Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 19 (1921)
- Issue
- Heft 20 (26.5.1921)
- Date
- 1921-05-26
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4. Frauei tf im.Glter von 12. Bi^ 50 Jahren, Hi Wendsq uartieren verkommende> Ileberlebclide,. geschändete,: zersetzte Thorarolleis sind Sie Hinterlassenschaft dieses'„Feldzugs. Die; Toten sind erlöst, aber von den drei M i l li'o n cn ft-krainischar Juden, die zu dem bestenjüdischen Menschenschlag gehören, ist die H ä l s t c v S l l i g r u i - niert,. Sie ganze Judenheit des Landes von Epide-7 : miey, insbesondere Flecktyphus, heimgesucht. Und noch immer sind die jüdischen 'Ortschaften in der Ukraine wehrlos den Massakres der,st ä u d i g. s i ch n e u -» b i ld euch e n 'Bände n ansgesetzt!" - Für Sie Pogromwaisen. Anitta Müller^Wien, die seit Jahre» i» aus- ’ opfernder, bcivundcrnder Weise ihr Leben der jüdischen Wohl- > sahrtspslcge iveiht, hat eine Agitationsreise nach Jugo- Fa-'.' slawien unternommen und bisher folgendes - glänzende Ergebnis zu verzeichnen. . , Die jüdische Gemeinde in Veliki-Bcckerek hat sich zur' Adoptierung pon 87 Wäiseii, die Gemeinde Ada zu 15' Petrovic zu 9, Sarty-Becej zu 35, Zombolja zu 8, Pancevo " zu 25, Debeljaca zu 10, Belita-Kikinda zu 2l, Titel zu 14 l//' und die jüdische Gemeinde' in Senta zur Adoptierung von 10 Waisenkiiwern verpflichtet. Ileberdics liegen auch aus - " .No'visad, Sombor, Belaczkwa, Subotnica und Zcmun 254 q Adopticrnngsanmeldungen jüdischer Familien vor. L-2' | Eine Krise In der Wiener KulluSgemeiudc z.- / D r.. F r ie d m a u n, der Vizepräsident der Wiener. Äultusgemeinde, der Vertreter der Jübischnationalcn, hak demissioniert, da die Majorität es abgelehnt hat, in die - l Beratung eines Demokratischen Wahlgesetzes einzutreten, und da Dr.. Friedmann eine Wahlresorm schon deshalb sür l;-' nötig hält, um die Möglichkeit zu erlangen, die vor ihrem finanziellen Zusainmenbruch stehende Knltusgemeindc zu sanieren. Pole». Der Antisemitismus der Militärbehörden. - Die Äbg. G r ü n b a u m-, F a r b st ein usw. brachte» im'Parlament eine Interpellation ein, de u. a: folge idc Fälle betrifft: - >. In den Tagesbefehlen der Trapp: Nr. 2 ii L blin bezüglich Nennung intelligenter Kräfte sür den Kanzleidienst heißt es: „Soldaten jüdische: Religion sind in die e Verzeichnisse nicht aufzunehmen." In einem Geheimbe eh' des -Militärkommandos Lublin wirb sich darüber beklagt, daß noch immer Juden den Bewachungsba'aiilonen zugeführt werden. In einem Geheimbefehl des Lub liner Stadtkommandos wird ausdrücklich befohlen, daß zum Wach)ie.ist bei den Waffenmagazinen keine politisch Verdächtige.! unV keine Juden verwendet werden dürfen. . * Auch.in anderen Militärrahons wurden solche und ähnliche- Befehle erlassen. .Es wurde auch sestgestellt. daß jüdische Soldaten aus einer militärischen Formation aus» Lkfchieden wurden, der Land zugewiesen wurde. Motiv ert Witwe dies damit, daß Juden als Kolonisten nichis laugen. ««tzl-itv. Pogrome «ad anderes. Nach dein ukrainischen Pressedienst Hütten die Noten Truppen bei Homel einen furchtbaren Pogrom veranstaltet, dem 16000 Juden zum Opfer gefallen seien. :* Laut dem Bericht von Dr. Rosenblatt gibt & im Kreise Polozk allein gegen 32003 Kinder, die infolge Mangels an Schulen ohne Unterricht bleiben. - Ausrottung des Judentums? „Unsere schlimmsten Feinde sind stets aus unserer Mitte emporgewachsen," — so muß man auch unwillkürlich