Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 19 (1921)
- Issue
- Heft 19 (19.5.1921)
- Date
- 1921-05-19
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2692297-2693227-2693246--11478-2706940- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
..in. Loloweni, seine 1 zur drige sitzen zroße , dnmisa- Exe- :akter rherr zur Mittel i sich idern wlkes -inbcihren ihcini ohne 'tern. i das sch iujmi mit cuppe enen. ht eö Die sgehl beweeiten- Uielte iscrce Leren Die ß ei» Wir nprot ge- Rede des ika- Rede Delc- ,sor> ebnere. cigkcir d-Arlolitik ifiert.;egenr abhr tu tiefem früher Zioruppe e sich e, der .f.D. einänger etzüng glau ien zu e der :ffentlb des auch, g der letzten . Stets Eingang Neuheiten in Tapeten "°WU ihe Läufer Vorlagen 20 Nene Mainzerstrasse 20 Ecke Weissfrauenstrasse. :: Telefon : Hansa 1784. ' Monaten einnahm and nach der ernsten .sachlichen ' und. besonders aus Seiten der „Radikalen" von Verairtwortuiig getragenen Debatte, die sich an das Referat Rosenüliiths anschloß — das werdeic auch die Männer vom Bunan Haarez anerkennen müssen ' — eine Gewähr dafür geboten war, daß. eine Einigung durch eine offene Anssprache hätte erzielt werden Tünnen. Wenn wir somit das Fernbleibeil des „Biitjan Haarez" von den Verhandlungen als bedanerlichen Fehler bezeichnen müssen/ so ist doch zu hoffen,-daß dieneuen Berhandlnngen zwischen dem Binjait Haarez und dem ohne einschneidende Veränderungen wiedergewählteit Landesvorstand in nächster Feit die noch bestehende Spaltüngsgefahr endgültig überwinden werden, um mit geeinteir .Kräften die zionistische 'Arbeit in Deutschland wieder auszunehmen. Wenn Gronemann in seiner scherzhaften Art am Schluß der Tagung' raeinte, das; hier keine Desertion, sondern nur eine unerlaubte Entfernung vom Truppenteil vvrliege, so wies' die Ansprache des einstimmig wiedergewählten Vorsitzenden Dr. Rosenblüth darauf hin, dast die neue Leitung das ihr int Rahmen der vom Delegierteniag gegebenen Richtlinien 'JJtögtid)c. tim werde, um die Gruppe -des Binjair Haarez wieder an ihren Platz an der Z. B. f. D. zu bringen. (Schluß folgt.) Born Mischen Nationalsonds. Durch, die von, der Exekutive der Zion. Organisation und vom Direktorin!» des INF in letzter Zeit befolgte Bodenpolitik.fühlte sich Nehemia de Lieme, ivekcher lürzlich als Mitglied der Exekutive zurückgetreteii ist, veranlaßt, nunmehr auch sein Amt als Governor und Managing Direktor des INF niederzulegen. Der Gerichtshof-zu Jerusalem hat . der dortigen Vertretung des INF offiziell mitgeteilt, daß dieser als gemeinnützige G e s e l l sch a s t registriert worden ist. Oslsnä - Jlpotheke H. Ploclimann, Verwalter I llanauerlandsti*. 2 Telephon: H. 2802 I ^±e£ir*“J,SB.,Sttz?rÄS»«r. SeppMks nnd Rom. , Ein historischer Roma» aus dem. vierten Jahrhundert. Bon Ludwig Phllip-sohu. . (K»rtsetzn«g.) Die Verlesung dieser Edikte machte ans die versammelte I Menge bei Weitem den Eindruck nicht, denman viel- I leicht erwartet hatte. Hier undda - erscholl wohl mus der . IMengc der Ruf: „Es lebe der ÄUgustus! Es lebe die heilige Irlirche! Tod den Ketzern!" Aber dieser Schrei der Fana- I liker pflanzte sich nicht fort und verhallte daher bald I wieder. Im großen Ganzen blieb die Masse teilnahmslk'.j, weil sie weder Spiele noch Beute aus den kaiser- I lichen Edikten für sich erfließen sah. Andernteils waren I»och Heide» genug da, die sich an die Weise und Gegenstände ldcr Verehrung ihrer Vorfahren klammerten, und deren sich I das Gefühl bemächtigte, daß auch ihnen ein gleiches Schick- Ifol bestimmt sei. Nicht minder gab es solche, deren Ver- Ihnltnisse mit denen der Juden in enget Verbindung standen. IDenn die Letzteren gehörten -damals, allen Klassen und I Lebensberufen an, die Mehrzahl von ihnen lebte mit der IMasse in Frieden, mit denselben Arbeiten beschäftigt