Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 19 (1921)
- Issue
- Heft 20 (26.5.1921)
- Date
- 1921-05-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Redaktion und Expedition: Frankfurt a.M., Langestraße 7 Fernsprecher Amt Hansa 2903 Herausgeber: Satz Geis 19. Jahrgaug. Donnerstag, Le« 18. Ijar 5681 (26. Mat 1921) «r. 29. Jnsertionspreis für die sechsgespaltene Nonpareille-Zeile 100 Pfg., für die Reklamezeile Mk. 3.— sowie 25% Teuerungs- Zuschlag. Platz- und Datum-Vorschrift ohne Verbindlichkeit. Annoncen-Annohme bei der Expedition und in allen Annoncen-Bureaus. — Konto bei dem Postscheckamt in Frankfurt a. M. unter Nr. 4864. :: Erscheint wöchentlich am Freitag. Bezugspreis pro' .Vierteljahr: In Frankfurt am Main bei der Neuen - Jüdischen Presse, auswärts bei der Post abonniert Mk. 4.50 ■ frei ins Haus. Bei Zusendung durch Streifband siir'Deutsch- ' land Mk. 30.00. für alle übrigen Länder Mk. 40.00 jährlich, im Voraus zahlbar. . Praktische. Palastiyaapfgabe« für Juden tu Deutschlaud. . Von Jacob Wolfs, Frankfnri a. M. (Schlug.) - t>> Die H >> p o r l> c! e n b a n k mir dc>» Recht der Pfand- Pricsausgabe. - Hier sind bereits eingcüende-Vorarbeilen'geschassen worden, und ich darf hinzusügen, dass ich selbst.die grnnd- Irgenden'Bedingungen für'die Errichtung'eines solchen Institutes mir dem'High Eommifsioner Sir Herbert-Laut u e l i» Jerusalem, .besprochen, auch schriftlich niedergelegi Und auch eine Bestätigung mir ganz Ueiucu Abänderungen ttereits von der palästinensischen Regierung erhalten hübe. Die Boranssevung allerdings war,- dass - : . . '- l. der Mondatarvercrag, iivie. ihn' England, pr'rgclegt hat,. genehmigt wird und Ä. dass, .das bereits' immnehr in seinem Wortlaut von : - :?v.:]{ uppi i! in Jerusalem der palästinensischen Regierung'vorgelegte Gesetz über die Hiipothekeiibanke» ge- -T nchmigt »nü erlassen wird. Das' Gesetz, das sich im Wortlaut in meinen Handelt befkndci, schlickt sich deiii' deutschen Hnpolhetenbankgeset; unter Dbrncksichlignng der Palästinensischen Verhältnisse nahe'au. " ' Die Hnpöthekentredit-Gcivälinliig innsste sicli .sowohl ans den städtischen, als auch auf' den landwirtschaftlichen Besitz erstrecken, und müssten langfristige Anniiitätshppotheke» sein. - Die Beschkrffung des Kapitals sollte um besten tauch aus. öffentlichen Mitteln, lvennmöglich ans Mitteln des zieren Hajcfsod, unter Mitwirkung des jüdischen Kolonialtrnsts eistolgen. Die Majorität dieser Aktien hat unbedingt in den Händen 'des- KolonialtNists sich zu befinden, damit sich die Ausgabe von (ssrnndervorrechten, die sich fast immer Äs eine unnotwcndige Belastung darftellen, vermieden werden''kann. dlnch für die Errichtung - dieses.Institutes sollte der Kongress mit. Beschleunigung -Fachleute hcränziehei.i, da die Errichtung dieses Institutes wohl die wichtigste Auigäbe im ganzen Ausbau Palästinas darstellk. Im Ziifaninieiihaiig mit der Errichtung dieses Institutes - Müsste auch für eine Drganisativn Sorge gelrvsfen lverdcn,' die die Uiitervringnng der Pfandbriefe der Hnpothekenbank iic . die Wege leitet. Auch dieser Organisation ivird ein grosses Äl'rbeits- und Betätigungsfeld zufallen, zumal bei den derzeitigen Balntaverliältnissen nur ivenige Länder für die Aufnahme der Pfandbriefe in Betracht kommen: ei Eine A g r a r - u il d I n d II st r i e l> a n k. Kredite für die .Landwirtschaft oder für die '.Industrie z, Zr. in Palästina zu erhalten, gehört zu den Unmöglichkeiten. Ich hatte