denken, wenn man' hört, daß das von der Regierung eingesetzte jüdische Kommissariat in Witebsk die Vernichtung des Cheders sowie die Abschaffung des Religionsunterrichts in sämtliche» Schulen zu seinem Programm gemacht hat. Hrotzbrttarmieu. Mae Episodeim Parlament. L: Im Parlammt hat'e Minister Sir Alfred Mond, 'der ein stolzer Jude ist und dem Wirtfchaftsrat der Zionistischen Organisation angehört, über die auch in England . so schwierige Wohnungsfrage zu reserieren. Bei diesem Anstlß sagte er: - ' ■ " „Jeder, der die Stellung des Ministers für Gesünd- Theitswesen eilsnimmt, erinnert mich an eiiien meiner Vorfahren im Lande Pharaos, von dem man verlangte, Ziegel ohne Stroh zu machen." ' ' Diese Bemerkung löste große Zustimmung im Hause aus, und ein Abgeordneter aus den Reihen der Arbeiterpartei stellte-die interessierte Frage: „Gelangtes ihm?" v; Mond antlvortete: ~r- „Sie hatten gute Erfolge. Ick, glaube aber, das; sic nachher streikten, lvegen der Ueberarbeit, die sie zu leisten hätirlistund das führte zu einer beträchtlichen Unruhe. In M'WkAenwart, wenn'sich die Staatsfinanzen in so ernster PBfttzsn Befinden und' Geld so rar ist, ist die Aufgabe des Ministers/der den Häüserbau durchznführeu hat, eine sehr schwierige." - Konditorei und Caf6 Wilhelm Wendel » 6 Telefon Hansa 1288. urter JSreuten u. Betmännclien. Bäte ZüWye Presse. j Laiserstrasse 69. Beginn 8 Uhr. Tel. Hansa 5516. -; . . TagUeh 4 Vhr lee : '- ~. - unter Mitwirkung erster KnnatkrSfte. Amerika. Die Zahl Ser erlaubte« Einwanderer. Nach der für 14 Monate geltende» 3»/o -?sor»i , berechnet sich die Zahl der.erlaubten Einwanderer wie folgt: Rußland 5197.4, Oesterreich. 50117,. Deutschland 75 040, .England 77 206; .Italien 40294,: Türkei 1759, Rniminieii st 1978, Bulgarien' 315 und Serbien 139.. - - ' Ans der MiSrachi-Beweguag. Berlia HcrmaNN StrII ck gedenkt, nach mehr als einmonatlichcin Aufenthalt in Palästina »ach Deutschland ( zürückzukehren. Für den Herbst will er dauernd nach Palä- ' flina iibersiedeln und sich in Haifa niederlasseti. NewAork. Die Misrachi-Organisation von Amerika wendet sich in einem Aufrufe an die orthodoxe Judenheit Amerikas, sür de» Keren Hajess o d zu spende». Aus der „Agndas Jisroel"-Bewegung. Fraaksurt a. M. In der h'csigen Gruppe e-staiteten Jacob R o s c » h e i m und Dr. Ehr in a » n Bericht über die Wiener Tagung, deren Bedeutung darin bestand, das; mit ihr zum ersten Male ein ordiiiliigsgemäs; gc- - wählter . Organisationsausschuß .zusammentrat. Rosen-' heim schilderte-de» allgemeinen Eindruck der Tagung und verweilte besonders bei. de» zahlreichen Eharakterköpfen, während Dr. Ehrmann aus die Einzelheiten einging. . Fraakfurt a. M. In einer gut besuchten Bersammln»g referierten M a x E o h e n - Cöln und Dr. I. Br nie r. Der erste Referent beschäsiigte sich mit dem sozialen Problem d e s j.üd.i s ch e n B o l ke s. Dieses Pro-. blem sei heute so gewaltig in seinem Allsmaße und so überaus schwierig in seiner Lösung, wie noch nie. War doch die Völkerwanderung ein Kinderspiel gegenüber d;r Wanderung des jüdischen Volkes, die feit 1881 eingesetzt: hat und in die Millionen geht und heute , durch das Elend im Osten unddie Schließung Amerikas in eine überaus kritische Situation gekommen ist! Redner verlangt die Durchdringung eines jeden einzelne» Juden — besonders aber jedes Agudisten — mit der Bedeutung des Problems und sein stärkstes ideelles und materielles Interesse