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Neue jüdische Presse · 1921-05-12 · Heft 18 (12.5.1921) · p. Seite 3

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
19 (1921)
Issue
Heft 18 (12.5.1921)
Date
1921-05-12
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 18. Stets Eingang MT Menhelteh in Teppiche Läufer lfor lagen 20 Nene Hainzerstrasse 20 Ecke Weissfrauenstrasse. Telefon: Hansa 1784. Tagung beschlossen, unter dein Namen „Indische Kindeehilsc" eine Sainniliing uiiter den deutschen Juden ,;:i reranstalten, deren Ergebnis in erster Linie den n » t l : i - d e » d e ». I u g e n d s ü r s o r g e - I n st i t u t i o n e n zugute konimeil sott, dann aber auch der offenen Jugendpflege, insbesondere den F c r i c n - K o l o n i e e n ete. dienstbar gemacht werden sott. Die Zeiitralwohlfahetsstxlle hat sich an alle ihr angeschlossenen Genieiiiden und Organisationen gewandt, ihr bei der Durchführung der „Jüdischen Kinderhilse" behilflich zu sein. Griechenland. AuS der Nationalversammlung. Sofort nach Erösfnnng der Sitzung vom 19. April wirs das Wort dein Abgeordneten Siakis (iSrael. Deputation von Saloniki) erteilt. Siatis beklagt die Sceiien, die sich' letzte» Freitag in Saloniti abgespielt haben. Das Gerücht war dort im Umlauf, das; ein christl. Mädchen zur Ausübung von Religion-Gebräikchen von Juden entführt und .gemordet worden wäre. Er fährt weiter io er, 'dag der Dank der Juden und der Bevölkerung aer. Rcgiernng Griechenlands gebühre, die sofort ihre ganze Pflicht getan, der griech. Justiz, die sofort unnachsichtlich der Person eingegrisjen habe, und richtet letzten Endes das Ersuchen, an die Regierung, die Schuldigen zu bestrafen. Ministerpräsident Gounaris antwortet sofort, er liahe sofort nach Eintreffen, der Nachricht den tclesvnischen Befehl nach Saloniki gegeben. Die Anfrechterlialtniig der Ordnung wurde streng durchgeführrt. Er beklagt von Herzenden Juden eine Handhabung zuziischreiben, deren dieselben unfähig sind. Er (Gonnaris'i habe sosoit den Befehl nach Saloniki gesandt, die Personen ans jeden Aal! sofort ausfindig zu machen, die das Gerücht in Umlauf gesetzt, verbreitet oder sonst sich beteiligt haben, um dieselben der strengsten Bestrafung znziisühren. H. I*Iochmanu, Verwalter Hänauerlandstr. 2 Telephon: H. 2802 Ia. Qualität , das Beste zur FrQbjahrskur. MM Prell-. Amertta. Keren Hajrffod. - In Amerika wurde, ei» Keren Hajossed-Komiiee gebildet. in dein die aus der Landesexecutive ausgeschiedenen Mitglieder sowie andere zionistische Föderationen vertreten sind. Brookliner Kanflente haben sich verpflichtet, I Million Dollars ausziibringen.' In den ersten Tagen nach der Eröfsnng des Kcreii Hajessod-Büros wurden in New Bork bereits 2 M il 1ionen Doll a c s gezeichnet. Argentinien. EinwauderungSbedingunge«. folgende Personen brauchen eine Tpeziaserlaiibnis der argentinischen Einwanberiingsbehörden in BnenoS Aires für die Einreise. . Sl l l e i n r e i s e n d e Kinder unter Ist Jahr e n , allc in rei scn de Perso nen über ßo Ia (i r, alle! u r eisende sch w a n ge r e F r a n e n . a l l e i n r e i s e n d e Franeu mi t Kinde r u nute r 10 I ähren, Familien ohne F a m i l i e n h a n p t o d e r-P a t e r. Reisende nach 'Argentinien, die zu den oorgenannien Personen oder Kategorien gehören, müssen sich, am sich große Unannehnilichteiten zu ersparen, ehe sie sich in Bewegung setzen, durch ihre Berwandten in 'Argentinien die geforderte Einreiseerlaubnis unbedingt?uschicken lassen. Knrze politische Nachrichten. München. Im Landtag erklärte Staatssekretär Dr. Schi» eher, er habe sich schon früher gegen die mastlose He tz e gewisser a n t i s e in i t i sch e r K r e i s e goivandt; die Regierung