zu wiederholten Malen Gelegenheit,- bewegte Klagen unserer tüchtigsten und angesehensten Kolonisten zu hören, »-die unter dem Druck dieser Anstände sich, ernstlich mit dein Gedanken der Bcrnussernng ihres Besitzes tragen. Es ist nur zu natürlich, dass bei solchen Zuständen die Betroffenen leicht in die Hände von Leuten fallen, die diese Zwangslage durch nbergrossc Zinsfordernngen auszünüpen verstehen. Nicht viel besser liegen die.Verhältnisse . in der erst in ihren Ansängen stehenden. Industrie. Durch solche Znstäiide werden aber auch alle die 'znrückgcschrcckl, Pie. sich ernstlich mit der Errichtung von industriellen Werken -in Palästina beschäftigen. Iin nationalen Interesse .liegt es daher, ein solches Institut mit genügenden vfscntlichen Mitteln..auszustatten, damit.es in der Lage ist, ' durch billige Hergabe von Krediten auf den Zinsfnss im Lande einen bestimmenden Einfluss zu gewinnen. Cs braucht päknrgcinäss nicht hervvrgehvben zu werden, dass sich dieses .Institut auch nur nach rein taufinännischcik Prinzipiell leiten lassen muss. . d)' Eine A rbeilerb a.ü k. Sbivohl man ans diesem Gebiete, ja nur noch, ivenig Erfahrung hat/ halte ich die Errichtung einer solchen Bank zur-'iiiidedingt notwendig. Bestimmenden Einflnss aus die Geschäfte der Bank sott den- Arbeitern selbst zuerkanut Werden, da sie selbst am besten ihre Bedürfnisse einznschätzen vexskehen upd gteichzeirig auch, leichter die Macht -haben, iungdrechten Anforderungen aus der Arbeirerfchast entgegeni Iütreien. Nach meiner festen Ueberzeugnng wird sich diese Bank als eine Wohltat nicht nur für die Arbeiter, sondern - 'Such,' gleichzeitig für den innere»-Aufbau-Palästinas bewähren. Viel Streit .und viel Uitzufriedenheit könnte Dadurch, venrnebeu uizd-diu 'iuinges. - sich gegeiiseitig verstehen- HK'Verhältnis iin Land: selbst anzebahni werten. ch'Die Zionistischtz-Vereinigilng für Deutschland-hat. nach Per Proklaniierung des'Keren Hajessvd sehr rasch erkannt. dass demselben die bedeutendste Ausgabe für die nächsten Jahre znsallen iverde, lind sie hat dant der Rührigkeit und Hingabe, der Leiter des .zieren Haiesfod in kurzer Zeit die Zeichnung von S> Millionen Mark, Iinnplsächlich von Zionisten znsammengebracht. Die Förderung dieses.Werkes ist eine der vornehmsten Pflichten, der wir uns in Deutschland zu unterziehen haven. Es must der Wille aller deutschen, Inden sein, tätigen "Anteil an diesem Fonds zu nehmen, nicht allein durch Hcrgabe von Geldern', sonder» auch durch unablässige Propagieruiig,sclbst. Eine weitere "Ausgabe, die uns in Deutschland znsäUt. muss die Entsendung von organisatorisch befähigte» Bankfachleuteii sein. Es ist unsere PsliclU, Menschen ans oem Bankwesen heraus,ziinehmen, die die Pizaris von Grund auf verstehen und in zäher "Arbeit gewohnt find, a»s kleinen Anfäiigen heraus Grosses zu entwickeln, ohne Uebcrstürzung niid vlnie Fehler zii begehen, die bei der Errichtung solcher Institute ans neneiii Boden leicht 'verliängnisvotl iverden können. Wir haben serner dafür z» sorgen, dass wir Menschen hcranbildc», die das H»polbeke»ba»tn>esen theoretisch und praktisch bis -in die Buchführung hinein beherrschen. Wer mir dem Hnpothekenwesen vertraut ist, weist, dass hierzu cin> ganzer Stab von Fachlenien notwendig ist. Wir haben weiter dafür zu sorgen, dass wir Lenie für die' Plazierung von Pfandbriefen ausivälgcn, die befähigt sind, in den Ländern, die hierfür in Beiracht komme», feste Organisationen für den Absatz