dafür, damit alles getan werde, das Problem zu mildern, d. h. den Wandernden ihr Geschick zu erleichtern. Zur. „Lösung" des Problems zeigte Redner freilich keinen Weg, mld das „Wohm" beantwortete, er nicht. Der zweite Redner verbreitete sich 'über die Idee des Agudismus. Der Inhalt der gedanlenreichen Ausführungen war kurz folgender: Die Orthodoxie war stets von dem Bewußtsein der jüdischen Nation getragen.' Sie hat ihren nationalen Charakter aber wie ein kostbares Gut gehütet, das 'man Nicht vor der Oeffentlichkeit' zeigt, denn, dieser nationale Charakter ist aufs engste mit der Religion des Judentums — wir sind die Thora-Nation — verbunden. Seit der Bälfonr-Dekläration und seit San'Remo, seitdem das Wunderbare geschehen ist, daß das mächtigste Reich der: Erde uns Juden als Nation und unseren Anspruch ans Palästina anerkannt hat, seit dieser geschichtlich bedeutungsvollen Stunde sind wir.Juden in die Epoche unserer nationalen Emanzipation eingetreten. Bis hierher wären wir mit dem Redner einig. Für ihn besteht aber nur der Teil des jüdischen Volkes, der sich als - Thoranation begreift;, wir vom Misrachi aber rechnen mit . allen Teilen des jüdischen Volkes. Dies brachte in der Debatte Erich Fromm zum Ausdruck. Perso»»lte» «. lleirteMttteU«»se«. Berlia. Di« seit 1880 bestehende Gesellschaft zur Forderun g des Handwerkes? und der Ländwirts,chaft unter den russischen Jude.n, kurz .genannt' ,^)R T" hat in London, Paris und in Berlin Zweigorganisätione» gebildet: Die Berliner Oraa-. nisation tst unter dem Namen: „Verein,ORT', Gesellschaftzur Förderung des Handwerks und der Landwirtschaft unter den Juden des früheren russischen Reiches, Abteilung Deutschland^, ins. Vereinsregister eingetragen. Die Ansgaben des Vereins sind: 1- Die Lage und die Bedürfnisse des Handwerkes und der Landwirtschaft unter der jüdischen Bevölkerung auf dein Gebiete des früheren, russische» -Reickws zu studieren. 2. Instrukteure sür Lehrwerkstätten und landwirtschaftliche Genossenschaften zu entsenden und solche nötigenfalls in Deutschland ausbilden zu lassen. 3. Populäre Schriften zur Einführung in neue Handwerksberufe, sowie über Landwirtschaft und Bodenkultur herauszugeben, nötigenfalls Preisausschreiben für ähnliche Schriften zu veranstaften. ' 4. Den jüdischen Handwerkern: Prodnktivgenoisenschäiten und Landarbeitern auf dem Gebieten des früheren russischen Reiches beim Einkauf von Maschinen, Werkzeuge», Düngemitteln behilflich zu sein, resp. auf Abzahlung zur Verfügung zu stellen. ' Der Vorstand besteht aus Rechtsanwalt ' I a: o ü . F r u m k i n sVvrs.), Dr. ing. Moses S ch w a r z, Jurist Aron Siitgälo wski und Ing. S. Gure» Witz. Das Büro befindet sich: Charlottenburg, Bleibtreustraße 31/35, Telefon: Steinplatz 9857. - Effea. Eine Versammlung - der Vertreter rheinisch«. westfäi.' iGeweinden faßte einstimmig - den folgenden Beschluß: „Der Hilfsverein 1>er Deutschen Juden hat sich Nr. 60. bereit erklärt, die deuts ch e Z e n t r a l ste l l e?f ü r w st - j ü d i s ch e Ansim b D-II r ch w a n d e r e r zu . bilden; Die heute versammelten Vertreter der Mehrzahl der rhein-westf. Gemeinden begrüßen 'diese Bereitwilligkeit lebhaft und halten es für geboten, daß alle khein.