mistbillige Aiisschweisniigeii jeder Art. I» der Praxis merkt man freilich von die'er Mißbilligung seitens der sonst so energischen Regierung nichts. Gerade in München treiben die „Hatentrettz"-Heiden ihr .Wesenungehindert weiter. Dresden. Im Landtag versicherte Minister L i p i n s k i, daß dir Regierung die E i n w a n d r r u n g V o n Ostjude n v e r h i n d e r e. Abg. F e l l i l ck» ivandte sich gegen dieses unhiimane Borgehen': Deutschland Härte während - des Krieges die Ostjuden herbeigerufrn: jetzt danke cs ihnen durch Ausweisungen. In dem preußischen Ort Papitz wurden die dortigen Ostjuden .— 20 an der Fahl '— verhaftet und Nach dem Sanuiiellager Quedlinburg a b g es ch o b e n. Wastztngtou^ Staatssekretär Hughes führte bei Besprechung des E i n w a » d e r u n g s g c s e tz c s im Repräsentantenhaus u. a. aus, das Gesetz solle die Einwanderung anss geringste Mast einschränken. Tenn Armenier, Juden, Perser und Rüssen - drängten seit 1914 zur Auswanderung und könnten nicht als erwünschte Bevölkernngsteile Irgend eines Landes angesehen werden. — Die Bibel der Juden sagt, das; man dein Flüchtling Schutz gewähren muß, — aber zu solcher Auffassung hak sich die erleuchtete Menschheit unserer Tage noch nichr aiifgeschwungen. » _ Seite 3. Offenbacher Druckluft-Anlage Offanbaob ai, M. Telefon 123. Unübertroffene Teppichreinigug mittelst Druckluft Zionistische Nachrichten. Berlin. Non „Die Arbeit" sAtonatsschrist des deutschen Landesverbandes Hapoes Hazair, Berlin N 24, Angiislstr 17. — 'Abonnement vierteljährlich Mk. 8.—) ift^ciii starkes Doppelheft erschienen. 'Abgesehen von der 'Ausbreitung des Gedanlriis des Hapoel Hazair und der Zeire Zion in den verschiedenen Ländern, von der die veröffentlichten Berichte Zeugnis oblegen, gibt das Heft ein Bild von den geistigen Probleme,, und dein Streben nach Vertiefung der Gedankenwelt der Bewegung. Ein ausführlicher 'Artikel „Prag, Haifa und weiter" von . Robert Fel sch behandelt insbesondere die gegenwärtigen programmatischen und politischen Problems Eine wichtige Teilfrage bespricht Georg Landauer in seinem Artitel „Zur Frage der Galuthbeiyegnng des Hapoel Hazair". Eine programmatische Grundfrage behandelt auch der.'Artikel „Unser Sezialismus" von D r. Hug» Bergmann (Jerusalem). Mit lebendiger 'Anschaulichkeit schildern Brie.e eines deutschen Cha..er aus Palästina ras Leben in de» Arbeiterkoinmnnen. Von weiteren Beiträgen nennen mir eine Aenßernng von Adolf Böhm „Meine Haltung .in der Bodenfrage". Ein Artikel über die geistigen nnd sozialistischen Strömungen der asiatische» Völker „Panasiatismns" von Hans Kohn (Paris-), ferner „Jüdisch-sozialistische Erziehung" von Gerhard Fuchs, ei» ausführlicher Nachruf für Peter Krapotkin von. Rudolf Samuel. Frankfurt a. M. Der Vorbereitung zu dem Kongreß: galt eine von der Zionist. Ortsgruppe im gristen Saale des Vottsbildiingsheimes veranstaltete, gut besuchte Versammlung) Jakob Wolfs betynte besonders die Notwendigkeit maximaler finanzieller Opfer und kcr Reorganisation des jüdischen Bankwesens. Jakob H e r z - berg schilderte die wirtschaftliche, politische, kulturelle und moralische Indennot und zeigte, das; nur der Ausbaitz Palästinas aus diesem Elend zur Freiheit führen kann. Erich Fromm legte dar, das; im Ausbau Palästinas sich alle Richtungen des. Judentums vereinigen rönnen., und wie dieses praktische Ziel es schon vermocht hat, weit über den- Rahmen der zionistischen Partei hinaus, die gesamten Kreise des Iiidcntnnis aiiszurütteln uudznr gemeinsanien Tat zu einen. Frnnfsurt a. M- Die Ortsgruppe wählte Jacob Wwlss, Ingenieur Nathan Grün stein, Alsost!» G o l d nia ii n, Architekt R i ch. K anss in a n n, Dr. Siegsrieb ch>v arzs ch rtd und A lsr. Be