Neue jüdische Presse
- Journal
- Neue jüdische Presse
- Volume
- 18 (1920)
- Issue
- Heft 47 (24.12.1920)
- Date
- 1920-12-24
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Seite 5. Nr. 47. Lea fflanti Kimstlerspiele Kaiserstraase 69. Beginn 8 Uhr. Tel. Hansa 5516. ' üanti’s Weinrestaurant --- ab 6 TJbr abends warme Sneisen k la carte. ch f ’j »Tr ne te, en [tc ts in er , sic! es er! on i tT> nen son P Ife ge )ie Eer ter :r« ' .j ifl- 1». St' w er •*>* nb ieß *e LN ter iii* nt. cn, len len an er. hte nd nk. m. wn Ire :L. :en IM erem geite gte sie ms cht tde ip iir* He ifb 'ich iist ia& die ier jo». «d 5«' hier heute auch Sie und Ihre Gattin kennenzulernen und so üvenigstens einen Teil der Familie, in welcher —" In diesem Augenblick öfsnete sich im Rücken des Barons eine Tür. „Da ist Heinz!" rief Frau Lehnsen, die glückstrahlend mit ineinandcrgelegten Händen den Worten des Barons gefolgt war. Aber entsetzt fuhr sie mit einem kleinen Schreckensruf zurück, als im Türrahmen neben Heinz die Gestalt eines russischen Juden erschien. Der Baron, mitten im Satze unterbrochen, drehte sich langsam um und sah die Gruppe in der Tür befremdet an. Heinz blieb einen Augenblick in der Tür stehen; er war rot und erregt — >eme 'Blicke irrten über die Gesellschaft und all die aus ihn gerichteten Augen. Dann traf er, den ihm willenlos folgenden Jossel noch immer am Arin haltend, vor und sagte mit ein wenig bebender Stimme, während alle Anwesenden ihm lautlos entgegenstarrten: „Gestatte, liebe Mama, das; ich dir deinen Vetter vorstelle — Jossel Schlenker — den Sohn deines Onkels Molsche Schlenker aus Borytschew!"*) Literarische Rundschau. Hegel und der Staat. (Bon Franz Rosenzweig. Bd. I, 252 Seiten, geh. 20 MI., geb. 24 M F. Band II, 260 Seiten, geh. 24 Mark, geb. 28 Mk. 1920. Berlin und München, R. Oldenburg Verlag.) Vorliegendes Buch ist eine bedeutsame Darstellung des Werdeganges der Hegel'schen Staatsidcen. Der Verfasser verfolgt dieseil Werdegang von den Knadenjahren Hegels an, indem er die literarischen Einflüsse und andere, nicht offen zu Tage liegende Zusammenhänge auf» zeigt, aus denen er mit sichtendem Scharfsinn unter manchem neuen Gesichtspunkt die Staatslehre Hegels hervorwachsen läßt. Zu den literarischen Einslüssen gehört auch Mendelssohns „Jerusalem" mit seiner Darlegung des Verhältnisses von Staat und Kirche. Das vorliegende Buch enthält natürlich auch manches bekanntes, ungünstiges Urteil Hegels über die jüdische Geschichte und das Judentum, ohne' daß der Verfasser dazu kritisch Stellung nimmt. Trotz Hegels Anschauungen über das- Judentum ist das Judentum und die jüdische Wissenschaft nicht unbeeinflußt von der Hegel'schen Philosophie geblieben. So hat' Nachman Ärochmal in seinem bekannten hebräischen Werk: More »ebnche hasinan (heransg. von Zunz) He- *) Erschienen beim Welt-Verlag, Berlin (4:42 Seiten. Preis 17,50, geb. 22.