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Neue jüdische Presse · 1921-04-08 · Heft 14 (8.4.1921) · p. Seite 5

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
19 (1921)
Issue
Heft 14 (8.4.1921)
Date
1921-04-08
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 14 Kraukfurter Beranstaltuugen. Lalmud-Thora-Berein. (Hörsaal Gemeindesynagoge Börneplatz.) iamstag, nach Schacharis: Haftoro (Dr. Rabin)H, 11: Schulchan Aruch (Unna)*), 3>/i: Raschi-(Lipmsky), nach Mincha, Mikro (Unna).?onntag, nach Schacharis: Mischna (Groß), Schulchan Aruch (Lipinsky), 9Vr: Gemoro (Unna)*), nach Mincha: Dinim schel Pessach (Unna). Yontag, nach Schacharis: Mischna (Groß),?>/«: Fortbildung für junge Leute. ÜenStag. nach Schacharis: Schulchan Aruch (Unna), 6V-: En Jakauw (Unna). sittwoch, nach Schacharis: Mischna (Groß), 6i/2: Chauwaus halewowaus (Dr. Braun). lonnerstag, nach Schacharis: Schulchan Aruch (Unna), 8: Gemoro (Unna)*). teitag, nach Schacharis: Mschna (Groß). Artbildung für Knaben: Samstag. 3: Schulchan Aruch (Abt. I Dr. Unna, Abt. (I Groß), 4Vi: Schulchan Aruch (Abt. III Groß), Dienstag, 5: Schulchan Aruch (Abt. Hl Groß), 5ys: Mischna (Mt. I Unna), Mittwoch, 5: Schulchan Aruch (Mt. II Groß), Donnerstag, 51/3: Gemoro (Abt. I Unna). Jüdischer Turnverein, I. T. V. Leim und jüro: Unterlindau 21. Turnzeiten: Herrenabt.: Mittwoch, Klingeroberrealschule, Mauerweg 1; Zöglingsabt.: Manig, 8, Deutschherrnmittelschule, Dcutschherrnkai 17 (Frannsteinerplatz); Knabenabt.: Montag, 5 Uhr nachmittags, lingeroberrealschule, Mauerweg 1; Damenabt.: Donnersig, 8 Uhr abends, Herderschule, Wittelsbacher Allee 10, Mchenabt.: Dounerstag, 4 Uhr nachm.. Herderschule, sittelsbacher Allee 10. — Jeden Dienstag abend 8l/i, nierlindau 21: Heimabend. M e k 0 r C h a j i m, Samstag, 4: Mikro (Rosenzweig), ionntag, 7: Piutim, Montag, Mittwoch, /: Gemoro (Dr. Ireuer). Montefiore, Mittwoch, 87«: Generalversammlung. Eingesandt. Warnung an Answanderer nach Amerika. . Bon den amerikanischen jüdischen Organisationen eraltci'. wir die Mitteilung, daß gewissenlose Agenten inwl-nderer, die nach den Bereinigten Staaten wollen eilen aber Schwierigkeiten seitens der Paßbehörden c»» mcht werden, verleitet werden, stait ans die legale lekeitigung der Schwierigkeiten zu warten, „ach Mexico zu ihre». Bon dort aus sollen diese Einwanderer versuche.:, ier die Landgrenze nach den Bereinigten Staaten z» gelingen. Dir gnglücklicheii Eniigrantcn, die von diese,r Agenten u solchen Schritten verleitet ivordeu sind, werden dadurch!!i die unglücklichste Lage gebracht. Die Landgrenze von ’iejico nach den Vereinigten Staaten wird strengstens bcrwacht, sodaß keine A.öglichkeit vorlie.qt, sich nach den lcreinigten Staaten einziischlcichen. Zahlreiche Personen, ie dies versucht haben, sind in dem amerikanischen Städte icxas interniert worden, haben nun schwere Bestrafung leb Rücksendung zu erwarten. Andere sind nach Mexico »rückpesandt worden und besindc» sich dort in der jcklimiii-!cn Lage. Durch ihre Unbesonnenheit habe» sie sich userdem die Möglichkeit, nach Amerika zu komnien. für iiimer verscherzt. Es ist selbstverständlich, daß keine jüdische Organisation i:ie ungesetzliche Einwanderung dieser oder tencr Art eitcrstüht. Die Emigranten müssen aber eindriualichst ewornt werden, den Lockungen gewissenloser Agenten 11. folgen, die es nur darauf abgesehen haben, au? der Iiiwissenbeit, der begreifliche» Ungeduld und dem ilend der unglücklichen Emigranten Kapital zu Magen iid sich nickst darnin kümmern, ivaS schließlich ans dene:: >nd. die sich in leichtsinniger Weise ihnen anvertrant afccii. Es muß immer wieder darauf hingeiviesen werden, aß »jeder Versuch, in illegaler Weise mit nicht oronungsiäßigen Pässen und Papieren die Vereinigten Staaten it erreichen, die Emigranten nur in dauerndes Elend ährcnmuß. *) Religionsschule Hermeswcg 