r ge-r ais Delegierte und L e » i g a rd und B a n in r i t t e r als Ersatz- Delegierte für den D e l e g i c r t e » t a g in Hannover. ■r Neu eröffnet! -W» Cafe Schneider, Zeit 46 Konditorei teinster Baehwaren.' Spezialität: Pralin&s. Sepphoris nnd Rom. Lin historischer Roman aus dem vierten Jahrhundert. Bon Ludwig PhiliPPfoh«. Fortsetzung.) Alles dies geschah, ohne daß ein. .Wort gesprochen wurde.. Ans dem^Hofe fand er ein starkes, wohlgesatteltes Rotz, das er bestieg. Alsbald öffnete sein Führer daS Tor des Hauses und leitete ihn abermals durch ein Gewirr von Gassen nach .einem Nebenausgang der Stadt, durchwatete mit ihm eine Furt des Tiber, brachte ihn ans Umwegen auf die große Heerstraste, nnd nannte ihm die Häuptorte, nach denen er seinen. Weg nehmen sollte. Hieraus sprach er: „Jetzt geh, nnd erreiche das Ziel, das man Dir wünscht. Hier aber ist 'noch ein Schreiben,, das lies am nächsten Platzes wo Du rastest." Der Mann war verschwunden. Dieses ganze Befreiungswerk hatte kaum eine Stunde in Anspruch genommen, und der Wechsel der Szene war so schnell vor. Patrika vorübergegaiigen, Vast dieser, als der.Mann im Dunkel der *Nacht verschwunden war, sich erst besinnen mußte, wie es eigentlich mit ihm stehe. Der kühle Nachtwind, der sein Antlitz umspielte, lvar ihm so ungewohnt, die freie Bewegung der Glieder ihm so verloren gegangen, das; er-wie berauscht und seiner kaum . mächtig war. Aber schnell, erfaßte sei» Geist das Drängende des Momentes, er schüttelte den Nebel von seiner Seele,, richtete sich aus, zog den Zügel an, trieb den Fuß in die Weiche des Pferdes, nnd sorr sprengte er in die Nacht hinein. Sein an das Dunkel gewöhnte Auge ^gewahrte die Dinge in ihren grauen Umrissen. Fort ging es durch Felder, Täler und Berge, an rauschenden Bächen vorüber und an tiefschattigen Wäldern, deren Wipfel im Sturme rapschte»,, mitten durch Dörfer und Flecken, deren Bewohner schliefen. Wie hoch hob sich seine Brust, wie atmete erssötzfrei, so frei, wie kämpste er so selig-dem Anprall des. ) Wjiides entgegen, und sühlte mit Wonne, dast er.frei, frei seiss Der.,Wiüd legte sich; die Sterne traten funkelnd hervor am' weiten Himmelsbogen, den die graiien Wolken abziehend verlietzen, cs wurde lichter um ihn. Da hob er chie Rechte nach obeii, sein Auge strahlte, feurig empör, ilnd ^über^seiiie Lippen drangen die Worte: „Ja, Du hast . es-getan, göttlicher Hirt, der Du die.. Sterne des Himm.elsAermiSsührst,tzkeiner bleibt^aus, ..und Deine. Kinder aus GoenMÜepzr.keiner^gehet^^ verkorenl. Ich:'wargesunken in die Tiesen der Erde, die Riegel der Unterwelt waren vorgeschoben, ineine Seele verschmachtete und sprach: mein Auge wird das Licht nicht Wiedersehen — aber Deine Hand, hat die ehernen Pforten zertrümmert, nnd aus dem Abgrund. mich eniporgehoben, und ich bin frei, frei!" — Zwei Tage später entfernte sich auch Fanstns, aber im Lichte des Tages, als wenn nichts geschehe», aus dem Konsulargefängnis und lehrte nichr wieder dahin zurück. Er holte sich von Jddo die bedeutende Summe ab, die sie ihm verheißen, und bestieg nach Verlaus von' zwei Wochen ein Schiss, das ihn nach Spanien führte. So groß der Schreck auch über die Entweichung des Gefangenen und seines Wärters bei den nächsten. Beamten des Gefängnisses war nnd so leicht auch die Tpui^en von dem entwichenen Aufseher bis zu Jddo hätten aufgesundcn werden können, so -hielte» es jene für das Geratenste, die Sache »nt Stillschweigen zu verdecken, um für ihre eigenen Personen keinen Sturm heraiifzubeschwören, wenn die Kunde bis zum Kaiser dringen sollte. Auch, waren bereits die Angelegenheiten des Staates so schlvicrig geworden, dast man sich mit nntergeordneteie Vorfällen nicht aushielt. So kam es, dast von der Befreiung Pätrikas gar nichts vcrtautbar ward, und jede Verfolgung nach 'einigen unerheblichen Versuchen unterblieb. 