Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 19 (1921)
- Issue
- Heft 29 (4.8.1921)
- Date
- 1921-08-04
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 29 Nr. 29. I!eue Jüdische Pressen . Seite 5. Mn.. Hüben den sich jcl I et, lerdiiiqs ikich: Vorhand i.Fron,m mfzufang :r Erlös, ze.Mlnm mit ei» bitter. istand „a hatte. T noch otn ichtert Sie vor Experim Angenb - dann a l die ,^ri rllen wir lassen." behäbig die fall sie Ahnm seht habi!UNg hätl bedeuten! lende Mi das ’ klein ins Gcsi rrschämth vefunden zu haben? Sie haben unrecht. Diese Rolle matze ich mir durchaus nicht an. Es steht mir auch gar nicht zu, mich als Weltverbesserer zu gebärden: dennoch aber nehme ich für mich das Recht in Anspruch, durch , tiefes Denken, durch klare Einsicht .... Fräulein Mahlow, Sie werden mich wohl für einen Prahlhans, halten, oder für einen Schwätzer, der nur spricht, um sich sprechen zu hören! Rein, tvirklich, wenigstens Ihnen gegenüber tue ich es nicht. Sie verdienen etwas Besseres." „Ich hoffe, datz Sie mir ivenigstens sagen werden, wie Ihr Urteil lautet," drängte sie ihn zum Weitersprechen. - „Dann mutz ich weit 'ausholen'. Also hören Sie. Im größten Elend bin -ich geboren, und dort habe ich auch die ersten zwanzig Jahre meines Lebens verbracht. Im Dunkel und Düster bin ich groß geworden, aber belebt und aufrecht-erhalten durch einen einzigen Hoffnüngsschiminer, der sich wie ein farbenprächtiger Regenbogen nach der wundervollen Hauptstadt hinüberwölbte. Mein Herz und mein Geist verlangten nach dieser Stadt; aber nicht mit dein törichten Verlangen, das jedem Provinzialen als Land der Verheißung vorzaübert; nein, für mich war diese Stadt etwas anderes, für mich war sie der Höhepunkt des Erhabenen und Schönen in geistiger und religiöser Hinsicht, weil diese Stadt, wie ich damals, glaubte, für unsere geknechteten Brüder eine Stätte der Freiheit und des Menschenrechtes geworden war. Als mir daher eine zusagende Anstellung angeboten wurde, griff ich sofort zu. Böller Be-- geisterung und Ehrsurcht kam ich her, wie der fromme Pilger, der nach langer Mühsal endlich vor dem heiligen Schrein niederknien darf. Ich schwelgte in dem Gefühl, nunmehr an der Stätte zu sein; wo mir Gelegenheit geboten werden wird, an den segensreichen Bestrebungen der großen Geineinschaft teilnehme» z,k dürfen." Er schwieg eine Weile, fuhr aber bald weiter fort: „Sie scheinen schon erraten zu haben, daß ich mich gar bald in meinen Erwartungen getäuscht sah. Allerdings nicht in jeder Hinsicht. Ich war nämlich erstaunt über dje Stärke und über die Lebenskraft, mit der viele unserer Glaubensgenossen in dieser Millionenstadt inmitten der großen Uebedzahl Andersgläubiger ihren Aufstieg bewirkt und behauptet haben. Ich war sprachlos über die Großzügigkeit, über die weitausschäuenden Versuche und Bestrebungen, ja auch über die gewaltigen Erfolge, die sie bereits errungen haben. Es war für mich der übertvältigende Anblick einer unwiderstehlichen. Ärost, die, wie eine' übernatürliche -^Erscheinung, unaufhörlich .grenzenlos sortstrebt, die keinen anderen Stillstand kennt , als den, den sie sich, selbst auserlegt. Hier auch machen wir der Welt unsere' physische Größe, unseren geistigen - Aufschwung klar; hier getan, st s das Mi [jreit Rcd rausgehö Schickt Eue Kinder» Ihm in ln MUmsrein. Anmeldqn gen schriftlich: Jfld. Turnverein, Unt^fllndau 21. kann man sehen, daß das jahrhundertelange Eindämmeu unserer riesenhaften Energie, das Unterbinden jeder Betätigung nach außen, nur dazu gedient hat, unsere Fähigkeiten aitzusammeln und aufziistappeln, um sie zur gegebenen Zeit spielen zu lassen. Jawohl, Fräulein Mahlow, ich. sah all dieses, und mir ging das Herz vor Freude auf. Aber ich sah auch noch viel mehr/ -was ich nicht zu sehen wünschte. Unsere Gemeinde-Organisation krankt au Selbstverherrlichung, sie leidet durch veraltete Anschauungen. Unser Verwaltungskörper arbeitet nach altbackener Gewohnheit und steht einein intelligenten Verfahren hindernd entgegen. Methode hat sich als schöpferischer Geist maskiert; der Geldstolz, der Kastengeist ließ sich von dem Optimismus einschläfern, und er schließt die Augen, weil das Nene ihir blendet. Was mich aber am meisten betrübt, war die Trägheit der Masse und. die Gleichgültigkeit des einzelnen, und