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Neue jüdische Presse · 1921-06-30 · Heft 25 (30.6.1921) · p. Seite 4

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
19 (1921)
Issue
Heft 25 (30.6.1921)
Date
1921-06-30
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Ente 4. Ikve ZfidWe Meffe. Nr. 25 - LkLwttmler LiwsUerspLeLv Laisoratrasse 69. Beginn 8 Unr. Tel. Hansa 5516. * =-•. Täglich 4 Uur-Tee :. —— unter Mitwirkung erste: KunstkrS'te._ Ein wütender Blick traf die Tochter. „Lehrerin willst Du werden und dadurch' meine mühsam' errungene gesellschaftliche Stellung vollständig untergraben! Willst Du schon das Ansehen Deiner Familie mit Füßen treten und bist Du 7 schon für Deine .eigenen Interessen blind, so steht Dir doch lein Recht zu, die Zukunft Deiner.Geschwister in Frage - >^u stellen." - - . ,Die Zukunft meiner Geschwister?" fragte Alice er- .. staunt. „Jawohl, Deiner Geschwister! Da ist zunächst Stella. Das arme Wesen ist neunzehn Jahre all und muß immer Noch als Mittelding zwischen Kinderstube und Ballsaal schwanken, weil ich -sie nicht als erwachsene Dame angesehen haben möchte, bist Du aus hem Hause bist. Nächstes . Jahr kommt auch plga aus der drei hellatsMM^WchtzWMM8LW^^Vghetzsj>SßM.7> .») bttell.' . bins-ÄW. BMlHÜLveÄMl! .MKWHl KsMicht - durch die' Hinti^rHinerZMrß^AwungeDnMÄrat^Zeschehen."^ Wlsürtt zornig auszubrausen, gefiel es der Mutter jetzt, mit scheinbarem Ernst zu erwidern: „Mein liebes Kind, Deine abgeschmackte Bemerkung von . einer Hintertür, wenn Du an der Hand eines Dir rechtmäßig - angetrauten Gatten das Haus verläßt, will ich erst gar nicht .zu verstehen suchen. Was, ich Dich aber zu verstehen bitte, ist, daß ich Deinen hirnverbrannten Unternehmungen nie und nimmer meine Einwilligung geben werde. Ich. bin mir meiner mütterlichen Verantwortlichkeit bewußt, — und da ich einer übernommenen Verpflichtung. nie aus dem Wege gche, so werde ich nicht jetzt den Anfang damit machen, wo es sich um,die heiligste, und »tüchtigste Aufgabe meinen eigenen Kindern gegenüber -handelt. Ich! weiß es aus ganz sicherer .-Quelle, daß Du auf Burger einen guten, tiefen Eindruck gemachthast, und — ich — habe ihm — Deine Hand bereits zugesagt!" , *■'■■■! „Mutter!" rief das Mädchen schreckensbleich. .. Frau Mahü>w/betupfte ihre Stirn mit einem essenzgetränkten Taschentuch, da sie es.jetzt-für angebracht hielt, ihre schwachen Nerven, der Tochter wieder in Erinnerung zu .bringen. Nach einer Weile fuhr sie fort: _ „Alice, begreifst Du denn nicht, daßj Dein Staunen . 'unhöflich, wenn nicht gar beleidigend für mich ist, da Dü mir dadurch die Fähigkell absprichst, im Herzen eines Mannes lesen zu können. Ich habe Burgers Charakter eingchend studiert und bin zu der Ueberzeugung gekommen, daß er für meine Tochter in jeder Hinsicht einen passenden Gatten gbgeben wird". „Aber, Mutter, willst Dü denn nicht verstehen, wie Herabwürdigend dieses für mich' ist?" sprach Alice verzweifelt. 