—). Hellsichtige Beobachtungsgabe, schlagfertiger .Witz und inniges Berbundensein mit dem Schicksal des jüdischen Volkes haben Gronemann einen beachtenswerten Roman schreiben lassen. Es ist ein satyrischer Roman, und wie es dem Wesen der Satyre entspricht, sind die einzelnen Konturen schars herausgemeifelt. Trotzdem wir das erwägen, haben uns einige Stellen befremdet, jene Stellen, die Gronemanns Verhältnis zu unserer Tradition aufzeigen. Besonders am Beginn des Romans die Szene im Zeichen der Sabbatgrenze. Gerade von einem ^Juristen hätten wir erwartet, daß er den Begriff der Sabbatgrenze zu würdigen weiß. Bekanntmach un«f. Das Brautlegat der Daniel Doctor’schen Stiftung in Hohe von fl. 400.— — X. 635.71 ist an eine Verwandte des Stifters za vergeben. 'Bewerberinnen wollen sich unter Beifügung von Verwandschafts-, Leumundsand Beditrftigkeitszengnissen bei der Unterzeichneten Stelle bis 15. Januar 1921 schriftlich melden. Frflhere Gesuche sind zu erneuern. Frankfurt a. X., den 17. Dezember 1920. Der Vorstand der Israel. Gemeinde. Versilberte n. echt Silber B&brauebs- und Luxusgegenstända. Frankfurt am Main Jfnr Sandveg SSI. Telephon Hansa 1040. Privat-Korrespondenz mit Druck oder Prägung Wilhelm Büttel Papierhandlung 23 GoethestraBe 23 Neue Jüdische Presse. gel'sche Ideen auf die Mische Geschichte angewandt. Seitens der Reform hat Samuel Hirsch in seiner „Reli>- gionsphilosophie der Juden" das Judentum im Sinne der Hegel'schen Philosophie verarbeitet. Bei der Besprechung des vorliegenden Buches soll jedoch nicht näher darauf eingegangen werden, da es diesen Punkt nicht streift. Ostsüüische Liebeslieder. (llebertragnngen jüdischer Volksdichtung voir Lu d w i g Strauß. 92 Seiten. Berlin, Welt-Verlag.) Das Buch gibt einen Blick in eine Welt, die uns assimilierten Westjuden längst fremd geworden ist. Die Ostjudenheit hat auch ein eigenes Denken und so auch ihre eigenen naiven Volkslieder. Eines der Lieder sei zur Probe hierher gesetzt. „Kommt der liebe S-oin»:er, Spielen wir im Saud. Kommt der liebe Winter, Fahren mir zu Land. Schwarze Kirschen pslücken wir, Rote lassen wir stehn. Schöne Knaben nehmen wir. Häßliche lassen wir gehn. Holz ist iin Wald, Wasser ist im Haus — Alle häßlichen Knaben Zur Stadt hinaus' Notizen. In dem Verlag von I. 8 n g h o r n s 0k a ch s., S t u t t - gart erschien aus der Feder der bekannten Heidelberger Frauenrechtlerin Camilla Jellinek unter dem Titel „Die Frau im neuen Deutschland" (122 Seiten, Preis 8 Mk.) ein Buch, das einen Ueberblick über die Geschichte der Frauenbewegung und über die Forderungen der Frau gibt. Wir beanstanden den Ausdruck „alttestamentarisches Dogma" und die Folgerungen der Verfasserin hieraus da sie die Stellung der Frau im Judentum nicht zu beurteilen versteht. ütteudaedsr Druckluft-Anlage Offenbaoh a. H. Telefon 123. Unübertroffene Teppichreinigrang mittelst Druckluft WochessSslexder. Samstag, 25. Dezember (14. Tewes). Sabbat-Ansang in Frankfurt 4 Uhr. Sabbat-Ausgang in Frankfurt 5Vi Uhr. Wochenabschnitt: Wajechi. Wochengottesdienst morgens 7 Uhr, 10 Min., nachm. -I Uhr in den meisten Synagogen. Wochenbett-Ausstattungen Hugo Rothschild Langestrasge 35 - Telefon Hansa 9926. Seit Mitte August erheblicher Preisabschlag. Damennnd Herrenhüte werden schnellstens umgearbeitet und hergerichtet M O. Ber trand, Müit, nicht Taubenhofatrasse. Grosse Answahl moderner Formen. BeBtrenommierteste und älteste Firma am Platze. Gegründet 1873. Geöffnet von 8—8 Uhr. VartnögenHarwiltiing PrDtimqi. Bankkorrasginiani 11. HuszBgan übernimmt für Geschäfte, Vereine und Private in und ausser dem Hause Bücherrevisor Hugo Oppenheimer ROokartatpassa 57 Rmsioaen jeglicher Art Buchbaltusflsarbaiten liener-Restanrotion -fe Ze.ll 89 -W2 | Xittagstisch yon 12—2 Uhr, Abendtisch yon 7—9 Uhr Solide Preise. -s- Reelle Bedienung. Täglich kalte Speisen ä la Karte. 