und I denselben Uebelständen unterworfen. Allerdings hatten im letzten Jahrhundert zuerst die Heiden gegen die Christen I schwere Verfolgungen geübt; dann hatten die Christen gegen Idie Heiden'dieselben Verfolgungen in nicht geringerem Matze laufgenommen, — aber dies war doch immer nur von den Ihäutztern ausgegangen, und im Volke hatte sich »och immer »der Geist der Duldung, wie er im Altertums gelebt, erlhalten, und'es könnte nicht gut begreifen, warum man Ilich wegen, religiöser Meinungen unterdrücken und morden I solle, f ' : Darum erhob sich nur ein lautes Gemurmel im Volke, >das bald, zum Gebrause einer lebhaften Volksmenge an- Ischwollt Dev Praetor hatte geendet; er und die Konsulen Ilogen. mit-- ihren Liktoren ebenso -von dannen wie sie ge- Ikoinmen, 'die Volksmasse lichtete sich zu Haufen, diese zu. IGnippeV.ründ'bald' Wie-das Forum sein gewöhnliches Aus- Ichcn tvteder, . Nichtzsör wciröes 'm den Häusern der Inden.'Die'Be». IiürzungHwar/allgemein, Entsetzen-bemächtigte^sich^b^r Ge- - Besonders erfreulich sind die Erfolge, die der JRF gerades in letzter Zeit in or rhodo xen K reiseu erzielt hat. In Litauen haben der Oberrabbiner der orthodoxen Geineinde von Wilna Cha.fim Äser G-r-odzsnskh und die Rabbiner M e n a ch e m K r a k o w s k i und I i z - chak Ru bin st ein durch ihre regelmäßigen Spenden-beispielgebend gewirkt.' In. Kanada hat der schon diirch seine NF-Arveit iw Polen rühmlich bekannte Rabbi I e h n d a Leib Zlotnik als Vorsitzender.des Misrachi in Montreal eine/großzügige Propaganda durch Vorträge und in dev Presse eingeleitet, lind in Ruinänie» har die von der Landessatmnelstelle initiierte Besteuerung beim Mazzothvcrkaus dem INF jüngst 100000 Lei eingebracht. Vom Januar bis. einschließlich April W21 wurde» dem Hauptbüro an NF -Spenden Lstrl. 35 43» abgesührt - (gegenüber Lstrl. 34 652 im gleichen Zeitraum 1920); hier-. - von im April 1321 allein Lstrl.!»22<> (gegenüber Lftrl- - 4112 im April 4020). Randbemerkungen. Dem Zujaminenschlntz der jüdischen Gemeinden Deutschlands! zu einer G e s amt o r g a nis a t io n wird in Kreisen, die die Wichtigkeit eines derartigen Ziisamineiischlnsses gerade i» üer gegenwärtigen Zeit durchaus zn würdigen wissen, mit einem Gefühl des ilnbehagens begegnet. Es ist die Vorherrschaft Berlins, die dieses Gefühl hervorbringt. Man sagt den Berlinern — 'Autokratie nach lind fürchtet daher Bcvorinnndnng.. In der Gemeindeörthodoxie sagt man aber Berlin nicht allein 'Autokratie, sondern auch mangelndes Verständnis für die Erfordernisse des Judentums nach. Ist es doch das. gleiche Element, daß auch in Vorstand und Repräsentanz der Berliner jüdischen Geineinde seine Machtherrschast ausübt. Gerade die letzten zwei Repräsentantenjipnngen haben wieder «inmal ein recht bezeichnendes Streiflicht auf diese Herren geworfen. In der einen Sitzung leisteten sie sich traft .ihrer Majorität die Ungeheuerlichkeit, der Reform-' gemeinde zur Erhaltung ihres Sonntagsgottesdienstes an Stelle des entthronten Sabbats 150 00» Mk. Subvention -zu gewähren. Und die gleichen so seinfühlcnden und fürsorglicheit Gemeindeväter, die felbsl das Irrlicht der Reformgemetnde; nicht verlöschen lajsen wolle», versagen in der iiächst'en Sitzuiig dem Lliitrag von kwlservativer Seite auf Wiedererrichtung des vor 100 Jahren in Verbeugung vor dem neueu' Zeitgeist abgeschaffren Bcth-Düt die Zustünmnng.und lehnen selbst de» Bermittlungsantrag, die Rabbiner, die in dieser Frage.Kompetenten, zur Aeußerung anszufordern, ab. Warum sie es.' ablehnteit? Weil diese deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens, die gleichen, die )etzt n». Zentralverein in voller Unkenntnis jüdischer GcgenmärtSprobtcme die famose Resolution gegeii den Zionismus und gegen Palästina gesägt haben, ritt jüdisches Recht nicht mehr