1^. Uassdsnäsrs .onflturen riednr ln Frankfurt in Frledenaqualltfit. Kaiserstrasse 33. ,/Oas kann :ich wirklich Vicht verstehen!" „Allerdings nicht mehr herabwürdigend als das ganze System, durch das Mädchen aller Volksklassen irgend einem hergelaufenen Menschen erbarmungslos überliefert werden, wenn er über einen großen. Geldsack verfügt!" rief Alice bitter. „Schon von der frühesten Kindheit an wirb es uns ja eingetrichtert, daß der Hauptzweck unseres Lebens nur der sei, eine gute Partie zu machen. Ach, dieses schale^ inhaltslose Leben! Nur ein eintöniges, gelangweiltes Vegetieren, hin und wieder von einem Wohltätigkeitskränzchen unterbrochen, wo der Dienstbotenklatsch bis zum. Ueberdruß breitgetreten wird, ohne Ahnung, ohne jegliches Empfindcn für Hohes und Erhabenes, nur von dem einzigen Verlangen beseelt, einige Jahrzehnte später den gleichen Vorgang bei den Töchtern sich wiederholen zu sehen! Und all dies nur, weil ein Mädchen von dem Unglück betroffen wurde, in den unheiligen Augen eines Geldmenschen Wohlgefallen zu finden, der einst wohl ein Mann war, jetzt aber, verbraucht und verlebt, zerbeult und zermürbt, sich eine Sklavin kaust, die ihn wieder zu dem Aussehen eines.Mannesr-uMck-.- lü * | ' * *!st^t,PMDu/soe^/MirstLJch'sechst habe ja gar trübq Erfahrungen nach'dieser Richtung hin gemacht. Aber Du darfst doch Glicht vergessen, daß die herrlichste Rose es sich gefallen lassen muß, von der häßlichen Raupe benagt zu werden. Du'wirst die Welt nicht ändern." Fortsetzung folgt.) Literarische Rundschau. Herzl-Worte: (Zusammengestellt von Felix A. Theilhaber. In schöner Geschenkausstattung M. 14.—. 96 Seiten. Berlin NW. 7, Welt-Verlag.) . Aus diesem Buche ersteht der ganze Herzl. Wir sehen nicht -nur den Politiker, nicht nur den Phiwsophen und den FeMletonisten: wir sehen den ganzen Menschen als eine Einheit. Mit gütigem Herzen und prüfendem Verstand hat er sich allen Teilgebieten menschlichen Daseins zugewandt und seine Erkenntnisse in einer Form' ausgesprochen, die die Lektüre ^um Genuß und Gewinn machen. Der Herausgeber hat alle Schriften Herzls von den vergessensten (die Causo Hirschkorn, der Flüchtling, die Glosse usw.) bis zu den bekanntesten (Judenstaat, Feuilletons, Palais Bourbon usw.) bei seiner Ausgabe zugrundegelegt. Buchproben: i „Ein Voll kann sich nur selbst helfen; kann es das nicht, so ist ihm eben nicht zu helfen." „Von Anfang an war ich der Ansicht, daß eine diplomatische Initiative von England werde kommen müssen, weil England, wenn es — gleichsam! in der Luftlinie — nach Indien blickt, Palästina streifen muß, und weil England heute noch eine gewisse „serenity" in der Auffassung der Judenfrage besitzt." - vildervroschüre „Das nette Palästina." Außer seinem monatlich erscheinenden Mitteilungsblatt ,Das neue Palästina" läßt nunmehr der Keren Hajessod, Abteilung für Zentraleuropa, auch eine illustrierte Broschüre gleichen Namens erscheinen. Das Heft bringt 12 Bilden aus dem neuen-jüdischen Palästtna, die einen fesselnden und anschaulichen Ueberblick über das Leben im Lande Jisraels geben. Besonders wirkungsvoll ist die Gegenüberstellung des neuen jüdischen Jaffa mit einem Bilde aus dem IT ]fw er^el! 1* Cafä Schneider, Zeit 46 Konditorei feinster Backwaren. Spezialität: PraUn6s* Jahre 1909, welches den Sandhügel zeigt, auf dem nunmehr Tel-Awiw sich erhebt. Die weiteren Bill>er zeigen namentlich