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Neue jüdische Presse · 1921-02-25 · Heft 8 (25.2.1921) · p. Seite 5

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
19 (1921)
Issue
Heft 8 (25.2.1921)
Date
1921-02-25
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Seite 5 Nr. 8 Neue Jüdische Presse. Kaffee Rulaland Kaiserstrasse 56 täglich erstklassige Kaiserstrasse 56 Unterhaltungsmusik IBeatilce Seewald ZEXacbert ZEIeimarLü )j Verlobte | Zu Hause: Samstag, den 5. März j Sonntag, den 6. März Ir““* Statt besonderer Anzeige. .eidjtum, .nur die Handhabung findet Anerkennung vorm öchsten Tribunal, wie es heißt „mir ist Silber, mir ist Gold" aber .auch Gott segne dich in allem deinem iandwerk, welches du vollführest. Setze dein Vertrauen jiuf Gott." _ Literarische Rundschau Biologie der Ethik. (Bon Max Nordan: 224 Seiten. 13 'Ulf., geb. 18 Mk. terlag B. Eliseher Nachfolger, Leipzig.) Nordan forscht im vorliegenden Buch nach der Here nnft und Natur der Sittlichkeit. Im Gegensatz zur Kantichen Ethik mit ihrem kategorischen Imperativ und im Gcgcnatz zu aller idealisKschen Ethik vertritt Nordan den beamiten soziologisch-biologischen Standpunkt, wonach die ittlichkeit ein Produkt des Zusammenlebens der Menschen, ne GesellhchaftssunNion, eine Bedingung des Bestehens |ber Gesellschpft sei. Im Kamps ums Dasein habe der Urmensch seine Kräfte mit denen seiner Gefährten vereinigen müssen, weil seine Kräfte nicht ausreichten, nur diesen Kampf zu bestehen. Die Sittlichkeit sei ursprünglich nicht etwas Gewollt^, Vorbedachtes im Sinne des Gesellschaftsvertrags, sondern eine notwendige Entwicklung des Zusammenleben»!der Menschen. Die - Begriffe gut und schlecht konnten erst im Zusammenleben der Menschen entstehen; ein von seiner Gattung losgelöstes, einsam lebendes Individuum — wenn lein solches überhaupt gedacht werden könnte — würde diese Begriffe nicht haben. Gut und schlecht bezeichnen Handlungm, die die Gesellschaft als für sich nützlich oder sck>ädlich empfindet, also Handlungen, die das Bestehen der Gesellschaft erst möglich machen, wie Nächstenliebe, Rücksicht auf die Gefühle anderer und Handlungen, die den Bestand. der Gesellschaft gefährden:'Grausamkeit, Gewalttätigkeit usw. Der Moral als Gesellschaftserscheinung komme eine natürliche, organische Eigenschaft des Menschen zu Hilfe: die Inhibition, die ein Hauptfaktor der Entwicklung und der Differenzierung alles Lebenden ist, indem durch die Hemmung der Wille über den automatischen Reflex, die Vernunft über den blinden .Trieb die Herrschaft erlangt. Durch die.Inhibition werde die Moral von einer soziologischen zu einer biologischen Erscheinung. Also im Gegensatz zum Kantischen kategorische» Imperativ, wonach der sittliche Mensch uninteressiert handeln muß und die Sittlichkeit ans Nutzen und Glück nicht abzielen darf, im Gegensatz zn den Ethikern. nach deiren die Moral etwas Absolutes, Kosmisches, Ewiges ist, wird die Moral als etwas Relatives, Immanentes, Veränderliches begriffen, das nur auf Lebewesen beschränkt ist, ans die übrige Natur aber keine»Anwendung hat. Nordan behandelt noch kurz in populärer Weise die wichtigen Probleme: Kraft und Stoff, Energie, Leben, Bewußtsein und sei» Verhältnis zur Außenwelt, Freiheit und Verantwortlichkeit, Moral und Recht usw., auf die hier nicht eingegangen werden kann. Rttckertstrasse 51. DFlora IRiosexistook. üugo Oppenheimer Verlebte Hoehhauecu a. Tauber. Frankfurt a. M Riickertstr. 57. £ Teppiche? zu billigsten Inventarpreisen Gustav Schwarz, Gutleutstrasse 14 Kein landen. Tttchtige Geschäftsfrau übernimmt Filiale. Reiaevertretnng auf Kosten für Lager und Verkant Arbeitsnachweis d.Wcibl. Fürsorge, LaOgestr.30. In seiner Stellung zur Religionhat sich Nordan nicht geändert. Alle Religion und die auf ihr basierende Ethik, mag sie auch eine religionsphilosophische Grundlage haben, ■ bezeichnet er spöttisch als theologisierendc Ethik und ist für ihn Mythologie. Man sollte denken, Nordan müsse schon als Nationaljude den hohen Gehalt der jüdischen Ethik einer Betrachtung für wert halten. Haben doch bedeutende, auch nicht nationale Juden dicke Bücher über jüdische Ethik geschrieben, wie z. D. M. Lazarus und H. Cohen. Doch