anerkennen wollen und — da die Welt nach ihrem Kopfe gemodelt werden soll — deshalb auch, den andersdenkenden Teil der Gemeinde zwingen möchten, . gletchsälls das jüdische Recht in die Rumpelkammer der Wissenschaft des Judentums zu werfen. Das Mißtrauen ist aiso berechtigt, und es verlangt ausinerksamste Wachsainkeit, — aber die Notwendigkeit der schnellsten Durchsührung einer Gesamtorgauisation wird dadurch keineswegs irgendwie, in Frage gestellt. Zn bedauern ist nur, daß infolge der Gründimg eines Birndes gesetzestrener Gemeinden das konservative Element in dieser Gesamtorgailisation sehr geschwächt ist. Moses ging zn seinen - Brüdern,.heute geht man weg von seinen Brüdern, die in mükrr, Ratlosigkeit aller Geister. Der Streich >var neu und furchtbar zugleich. Schon jene strengen Llusschließungsdekrete bedrohten die Existenz zahlloser Familien, innirer aber doch am meisten die reicheren lind wohlhabenderen, und man konnte voraussetzen, daß, iveil allzii streng, Vieles nicht oder doch nur wenig zur Ansführnug konlinen würde. Aber diese Verbannung aus Ronr, diese Entmurzelnug ans einer Stätte, .die seit-inehr als vier Jahrhunderteir von zahlreicheir Ansiedlern zur dauernden tzeiniat gemacht worden. Wohin sollten sie ihr Haupt trage»? Woher die rneisleir die Mittel zur Auswanderung nehmen? Wie an fremden Orten den Lebensunterhalt wieder gewinnen? Und dabei ein so kurzer Zeitraum von zwei Monden! .... Man lies zusammen, inan beratschlagte, inan setzte Butz- -und Fasttage ein. Die Angesehenen erforschten die Gesinnungen der.höchsten Beamten und Würdenträger. Aber zn ihrem 'Schrecken erfuhren sic, daß der Wille des Kaisers .entschieden, sei» Entschluß nuabänderlich sei; daß dem ganzen Vorgänge Motive zu Gruiide lagen, welche ans dem innersten Zusammentreffen der Verhältnisse,, aus de» gewichtigsten politischen Zivecken Hervorliesen. Man mußte auf die. strengste Durchsührung gefaßt sein. Alle Einsprache, alles Sollizitieren, asie Anerbietungen wurden zilrnckgewiesen.. Das Nächste ivar, daß jene Notabel», welche die Zahlnng von monatlichen Subsidieii überiionrmen hatten, diese als ihnen nunmehr unmöglich einstellten. Hatten sie sich hiervon eine Wirkung versprochen, so sollten sie zu ihrem Entsetzen eikttäuscht werden. Sie sahen sich von einer Seite verraten, von welcher.sie cs am wenigsten vermutet. Meschüllam hatte dem Kaiser ängetrage», die Wciterzählnng zn bewerkstelligen, wenn ihm ausnahmsweise das Verbleiben in Rom Lestattet würde. . . . Man ' war begierig darauf eingegangen. Dieser Greis, der dem Ende seiner Erdenlaus-» bahn' schon so nahe, stand, hatte -diesen Verrat nicht gescheut, verblendet voic der Habgier, aus den, allgemeinen ' Sturze seiner Glaubensbrüder .einen unermeßlichen Vorteil zu ziehen, — den» nun mußten die einträglichsten Geschäfte ihm allein in die Hände salleir. Mit eherner Stirne ertrug er alle die Vorwürfe, alle die Beschimpsimgen und Verwünschungen, die auf ihn gehäust ivnrden; lächelnd wie immer zog er sich zurück und hielt die Dränger möglichst von sich ab; wur.de.eS ihnL zn arg, so sing er an zu drohen, „>HIid man wußte, 'daß er die. Mittel und das Herz Offenbacher DrncUnit-Aalage Qffenbaoh a. M» Telefon 123. Unübertroffene Teppfchrelnlgnng mittelst Druckluft. den Banden nichtjüdischen Geistes unterzugehen drohen, — >vie will man da „hanreiach tanriach" sein, einzuwirfen - suchen? Die Gesamlorganisatiou ist eine zwingende Notwendig-- keit, iiiu hunderte kleine Gemeiirden, um zahlreiche soziale Einrichtungen der deutschen Jndenheit vor dem finanziellen Zusammenbruch zn rerten und tim so weitere Verwirrung und lveitere» Znsammenbrnch z» verhiirderit. Der Zusammen- . schlnß soll Schlimmes verhüten, — aber er kann auch Gutes Hervorbringen, wenn Männer mit positivem Judentum sich auf der. Tribüne dieser Gesamtorganisation Geltung zu verschaffen wissen. Erez Israel. 