zu schassen, denn der Erfolg der Hnpothekenbank ist in lepier Linie abhängig davon, . ob es gelingen' wird,' die Pfandbriefe des Institutes solid'und dauernd zu plazieren. Wir haben serner unser Augenmerk daraus zu richten, Menschen ausznbilden, die die Fähigkeit besinen, die hebräische. arabische und englische Sprache in Wort und Schrift tauch in Stenographie! zu erlernen, um so gut ausgerüstet ihre Kenntnisse in den Dienst unserer Zache in Palästina -zu stellen.. Kurz gesagt: ivas wir tun können, ist neben der Hergabe von Geld die Entsendung 'erstklassiger Menschen, die infolge ihrer 'Erziehung und Kenntnisse befähigt und gewillt sind, sich ganz in den Dienst dieser grnndlegendei! "Arbeiten zu steilen unter "Aufgabe ihrer hier oit weit besser bezahlten Positionen. Wenn ivir in diesem Zinne unsere Pflicht verstehen, fo kann cs nicht fehlen, dass der Einfluss der .zionistischen' Bereinigung für Tenlschlano Ans die Geiainiorganisakion wieder die ehemalige Bedeutung erlangt. Eindrücke vom Zionistischen Delegierteutag. (Schluss., Trotz der versöhnlichen Haltung zum Bin,an Haare: bestand ans keiner Seite darüber ein Zweifel, dass man den bischerigen national-politischen Eh a r a k r t r der Organisation beibehatien will. Im Austrag dec Exekutive vertrat Licht h e im diese Anschauung und segle sich sehr eingehend mir der amerikanischen Auffassung der Drgauisarion auseinander. Sein Programm, das im Wesentlichen die Fortführung der politische» -Arbeit, die Erhaltung des bisherigen Charakters der Organisation und die Palästinaarbcil, besonders Immigration und Förderung der Ehalnzbcwegnng. umfasste, har auf' manchen. Seile» rnttäufchl, Ivo man hoffte, endlich ein klares Programni' für die Kotonifakionsarbeit und einer positiven Stettnngnahme zur Frage des jüdischen Weltkongresses von der Leitung. In hären. Dieser Mangel lrar noch besonders dadurch zutage, dass Lichthcim selbst den kritischen Teil des von der Reorganisationskominission'der Leitung übergebenen Berichts als richtig aiicrkannie, und dass die vier Palästinareferentcn. die erst in. den letzten Wochen ans dem Lände znriickgeiehri find, die, bestehenden Missstänve bestärigie» und auf die .ganz geringe kolonisatorische Betätigung während der letzten Jahre himviesen. - :. Einen Höhepunkt der Tagung bildete die R c d e B l u - m e.n f e l d s zur Frage der zioinstifchen "Arbeit in Deutsch land, die im Wesentlichen die Bedeutung unserer I n g endet z i e h u >i g darsteltte: Diese Arbeit könne nur durch die Radikalisierung des Zionismus gelöst werde«, und diese Älikfassung werde durch die. bisherige Enlwicktüugdes Piv- .iiiergedaiikens. in der Jugendbewegung, -uentelimlidi im ,.Blaü - Weif;", bestätigt. - Iiu Znsäninienhang hiermit.sei ans das Referat von 'Walter Moses vertviesens der betonte, dass die,Aufbringung der Mittel zwar eine grundlegende Vorbedingung für die Aufbauarbeit sei, dass mit dem Geld aber nichts anzufangen sei, wenn es nichr gelänge, die notwendigen fachlich und seelisch vorgebildetcn Menschen hini'ibcrznse»-" den. In der Ausbildung dieser Menschen sali er die Hauptaufgabe des deutschen Zionismus. Das ä ii n erc Bild d e S D e l e g i e r l e u i a g s war durch die fast vollkommene Fraktionierung tauch die „Wilsten" hatten sich zu einer Fraktion der Fraktionslosen zusamniengeschlosseiN bestiniinr. Tie bedeutete zweifellos einen Fortschritt und förderte die Arbeit ausserordentlich durch die Möglichkeit, in den Debatten