daß kein Geist, kein' Intellekt sich.sindet, der als Sauerteig, als Gährungsstofs dienen könnte, um die große Masse aufznrütteln uiib in die Höhe zu bringen. Die Verwaltung schafft Institutionen und allerlei gemeinnützige Einrichtungen, aber es wird alles nur schablonenhaft, nach Schema F bearbeitet, ohne Herzcnstiese, ohne Seelenwärme. - Und das legte mir den Gedanken des heutigen Erperimentes nahe. Heute hatte sich inir Gelegenheit geboten, eiiren Fühler auszufchicken, ob kein Erwecken aus dem todesähnlichen Schlaf möglich sei. Diese Versammlung hier ist der Typ tausend landerer. Ich las ihnen die Allegorie, an die ich mein,Herz und meine Seele verwendete, vor.- Und welchen Erfolg habe ich davongetragen? Sie haben es ja selbst beobachtet. Gott weiß es, ich spreche nicht so aus verletzter Eitelkeit! Hätten sie mich ausgelacht, mit mir gestritten, mich als hirnverbrannten Idealisten verspottet, als Phairtasteit beschimpft, ich hätte keine ilrsache znm Verzweifeln-. (Fortsetzung folgt.) .. Samstag, 6. Aug.. (2. Shv). Sabbat-Anfang in Frankfurt 74llhr. Sabbat-Ausgang in Frankfurt 8 Uhr 55 Min.. Wochenabschnitt: Matt ans u. Mas et. Arrxkfsrter A«»Üie»»*chrrchte«. - B a r m i z w o s. Joses Weichselbanm, Ostendstr. 29, 2nnagoge Friedb. Anlage. — Arno Svssenki, Witielsbacher Allee 131, Ludw. Bäringer, Rötlinistr. 7, Siegsr. Kainniyer, Fasancnslr. 18, David Levy, Seumestr. 2, Synagoge Börneplatz. ' Gestorben. Mathilde Mainz geb. Mainz, 82 I., i Uhlandstr. 46. —Bertha Mstyer Wwe. geb. Marx, 8t I., Gaußstr. 88. — Hermann.Baum, 56 I., Mendekssohnstr. 69. ffitSttirtijte Ka«riNe»»«chrich1e». G e sl'o r'b e n. Ferdinand'Strauß, 86 I., Geisenheim. — Flora Mainzer geb. Weisenseld, 65 I., Nürnberg. — Albert Sonnabend, <5 I., Max-Goldström. 62 I., Berlin. — David Benjamin, Halle. — Carl Wolfs. 78 I., Beruh- Elsner, 49 I., Berlin/— Salomon Katz, 77 I., Treysa: — . Epe«de». . Bei der Nationalfondskommission (I. Heimann, Post-», scheck 4144t) gingen ein: Dr. Carl Frenkel 4- Bäume Mk. 100.— I. Heimann z. 16. Tamus anl. Jährzeit für >. seel. Mutter 4 Bäume im Hans Heimann-Garten Mk. 100.—. Cläre Timcha Kaufmann 1 Baum Mk. 25.— . S. Stein dankr Dr. Koch für den leider so kurzen Apfelwein- Abend Mk. 10.—.. Martin Levigard auf Namen s. Sohnes anl. der glücklichen Landung in Erez Jsroel 1 Baum 25 'Mk. Dr. Paul Arnsberg dankt f. Bbr. Dr. Carl Hirsch für Behandlung 10 Mk. Geschw. Feist 10 Bäume im Herzkwald '250 Mk. ' Dr. Paut Arnsberg ges. auf Verlobung Else Arnsberg- Moritz Strauß 175 Mk. Dr. Earl -Frenkel 4 Bäume 100 Mk. - Briefkasten. — Der Nekrolog aus Baksour in einer größereie Älnzahl Zeitungen — u. fl. auch iiz der unsrigen — war' zu Unrecht. Es handelte sich nicht um den Schöpser der» Balsonr-Deklaration, sondern um einen gleichnamigen Vetter. linregelmätzigkeiteir in der Lieferung der Zettmig liegen an der Post. : Beschwerden, Anträge auf Nachlieferung von Nummern r. oder Zustellung an eine neue Adresse find daher an den; Briefträger bezw. an das zuständige Postamt zu richten n Mähst teil ges.il iß er cini lungen,v se zu lei UVend isa 128 rncJiei Win Sal »glück Hai uppe siche prunkt, l ch an du i Falle c l Volke! c zu räch desbesch r! -Arge serung w :n, Schad Politik i aus/ihri wieder chen sie swüchso l laiiM L edrückung he an u jiseMSel >, mit di rn^Pn! »lüden S! den zu ei e Mensch chselzuckei :stärkte si i seine Z »riter ge! h in dies als >er si tont ucre k für Zh chre-' W-or llardendergstrasae 8-11. Hardenftergstrasse 9—IX. Telephoni Hansa 1866. Ctebr. Holfter. Telephon■ Hansa 1866. Damen-, Herren- und Haushaltungswäeche, Lieferzeit 6—8 , ' Wäsche nach Gewicht nass, troekeu nnd gemangelt. 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Gutleutatrasse 14 :\ rosse Jreisvorteile -1 W Kuraufenthalt Bad Soden a. Taunus Villa Aspira Beste Verpflegung, eig. Milchwirtschaft. Prospekte durch Dr. phil. Ad. Kallner. Bad Kceuznacli Pension Aeulnik Hindenburg Strasse 6 . Telephon: 425 empfiehlt.sich f. aügSoehm. Gate Verjiflcgnng. Si bietet Ihnen unser atson <- Alle Arten weisse, farbige und schwarze ^QiÖQflstoff 2 u. ßrepe 60 ßßino ferner sämtliche Wollstoffe in Friedensqualitäten für Kleidert Jackenkleider und Mäntel werden, während den Ausverkaufstagen aaorm billig verkauft. I 60, 1. (Neben Kämmerspiele)