3« den Jaffa« Ereigniffea. Jaüotinskh empfing im Londoner Büro der Zion. Org. die jüd. Pressevertreter, denen er A.uMä-. rnng über die Lage in Palästina gab. Genaue Eittzrl-.. heilen über die Vorfälle ftündeik noch ans. Wichtig sei die Versicherung Churchills, der bei seiner Anweienheii in Palästina die beste Meinung von der jüv. Arbeit - und dem Chaliizim gewonnen habe, daß weder, die jetzigen noch sonst irgendwelche Geschehnisse irgendwie die Regierung beeinslnssen könnten, ihre Politik bez. der Ariden in Palästina zn ändern. Was in der Balsour-Deklarattvn versprochen und durch den Beschluß von San Rem» vestimnit worden ist, werde sicherlich durchgefnhrt werden. Tie jüd. Kolonialbank in London hat von ihrer Filiale in Jaffa folgendes Telegramm am 8. Mai erhalten: Tie Stadt ist vollkommen ruhig: die Jasfaer Filiale wird henke eröffnet.. Beim Uehersall der Araber auf Petach-Tikmah imirde . der Sohn des Vorsitzenden der Kolonie, Abischalom Gniesin, getötet. Einreise Palästina provisorisch sistiert. , Caruwlia" Abfahrt verschöben. ' („I. P. Z.")) Deutsches Reich. Führertagung des BeröanSes der ISS. Jugeudveretae. Tie zweitägige Führertagung des VerbandeS der Jüdischen Jngendvereine Deutschlands zu Pfingsten in Kassel wuchs sich zu einer großartigen Kundgebung für den jüdischen Einheitsgedanken anS. Der nachstehenden einstimmig angenommenen Resolution zur P a l ä st i n a f r a g e soll ein Bericht ij-ber diese bedeutsame Tagung folgen: Mmton» Malawi feinen Anstrich n. Lackierung führt preisweit ans.' —— Ia. Referenzen, m—m, W » Beols.er Hochstrasse 59. Tel. H 6368. Atelier Schäfergasse 15. Piämiiert Düsseldorf 1902 hatte, seine Drohungen auSzuführei«. Die angesehensten Rabbiner begaben sich zn ihm, um ihn zur Zurücknahme des an« seligen Vertrages mit dein Hofe zit bewegen: er hörte ihnen höflich zn, entschuldigte sich mit der Notwendigkeit und gab vor, dadurch den Weg offen, zn halten, aus welchem nach einiger Zeit die Berbannimg zurückgenommen werden würde. Die mehrmats wiederholte Erinnerung von Seiten der Behörden ließ keinen Zweifel darüber, daß es bittrer Ernst sei. Die bemittelten und kräftigen Glieder der Gemeinde sahen sich rasch »ach neiieir Sitzen in den benachbarten Städten um. Die große Masse" aber wollte die Gewalt abwarten, die man gegen sie anwenden würde. Sie verließ sich auf die Wucht ihrer Menge. Am! wenigsten aber erfüllte sich auch hierbei die Hoffnung 8er Klerikalen. So sehr sie auch die Ueberzengnng unter den Juden imsbreiteten, daß sie durch den Ilebertritt altem diesem Drucke entgehen, ja noch Belohnnngen erhalten würden: so blieb dies doch gänzlich wirkungslos, und nicht ein einziger namhafter Mann folgte der Lockung. Wut und Verzweiflung im Herzen, hatten sie Ainr bitter» Hohn zur Antwort für ihre Versucher. ll. Es war einige Monate vor diesen Vorgängen. In eine», prächtig ausgeschniückten Gemache des Kaiserlichen Palastes acn User der langsam fließenden Seine, in der schon damals aufblnhenden Stadt Paris, deren Häusermenge bereits längst von der Seineinsel über den Fluß ans dessen beide Seiten hinausgeriickt war, lag auf einem mit den feinsten Decken bekleideten Lager ein krankes, Werbendes Weib. Ihr Haupt war lies in bie Kissen hineingesunken, ihr .Körper äusgestreckt, daß die feinen Hüllendie Formen der schlaiiken Gestalt erkennen ließen, die zweien und iveißeil Hände über der Decke bezeugten in ihrer völligen Abzehrung die Fortschritte der Rankheit. Sie schlunnnerte, aber der unruhige, röchelnde Atenr ihrer Brust, die umschriebene Röte auf den bleichen Wangen und die falbe», bebenden Lippen erwiese», daß eine fieberhafte Erregung durch den Körper zuckte, und daß dieser gewölbts Busen nur ein zerstörtes Organ umschloß. (Fortsetzung folgt.)