10. ' . Die Bekehruifg-5versuche Joseph's des Abtrünnigen hatten einen sehr geringen Ersolg. Er stieß überall aus Widerstand undl Unwillen, und da er immer zudringlicher uni» heftiger wurde, konnte er mancher nnangenehmen Behandlung nicht entgehen. Nur einige wenige verkommene Subjekte schasste er für die großen Drittel, die ihm zu Gebote standen, herbei, und waren diese auchwillige Werkzeuge zu glänzenden.Schauspielen, die dem Volke geboten wurden, so konnten dadurch doch die Augen der höheren Geistlichkeit . nicht mehr geblendet werden. Desto mehrdrang Joseph bei dein Bischof Liberins auf die Durchsetzung jener gehässigen Maßnahmen, welche die Juden in ihrer Gesamtheit treffen sollten. Und hierin fand er völlige Uebereinstimniung bei dem Mschof. Dieser' wollte gern seinen Frieden mitdem Kaiser schließen nnd. der Kirche wenigstens den Schellt wiederhergestellter Einheit verschassen, zugleich aber der Welt einen Triumph der Kirche darbieten können, der deren fortschreitende Macht bewiese und ihm siir seine-Nachgiebigkeit Nachsicht verschaffe. - Da nun Joseph behauptete, daß dem Andrange dieser Eöikte ein beträchtlicher Teil der jüdischen. Masse nicht widersteiien würde, so begann Liberins sienötigen Schritte zu tun. Auch war augenblicklich die politische Konstellation günstig. Hatte auch Iutianus den Borschaste» des Kaisers nicht gehorcht, keine Truppen entlasse» und den Purpur nicht abgelegt: jo schien doch seine Sache auch nicht vorwärtszugeheN. Unbeweglich stand er mit seinem Hauptquartier in Paris und hatte seine Truppen nicht einmal, zusmninengezogeii. Es war,, als'ob er den Angriff erwarte und »ur zur Abwehr geneigt sei. In Rom sah man die Dinge nie anders an, als wie-sie in Rom selbst erschienen, nnd Jeder, der in den Zanberkreis dieser Weltstadt, die sich »och.immer als den Herd aller Herrschaft träumte, getreten,, konnte sei» 'Auge über diesen Gesichtskreis nicht erheben. Man war aber in Rom an einen, schnellen Fortgang uni» Verlaus gewöhnt: wer die Waffen gegen diesen Mittelpunkt der Welk nicht vorwärtstrug, erschien ihm schon überwunden. Man glaubte daher in Rom den -Julian ohnmächtig und in diesem Gefühle den letzten Schlag erwartend: oder nian dachte, ihn sich dem Eonstantius unbedingt ergeben, aber von seinen empörerischen- Soldaten zu der Rotte des Augustus gezwungen. Eonstantius und seine Räte waren vaher entschlossen, das Schwert gegen Julian zu ergreifen, den Feldzug gegen ihn zu eröffne» und ihn zu erdrücken. Dazu wollten sie insonders die Christenheit ausrufen nnd deshalb in die Pläne des Klerus bereitwillig cingehe». Nach vielen Verhandlungen war endlich eine Formel zu Stande gebracht, welche die Spaltung zwischen den Lehrsätzen der katholische» Kirche und der 'Arianer mit zweideiitigen Worten verdeckte. Liberins und seine versammelke« Freunde stimmten ihr zn, und wölkten sie aus dem Konzil zu Rimin i, das daher in den nächsten Tage» eröffnet werden sollte, in Vorschlag bringen und unterstützen. Mur lioffte, dann nur aiis eine geringe Opposition zu stößeü. Zuvor aber sollten die Dekrete gegen die Juden erlazfen werden und zur Ausführung kommen. Das römische Volk war aus das Forum zusammenberuseir worden. Noch stand dieser weltgeschichtliche Platz in seiner alten Pracht und Herrlichkeit da. War er auch schon des Schmuckes zahlloser Wldsäulen beraubt, so erhobest sich doch noch ringsum die prächtigen und kolossalen Bailwerke; die Paläste und Tempel, die Trimnphbögen und Monumente-, an welche die Zerstörung ihre räuberische Hand nochnicht

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