27. Neue Jüdische Presse Seite 5. Zwei typisch Erlebnisse als Beweis für die gewaltigen Gegensätze innerhalb unserer jüd. Gemein^ schüft mögen dem einen die Augen für die Auswuchernngeu vertnöcherten Kastengeistes öffne», dem andern den Blick für das edle echt jüd. Hdrz schärfen. Es ist j\ät abends. Soeben erfahre ich die Knude von dem Hinscheiden eines lieben Freundes; es drängt mich den aebeugten Angehörigen Worte des Trostes und Anteilnahme zu spenden. Doch noch nie war ich in einem jüd. Drcincrhause, ich wußte nicht, mit welchen hebr. Worten man nach uralter Sitte die trauernden Hinterbliebenen anspricht. Da begegne ich zwei ärmlich gekleideten Menschen, Typus Ostjuben. Ich rede sie an und bitte sic, mich doch über den Spruch bei jüd. Deileidsbesuchen zu belehren. „Gern, inein Herr", sagen sie, und schon klingt von ihren Lippen in fließendem Hebräisch der alle «prnch. Ein heiliger Schauer durchströint mei>»e Brust, ich möchte in meinein Schmerz aufjauchzeu zum Himmel und Gott dafür danken, daß .ich Jude bin, daß meine jüd,> Brüder aus dem Oste» mich verstehen, mich nicht stehen lassen und abweisen, sondern trotz schlechtem Deutsch und unbeholfener Worte sich die größte Mühe geben, mir den Svrnck zu erklären, da sie annehmen, ich könne keiic Hebräisch. Erst dann lassen sie mich weiter gehe», bis ich ihnen den Satz fließend und ^fehlerfrei wiederholt hotte. Am nächsten Morgen. - Ich eile in meine alte Religionsschnle, um mir einen Tatlis zum Minjan y: borgen, das der Vater des Verblichenen ini Trauerhause abhält — Dort wo ich sieben Jahre lang den Geiß unseres JudentmnZ von den Lippen, verehrter Lehrer sog, wo ich als „Bar Mizwoh" in die Gemeinde Israels aufgeilommen wurde, wo ich niich heknrisch fühlte von Kindesbeinen an, konnte ich ja stets auf liebevolle Aufnahme: rechnen — Die alte Hausmeisterin, die mich seit de» Ouintanerjahren kennt, begrüßt ».ich und weist mich mi! meiner Bitte an den Tempeldiener. — Doch wie geschah mir, als ich mit Achselzucken und spöttischem Lächeln darüber belehrt wurde, daß Tallesim aus keinen Kill verliehen werden, wer ich denn überhaupt sei und ich. solle nicht weiter stören: — und ick wurde hinausgesvieseu aus dem Rauur, wo über dem Almemor geschrieben steht: „Wisse, vor wem du stehst!" ans dein Raume, wo der Geist der Versöhnung, der Liebe;, und Hilfsbereitschaft blühen sollte, aus dem Raume, ivo icki mit bcr heiligen Begeisterung des 13-iährigen Gott für das herrliche ewige Geschenk der Thora gepriesen hatte: der Tlora, die als ihr .Hauptgebot verkündet: „Du füllst dei>:en Nächsten lieben wie dich selbst!" Meine Brüder und Schwestern, könnt Ihr mir „achfützlen, was ich in meinem Herzen emvsand? — Wie lenchten . doch jene beiden armen, zcrlumdten Oüjuden mit. ihrem liebenden, mitfühlendem Herzen in meiner Erinnernna: Ihre freundliche bescheidene Aufklärung ist vor Gottes Thron ichnmaf edler befunden worden, als so manche reich Gabe eines Woblversoratrn, der ohne Not und Kampf durchs Leben acht! Mit welchem System wohl das Judentum sich bis heute durch Jahrhunderte und Jahrtausende erhalten hat, mit welchem es Wohl weiter in die Zukunft zu schreiten vermag — die Entscheidung hierüber möchte ich pccinc» jüd. Brüdern und Schwestern überlassen. Aber keiner wundere sick darüber, wenn unsere Kinder auch in herzlos-liebloser Welse mit ihresgleichen rind den Erwachsene» umgehen. Eltern, Lehrer. Erzieher! Denkt daran, wie das Beiioiel der Großen die Kinder beeinflußt, wie leicht das schleichend? Gift der Unbrüderlichkeit und Lieblosigkeit in ihre Herze,j eindringt' Wir Juden tragen dopvelte Berantwortiinis für jede unserer Handlungen und Unterlassungen, abev dreifache araenüber unserer Jugend, die den 'Grundstein unserer Ankunft, „n'erer iübisch-nienscklich-brüderl'chri« Jnkunft bildet! Bidcant consules! .... C. Dr. sind. rer. vol Letzte