hauptsächlich die Sprecher. , der Fraktionen zu Wort kommen zu lassen und durch die eilt» svrechend der Fratlionsstärke znjaniinengesetzlen Ausschüsse, die die Arbeit des Plenums vorbereiteten. Es bleibt: »och der harmonischen, leindrNcksvolsea S ch l n ss s i n n n g zu erwähnen, in der die' R.esolntioneii .zu den verschi.denen Referate» einstimmig angeiio,innen wurde»: ebenso wurden die im Haüptansschussvorbereitete» Wahlen e i n sr i in in i g durchgeführt. Allgemeiner Beifall criveclte die in dieser Sitzung bekanntgegebene Entschließung der Tagung de-:- Verband des neutralen Iugendbnnds zur Palästinafrage. . Sie erbrachte den Beweis, dass auch, die deutsche Indenlieit für die grosse "Aufgabe zu gewinnen' ist, und dass die Richtung der 'zionistischen Arbeit in Dentschkandznm rechten Ziel führt.. . Zionistischer Delegierteutag. (Schluss.) Die Beschlüsse. t. D r g a ii i s a^t i o ii. -- -i - Der D.etegierreiitag erblickt in der Zionistischen Weltorganifaiion den Ausdruck der nationalen Einheit und des nationalen Willens des jüdischen "Volkes. Dieser nationalpolitische Eharakter der Zionistischen Drgantsalion ist die Voraussetzung zur Erringung politischer Erfolge und zur Gcivinnnng der ideellen und inalerielle» Kräfte iimt Ausbau Palästinas. - 2. L c i t n n g: Der Delegierteutag fordert, dass der ztongress eine von cinheillicheni Willen geleitete Eretntive einsetzt, die die. ver-- aiitivortliche Führung auf allen Gebieten zionistischer Tätigkeit ansübt. Der Sitz der Exekutive soll entsprechend den gegenwärtigen -politischen, organisatorischen und finanziellen Erfordernissen in London sein'. Die 'Ansbanärbeit in Palästina soll von einem in Palästina wohnenden Teil der Gesamterekiiiive geleitet werden, unter Heranziebiing von Pertretern des Iifckuw. . . :>. Politik. Der Delegierrenrag bekundet fein festes Vertrauen in: die von England in der Balfourdeklarativn niedergelegte nni> von der palästiiienfijchcn LandeSverwaltung unter Sir Herbrrr Samuel bereits cingeteitete Politik, welche zur Errichtnng der nationalen Heimstätte in Palästina führen soll. Tcr Delegierteutag vertrant darauf, dass keinerlei Ztvischenfälle die Durchführung dieser Politik beeinträchtigen werden. Es ist .der ernste Wille des jüdische» Volkes,- den Wiederaufbau Palästinas in friedtichem Einverständnis mit der arabischen Bevölkerung dnrchzuführen. Der Delegtcrtenrag erhebt jedoch entschiedenen Protest gegen die blutigen Exzesse in Jaffa und erwartet, dass der südischeu Bevölkerung die nötige Geiingtiiniig gewährt und dass für "Anfrechterhaltiing der Sicherheit Sorge getragen wird. Der Delegierreniag spricht die Erwartung aus, dass die zur Zeit verfügte Sperrung der Imiuigrativn. unverzüglich wieder aufgehoben wirs.' Die Stetigkeit der Ein- Wanderung und Kolouifativn' ist die unerlässliche Borbe-- dingung für das Getingen der jüdische» Aufbauarbeit iu Palästina. 4. Si c v e ii H ajesjod. Der Delegierteutag erblickt in der Schaffung des Aerest Haiesfod als der zentralen Instiinlion für den Ausbau Palästinas eine "Aufgabe alter Juden. Die intensivste "Arbeit für den zieren Haiesfod muss im Vordergrund aller zionistischen Täiigteil stehen. 5. A m e r i f a. Der Delegierteniag gibt der Erivartuiig Ausdruck, daft die Bemülmiigeii der Exekutive mitcr Führung Dr. Weizmanus zur Durchführung der Keren Hajefsotz-Aktion in Amerika sowie zur Anjrechterhaitnng der Einheit und Auto-- rität der Gesamrorganijation von Erfolg begleitet sein wer-