die Entwicklung des jüdischen Lebens auf dem Lande, dann auch die Tätigkeit der Chaluzim beim Wegebau, beim Austrocknen von Sümpfen usw. Der PreiS der deutschen Ausgabe der Broschüre beträgt 40 Pfg., während die binnen kurzem erscheinende Ausgabe in jüdischer Sprache öO,Pfg. WWWWPW H^/Sabbak-Aüfang in Frankfurt Uhr. Sabbat-Ausgang in Frankfurt 9 Uhr 40 Min! Wochcnabschnitt: S che lach-Lecho. Rausch-Chaudesch Tamus: Mittwoch und Donnerstag. - Wochengottesdienst 6V4 tnorgenS, 71/4 abends in den meisten^ Synagogen. - . - . . Araxlfurter KL«Uie«»achrichte». B a r m i z w 0 s. Jakob Felsenstein, Röderbergwcg 38, "Synagoge Friedb. Anlage. Gestorben. Moritz Golde, Sekretär der Jsr. Religionsgesellschast. — Henriette Wollenberger geb. Weil, 71 I., Unterlindau 46 — ,Moses Leder, 43 I. «uSwLrttge Familie««achrrch1e» Gestorben. Abrahmn Münzesheimer, 63 I., Bruchsal. — Hedwig Löb geb. Gntherz, 65 I., Mannheim. — Jakob Rosenthal, Nürnberg. — Julius Cohn, Waldenburg. — Emanuel Saul, 70 I., Berlin. Spende«. Bei-der N. I. Pr. gingen ein: Leo und Recha Horovitz, Felix und Recha Horovitz je 4 Bäume z. 20. Siwan im Rabb. Marcus Horovitz - Hain 200'Mark. E. G. für Tachkemonischule 50 Mark. Ostenä - JZpotheke H. riochmaitn, Verwalter: Hanauerlanästr. 2 Telephon: H. 2802 Urinuntersuchungen ~ rasch und gewissenhaft. ' .. — Zu dem am P j e i t a g, den 1. Juli statt- 25. Siwan findenden ^27 laden Verwandte, Freunde upd Bekannte- 'herzlich ein Leo L Goldschmidt n. Frau . Therese geb. Eisemann. Frankfurt a. M., Hermesweg 39. Max Mainz Gertrud Mainz geb. Phil-pp Vermahlte. 6; Juli 1921 Trauung: 4% Uhr. 30. .'Siwan 5681 Hamburg, Parkbotel Teufelsbrücke. Privat-Kprrespondenz mit Druck oder Prägung Wilhelm Büttel Papierhandlung 23 Goethesfraße 23 Wolff JDrneksachen, nur Schäfergasse II.* Telephon Hansa 3821. Mtszettulmmern ' der Reue« Zud. Preffe Sek den hebräilchen Buchhand, lungert und Zeitungskiosken zu 4« PfenuiH. : (Gt. 17307 ges, gesob.) „Gut-Heim« ist wieder vorrätig Allein-Vertrieb ,A. Gutheim, Zeil 104. Ausgabe d. Lose z. höchst. Gewinnmöglichfeeit bietenden 18.(241.) mmm Ziehungsanfang Dienstag, den 12. Juli 275 00G in fünf Klassen verteilte Geldgewinne und 4 Prämien 172 Millionen Mark mögL HSchstgewinn auf eine Nummer 3 Millionen Mark Der Preis der Lose betrSgt jetzt ^-—-——^——— Los für jede Klasse. M. 80.— 40.— 20. - 10.— M 400 — -200.— 100 — 50.— für alle fünf Klassen. Porto und amtliche Gewinnlisten zusammen Mk: 5.—'mehr. Ich empfehle rechtzeitig. Bestellung, indem die Bestellung auf diese Lose bisher den Vorrat immer erbeblicn überstiegen hat. Zimmer, Staatlicher Lotterie - Einnehmer Frankfurt a. M-, Kronprinzenstrasss 25 ' Strassenbahnhaltestelle Linie 18. Telephon Hansa 457.. Postscheckkonto Nr 48850. A. Uhrnaohar u. Gbldarbnlter .. 59 ÄUerheiligenstrasse 59 Wanduhren Taschenuhren :: Wecker - Reparaturen in eigener Werkstätte zu bekannt bill. Preisen versichert pro Tausend Mk. 2.75 für 4 Wochen. J. liöwenthal, Bäckerweg 17. Tel Römer Police auf telef. Anruf. Offeriere: Badaens, Sine uncetiatmte Veit, J5and I. 7 broch. Mk. 18.— : elegant Halblwdbd. Mk. 28.— ... . 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