. veranstaltet in der Zeit > o»i 5. September bis 15. Oktober einen sechswöchigen * ursus für.ehrenamtliche und nebenamtliche Mitarbeit in yigendwohlfahrtspflege. Als Ort der Tagung ist die „Weg- ' 'Heide" Bei Wächtcrsbach, die Kindererholungsstätte der' rankfurter. Kinderhilfe, vorgesehen. Ausführliches Proramm und Annrxldungen: Wohlfahrtsamt Frankfurt a. Kain, Saalgasse 33. Teilnehmerkarte für den Kursus 50!!ark, Wohnung und volle Verpflegung auf der Wegscheide iglich 15 Mark. MederlaffungSmSglichkette«. Mitgeteilt von der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, Berlin C. 2, Rosenstr. 2—4). ■ irschberg i. Sch l. Niederjpssungsnlöglichkeit 'für 2 Aerzte und 1 Rechtsanwalt. (Ausführliche Auskunft erteilt Max Behrendt in Hirschberg.) eiibaI i e s k h, O.-L. Niederlassüngsmöglichkeit für einen Zahnarzt. (Nähere Auskunft erteilt Max Knpferberg, Görlitz, Mühlweg 1a.) enzen a. Elbe. Niederlassüngsmöglichkeit für einen Rechtsanwalt. (Nähere Auskunft erteilt Eriche Kreide, ’ Lenzen.) . , ■ f ( r : | > Pos lbani 15 ,11 10 .1 G o t ha. Niederlassüngsmöglichkeit für einen Zahnarzt. (Nähere Auskunft erteilt Dr. Knoche, München, Leopoldstraße 38.) Während des Krieges, mar viel von einer Stärkung des, religiösen Interesses die Rede. Das magwohl auf einzelne .zugetroffen haben, die Masse ist jedoch in ihren Beziehungen zur Religion nur noch entfremdeter geworden, lind nun gar die materialistische Strömung nach dem Kriege, in , der wir jetzt noch stecken! ■ Auch in unserer Juhenheit läßt sich leider ein Nachlässen idealjüdischer Interessen in weiten Kreisen feststellen, häufig auch bei solche», für deren Leben das- Judentum noch ' bestimmende 'Norm sein. soll. Biele, die sich währendder Kriegszeit Erleichterungen erlaubten hinsichtlich z. B. der 2 peis egesetze, haben sich so an diese Erleichterungen gewöhnt, daß sie noch jetzt nicht, davon lassen "können. Man Ißt noch Butter von jedermann, trotzdem wieder Vermischungen mit Fetten nicht selten sind, man ^st auch 'bei dem 'Bezug von Fleisch nicht so gewissenhaft, wie es nötig ist, — und gar Milch unter Aufsicht ist ein Gedanke, der nur den wenigsten wieder zu Bewußtsein gekommen ist. Wer sich vor Augen hält, daß die'strengen Speisevorschriften des Judentums von günstigem Einfluß auf das menschliche Triebleben sind, aber auch auf die Gesundheit — „Mau ist, was man ißt" —, sollte doch schon aus Vernunftgründen Gesetze respektieren, die die Judenheit zweitausend Jahre lang unter den schwierigsten, politischen und sozialen Verhältnissen erhalten habeix. Bald tönt wieder das Widderhorn, um das menschliche Herz wachzurütteln. Es hat in dieser schweren Zeit mehr als sonst wachzunitieln — wie mancher gute Keim ist unter dem Druck des Materialismus verkümmert —, und zu dem, was der Toir des Hornes erwecken will, gehört auch die gewissenhafte Erfüllung der Speisegesetze. .1'. Nach einigen Monaten, die ich in N ord -Fra n k reich beim Wiederaufbau verbracht habe, gelang es nkir, hierin Lothringen in einem .Kohlenbergwerke 'Arbeit zu finden. Als ich heute nach, S.' kam, ^.sah ich in einer Zeitungsbube eine Zeitung mit der Aufschrift Neue Jüdische' Presse^ welche ich mir kaufte. Wie ich den 'Artikel von unseren Chawer Arnold Zweig über Theodor Herzl las, kam mir mit Schrecken die Assimilation zunt Bewußtsein, die uns ostjüdischen Arbeitern in Frankreich droht, und ich mußte vor Herzweh in Weinen aus? brechen. Um Ihnen die Sache klar zu machen, teile die Situation der ostjüdischen .Arbeiter mit., Ein gemenrschaftliches' Leben kennt man nicht, weil die ostjüdijchen Arbeiter in dem zerstörten Gebiete-sehr verstreut sind. Es sind Stellen, wo es bloß einen oder zwei gibt. Keine Verbindung ,mit Juden, immer nur unter' Christen, und wie die Bibel sagt „Weisenon wagoim wailmedn Maasehem". Biele waren Anmeldungen schriftlich: ■MM« Turnverein* Unterlindau 81. gezwungen, aus Elendmnd Arbeitslosigkeit sich zur Fremden» 'lezion zu melden. Brüder, erbarmt Euch über die, bei denen noch eirr Funken jüdischen Geistes raucht, bevor er auslöscht. Verhelft: uns, nach Palästina zu kommen, wo wir uns hoffentlich als freie Juden werden zeigen können. Geht über unser Schicksal nicht leicht hinweg! Helft uns, der Assimilation, die uns droht, falls wivhier bleiben müssen. Widerstand zu leisten, denn das liegt im Inter» esse eines jeden, der sich als Jude fühlt, daß ein Teik der jüdischen Jugend nicht vom Judentum aüsgeschaltet bleibt. B. Briefkasten. —•?or 30 Jahren mit 12 Millionen Frs. von Baron Hirsch in Galizien und Bukowina begründeten und von Wien aus geleiteten 50 jüdischen Volksschulen sind während des Krieges zerstört worden. Ob sie jetzt wieder aufgebaut werden können, erscheint fraglich. Frankfurt. 8ro55wei58vLkerei§egr.l3Ül Langestrasse 18 (Hinterhau) 3. St. :: Tel. 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