Nordan kümmert dies nicht: Cohen greift er nur mit ein paar Phrasen an. Das jüdische Theater in Amerika. „Hebrew Standard" schreibt: Das jüdische Theater befindet sich in einer Krise. In der diesmaligen Saison kamen keine großen Schauspieler zu uns. K e ß l e r ist tot, Adler alt. T o m a s ck^c w s k i im Abblühe», Cclia Adler ging nach Philadelphia, Ben Ami zur englischen Bühne, und Zatz verlor sich in komischen Rollen. Wohl weilt der Größte aller, Schildkraut, hier, — aber er ist.krank nndt tritt nicht aus. Notizen. Ein neues, Literatur, populärer Wissenschaft und sozialen Fragen gewidmetes Monatsiournal „Der Eho-> de sch" beginnt unter Leitung von Sch. Rofenseld Anfang Februar in Warschau in jiddischer Sprache zn erscheinen. In Novisad (Neusatz) Jugoslavien hat Mitra Januar eine jüdisch-nationale Wochenschrift in deutscher Sprache, „Jüdisches Volksblatt", zu erscheinen begonnen. In Bagdad erscheint ein historisch-literarischest Wochenblatt r» hebräischer und araoischer Sprache „Jes ch n r u n ". . Motbe»--Tslrvder. Samstag. 26. Febr. (18. Adar I). Sabbat-Anfang in Frankfurt öle (Gemeinde), -> Uhr .><> (Aeligionsgeselljchaft). ... . .. Sabbat-Acksgang in Frankfurt 6J i (Gemeinde), 6 öü Minuten (ReligionsgeseUschaft). . .. CZ i i ) o. .V.ü abeub* in den Schönes Zimmer fttr streng relig. Kaufmann als Dansrmister abzngeben. Zn erfragen 1 3 Uhr, Oitsndstr 11,1, Meters n- - Tenpi Bergerstrasse 149. 8. 4642. SSST BBottenweriilchtuao untes* Garantie. 'S* ANswartigr KaMittemrachrichten. G estorüe n: iÄommerzienrat Albert Danziger, . München. — Elise Krommberger geb. Wächenheimer, 74 Saarlouis, Stzenlle«- Bei der N. I. Pr. gingen ein: N. N. -4 Bäume a. Wilhelm Fteijchmann Mk. 400. P. 2 Bäume a. Wilhelm Fleischinann 50, Prof. Dr. Pick und Frau grat. z. Hochzeit Ettlinger-Eiseniann. 5.—. Bei der NationalfondSkommission (I. Heimcmn, Zeit 21. Postscheck '41441) gingen ein: " Ges. Dar-Mizwoh-Feirr Sal. Reirihoid im ' Hause Rabb.-Assessor Lipinski 9 Bäume: Rabb. I. Mbel-Garle:i Mk. 225, ges. Bris Miloh Josef Kurt Josef 7 Bäume i. Rabb. I. Nobel-Garten 181, ges. durch G. Wolpcrt bei Bar-Mizwoh Walter, Geminder 45, Fritz .Riemer,' Rhönstraße 2 20, Sittah Riemer mit. Jahrzeit f. ihre Mutier lO, Frau Beckhardt, Oberlind.ru 20, Gebr. Schott ans. Jahrzeit 20, Mar Kanfmiaiin a. d. Namen, ft sel. Mutter Karoline Kanimann 1 Baum 25, R. R. 4 Bäume 100. ' .» Uhr vchenabschnitt: Ki S i s s o. Wochcngsttesdienst ineistcn Shnagogen. ü'morgens Allgemeine Mitteilungen. Nachrichten aus dem Reisebüro H e n d s ch e l s Telegraph-Frankfurt am Main. N a ch Brasilien und'Argentinien: Ab Amsterdam 16. März, 6., 27. April, ab Cherbourg 4., 18. März, 1., 15. Llpril, ab Gemia 17., 18., 24. März, 21.,. 28. April. 'Rach Euba u n d M e x i c o. Ab Amsterdam 9.. 30. März, 28. April, ab Havre 4. März, ab Saint Nazaire 19. März, 15. 'April.' / ArrnLfnrLer KamitteNnachrichts«. B a rmizwvs: Josef Singer, Röderbcrgweg^ 3a, Ernst Rosenstiel, Friedbergerlandstr. 63, Gustav Fuld» Rückertstraße 32, Shnagoge Börnevlatz. — Kurt ^«ettg, Hanauerlandstr. 41. Shnagoge Friedb. 'Anlage. — Moritz Bornstein, Fischerscldstr. I, Betsaal Obecinma-Amagc 8. — Valter Kohnstamm, Mainzerlandstr. 17, .^ans Grunebanm, Staufenstr. 28, Shnagoge Königstcinerstr. Gestorben: Salli Aernes, 27 I., Gnnthersümg- Allee 44. — Helene Levtson geb. Schmidt, 72 I. —^ Instine Rothschild geb. Woog, 77 I., Eronbergerstr o. - Heinrich Simon, 74 I.. Westendstr. 90. — Rosa Nager qcb. Oppenheim, 83 I. — Bertha ^heilhaber geb. Benjaiinn, 78 I. Tiergarten 54. — Helene Amyer geb. Speyer,' 74 I., Unterlindau 35. — Ludwig Neuberger, 75 I., Wiesenau 49. Briefkasten. L.. Tr. Ap-fel meinte sehr richtig, die deutschen. Inden sollten eS sich einmal Überlegen, ob sie nicht allzuviel Geld, Geist und 'Arbeit ans die forinale Bekämpfung antisemitischer Parteien verwende» und nicht lieber einen die Achtung der Umwelt erwerben. UW Eue Rita zn Im in iee JDlTunisels. Anmeldungen schriftlich: iöd. Turnverein, Unferlindau 21. | Besucher der Leipziger Messe finden vorzügliche ">V2 Verpflegung in der Bayrischen Krone, Leipzig I Raonsiädierateinweg. Inh P. 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