-westf. Gememde» mindestens 2»/« des Kultussteuersolls sofort dein Hilfsvcrem. überweisen mit der Auflage, die durch die Diirchwanderung besonders in Anspruch genommenen Gemeinden aus den dem Verein überwiesenen.Mitteln zu unterstützen// BreSlaa. Im Alter von mehr als 80 Jahren bet« sch i e d e n hier Simon Ritter,, früher langjähriges Vorstandsmitglied der jüd.' Gemeinde O'cls, und Wilhelm Falk, der sich um die Sklovcr' Synagoge und um die More Leipziger-Stiftung verdient gemacht hat. — Infolge des starken A n t i s e m i t i s m u s hat der Besitzer des jüdischen Restaurants in Schreiberhan. sich entschlossen, den Betrieb einzustellcn. ' ' tzzegediu. Gegen Oberrabbiner Dr. L ö w ist jetzt nach mehr, als einem Jahre endlich das II n t e r s u ch u n g s? verfahren eingestellt worden.- Er-wird nur wegen Beleidigung des Reichsvcrwesers unter Anklage gestellt. Selbstredend Hai auch diese Besckmldigiiiig keinen Bode». . - Jerusalem. Der englilche Bischof von Jeruialem stattete den Oberrabhinern Kn k und M e i.r einen Besuch ab. Fraulfurter Berichte. Persovallea. Die I ii d. F raue n v e r e i n'i g u n g veranstatte.e zur Würdigung ihrer verstorbenen Ehrenpräsi'dentin Frau Rabbiner Dr. Breuer eine Gcdenisei-:r: Rabb.-Assessor Posen und Rabbiner Dr: Raphael Breuer sprachen, und Oberkantor P e i s s a ch o w i t s ch sang das „El inolci rachamim". Die Redner ' schilderten die Heim gegangene als einen Edeltypus des jüdischen 'Weibes: Größte Gewissen 'Hastigkeit in Erfüllung des religiösen Pflichtenlebens, treueste Wacht, daß der-Gatte ungestört seinen dlnfgaben lebe und die Kinder den Lebensweg, den die Thora vorschreibt, wandeln. Kleine Rottre«. D e rK'o u s.e-r v a t i.v »Jüdische Ge nt c inScuc re i n veränstaltet. am Montag, 30. Mai,, abenvs Uhr, im Hörsaäl Börneplatz seine G e » e r a l v e r s a m m l n n g. . Der Hapoel Hazäir veranstaltet Dienstag abend 8>/» Uhr im VolkSbitduiigsheim eine Gedenkfeier für d'e Opfer iu Jaffa. __ Literarische Rundschau. SladertrSame. (Ein Märchenbuch für jüdische Kinder von 6—9 Jährcii von H e r m a n-n Schwab, 1921. 82 Seilen.' Einband nach Entwurf Joseph Budko, Berlin. Frankfurt a. M-, L. Sänger Verlag. Diese reizenden Märchen lehnen sich an das jüdische Leben an und geben dem religiösen Sinn der Kinder Stoff- und Nahrung. . - «oche»-«ale»de,. Samstag, 28. Mai (20. Jjar). Sabbat-Anfang in Frankfurt 73/j Uhr. Sabbat-Ausgang in Frankfurt 9*A Uhr. Wochenabschnitt: Behar. Freitag, 27. Mai abend: 35. Omer. Montag 30. „ „ 38. „ . Wochengottesdienst 6/4 morgens, 7l/> nachm, in den meisten Synagogen. > Ar«»kft»rter K«AMe»«»chrrch1e». Barmizwos. Siegsried Käntstein, Böhmecstr. 15, Saly Buchbinder, Hennannstr. 17, Synagoge Börneplatz. — Michael Posen, Smtdweg 44, Synagoge Friedb. Anlage. Gestorben. Helene.Amschel geb. Höchster, 8l I. — Jeanette Levy Wwe., 79 I., Glauburgstr. 25. — Abraham Stern, 71 I., Fürstenbergerstr.. 145. — Rosel Strupp geb. Wimmelbacher, 33 I., Mauerweg 36. — Leopold Isaar, 52 I. — Moritz Mahler, 25 I. ' . - ' AnSwSrttge AKmUie»«achrrchte». Barmizwos. Robert, Sahn voll Arthur Meyer, Gelnhausen. - : ' Gpe«de». Bei „N. I. Pr." ginge» ein: -^:- Moscs Isaak und Frau anläßlich Vermählung ihrer Tochter mit Rechtsanwalt Sceiiianii (s. Tachkemonischulej 100 Mark. ,; Leo Michael, Hamburg, gratul. Verlobung Eitlinger- Horovitz (f. Natioiialf.) 15 Mark. vrieflaste«. N. Die Berliner Adresse des Skaiidinav. Jüd. Hilfskomitees lautet: Dr. M. Brender, Berlin SW. 47, Aorkstraße 84. " : ■- ■ , j * -! Durch Raummangel mußte die Rubrik „F r än k,fivrt e r Veranstalt 1111 g e n" diesmal ausfallen... / Lämstckno'gen sebriktliöB : JAd. Turmnlni Untsritoilau 2I<