Berichte. ' B e r l i n. Professor Tr. Hermann Pick, der Leiter der Misrachi-Organisation. der bei seiner jüngste» Anwesenheit in London in das Direktorium des Keren Hajessod ein trat, ist mit Familie nach Palästina abgereist. Auch Hermann Struck hat die Reise nach Palästina angetreten, und Willi David, Direktor der Biktoriamühle in Berlin, wie Struck Mitglied des Deutscheu Zentralbüros der Misrachi, wird nächster Tage nach Palästina abfahren, um dort ein großes industrielles Unternehmen zu leiten. Woche«-K«te»rer. Samstag, 8. April (1. Nissan). Sabbat-Anfang in Frankfurt 6 Uhr 40 Min. Sabbat-Ausgang in Frankfurt 7 Uhr 55 Min. Wochenabschnitt: S a s r i j a. ParschasHachandesch. Schabbos Rausch-Chaudesch. Wochengottesdienst 61» morgens. 6Vi »achm. in den meisten Synagogen. K«AiNe»»«chrrchte». Barmizw 0 s. 2. April: Artur Dreifuß. Grünestr. 4, Ludwig Grünbaum, Günthersburgallee 53, Hauptsynagoge. 9. April: Heinrich Rosenfelder, Schntzcnbrunnen 8, Nathan Bing, Schützenstr. 12, Synagoge Fricdb. Anlage. — Kurt Schönberg. Eschenh. Anlage 20, Synagoge Hermesweg. — Mraham Gerschuni, Sandweg 83, Siegfried Grünebaum, Baumweg 21, Karl Mayer, Krummerweg 3, Synagoge Börneplatz. Gestorben. Siegfr. Adler, 80 I. — Fanny Liebhold geb. Carlebach, 78 I. — Markus Levin Traugott. 68 I. — Musiklehrer Leon .Horowitz, 3? I. — Rosalie Nathan. 79 I., Friedrichstr. 37. — Sophie Isaak Wwe., 70 I. — Hermann Millner. — Ludwig Schiff jr. — Heinrich Siegel, 81 I. «rtSwSrttge Fa«Memrachrichtea Geboren. E. Sohn, Bernh. Finketstein, Sprendlingen. Gestorben. Sigmund Levis, Karlsruhe. — Mathilde Oppenheimer geb. Metzger, 45 I., Mannheim. — Charlotte Schott geb. Kahn, 62 I.. Mainz. — Nathan Rothschild. 80 I.. Mosbach. — Siegln. May l.. 68 I., Wöllstein. — , Simon Rothschild. 59 I., Kirchhain. — Fanny Heidingsseid geb. Rothschild. Freiburg. — Eva Rosenblatt geb. Koschland, Zürich. — Seligmann Weil, 80 I., Eichstetten. Epeadr». Bei der - Nationalsondslommission (I. Heimann, Zeit 21 Postscheck 41441) gingen ein: Gcbr Robinsohn Mart 200, Neuhaus 3, Henry Maliciiskh 5, durch Werner Epstein von Jos. Zivi 50, Werner Epsteii. 10, Smmluang d. .Hermann Marx in Rimbach 245.- dnrch Dr. Henry Rapp ges. Hochzeit Bruno Vogel—Else Plaut 650, Zeno Darmstädter 110. I. Kaufmann 10, Philipp Berger 12 Bäume in Victor Berger-Garten 300, Dr. Moses 20, Dr. med. Georg Lewysohn, L. Bauer, Georg Freudenstein, Seligmann, Grünebaum, Frendeureich u. Morse, Emamiel Staruß jr. je 100, I. Rödetheimer 50, ges. durch H. Gamilowitz R. R. 5, ges. in der Prima der Realsch. der JSr. Religionsgejellschaft 20, Fra,i Madar 5, N. N. 2, Julius Gamilowid 5 zusammen 37. Albert Golddecg 20. Paul Kahn 50. Felix Rosenau 100, durch Serg Thalman». Jchenhausen 375. durch Dr. Henry Rapp Arnsberg u. Cie. 500. Jacob Rotfchild 100, R. N. z. 16. Adar 20 Oclbäume im Rabbiner Dr. Markus Ho.rovitz-Heim 500. ' Bei N I. Pr. gingen ein: Dr. Fritz Gutenstein und Frau grat. Frt. Seewald und Herbert Heimann z. Beriobg. l Baum B. Z. A.- Hcim Marl 25. Brüder Horovitz z. lü. Adar II 3 Bäume Rabbiner Marcus Horovitz-Heim Mark 75. Briefkasten. R. Der „weiße Terror" der Reaktion herrscht noch immer ungeschwächt in B n d a p e st. Abends nach 9 Uhr darf sich 'kein Jude mehr auf der Straße sehen lassen, wenn er nicht mißhandelt und ausgeplündert werden will. B. Im Artikel „Eine gemeinsame Plattform" sollte es natürlich heißen um die Nationalisierung (nicht Naturalisierung). Hardenbergstrasse 9-11. HarJonhergatraase 9—11- Telephon 1 Hanea 1866. Gebr. Holfter. Telephon■ Hansa 1886. 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April von 4—5 Uhr Inder Anstatt Untertindau 23 entgegen. Besonders aufmerksam gemacht sei iwch aus unsere Fortbildungskurse in den rabbinischen Fächern sowie auf unsere Kurse für Damen (Lehrerinnenkursus).

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