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Gestorben: Liebmann Spier, 79 I., Bruchenbrücken. — Beruh. Rosenau, 50 I., Wiesbaden. — M. A. Kaufmann, 75 I., Cassel. — Jonas Ettlinger. 53 Jahre, Karlsruhe. — Eduard Cronheim, Dt.-Krone. — Marie Behrendt geb. Behrendt, 83 I., Rosa Behrendt, 60 I., Berlins — Gustav Neu kam v, 74 I., Erfurt. — Josef Landau, 44 I., Berlin. — 8-euve». Bei der N. I. Pr. gingen ein: David Hamburger anl. 60. Geburtstag Direktors Rosenbaum, Mannheim 1 Baum i. Keller-Garten Ml. 10.—; Siegfr. Rosenberg z. Jahrzeit s. Freundes Walter Katzenstein 2 Bäume i. Walter Katzenstein-Garten, Oskar Grünes felder z. gleichen Zweck 1 Baum 30.—. Lnvw. Gutrad, Ossenbach überwies z. Andenken a. s. Sohn Hermann dem Berliner Centralbüro des Keren Hajessod Mk. 2000. Bei der NationalfondSkommiision (I. Heimann, Postscheck 41 441) gingen ein: Jacob Spiro anl. Jahrzeit Mk. 10.—, Moritz Seckbach anl. Jahrzeit s. sek. Neffen Walter Katzenstein in Walter Katzenflein Garten 5 Bäume 50.—, Dr. M. Raps» 30 Bäume i. Ludwig Rapp Garten ges. bei Hochzeit Emilie Rapp — Fritz Darmstädter 300.—, gesammelt aus Chanukkahfeier bei Dipl.-Jng. Nathan Grünstein 19- Bäumc a. Namen Jehuda Leo Grünstein 105.— Chanukka-Spenden. M. Reichmann Mk. 10.— . tzecht-Magdan 100.—. E. Edelmuth 20.—, S. St. Goar-Rosenthal 10.—, G. Gabrilowitsch 50, Hugo Singer 10.—, Moritz Strauß 5.—. Briefkasten. B. Die französische Maüemie zählt jetzt 12 Juden: Henri Bergson, Hadamarel, Lippmann, Ferdinand Bidal, Braunschweig, Levy-Bruhl, Lyon-Caen, Raphael Georges Levy, Salomon Reinach, Theodora Reinach, Baron Edmonb de Rothschild und seit kurzem Professor Glotz. In deni Artikel „Rabbiner Israel Hildesheimer u. Rabbiner Marucs Horovitz" in Nr. 45 muß ds auf Seite 2, Spalte 1, Absatz 3 statt „daß die erste Frage" richtig „daß die dritte Frage, die Gott an den Juden richte" heißen. Schokoladen-Geschäft Ae Bauei* Sandweg 12 Tel. H. 3026 Filiale Bergerstrasse Ifl empfiehlt wieder sein reichhaltiges Lager in Kaffee, Tee, Kakao, Schokoladen, auch Schweizer Marken sowie Reinhardeffabrikate zu bekannt billigen Preisen. Die Stelle eines Rellginnslehrers, Chasonn. Schochets ist in der hiesigen Israel. Gemeinde per sofort, resp. baldmöglichst zu besetzen. Offert, unter Angabe der Gehaltsansprfiche nnd Beifügung von Zeugnisabschriften sind an den unterzeichn. Vorstand z. rieht. Zirndorf b. Nürnberg. Der isr. KultusVorstand Ferdinand Kraus. Tü&ht Kontoristin (Schreibmaschine,Stenograph.) sucht z. 1.1.21 Stellung. Off. unter 3102 a. d. Exp. d. Bl. gegen Katarrh m&en, rUktäb&v \, umsichtig, energisch, mit Lohnwesen und Warenexpedition vertrant, ges. Samstag* geschlossen. Off. mit Gehaltsansprüchen unter 3103 an £» Expedition dieses Blattes. In meine beiden NacüMlfeknrse (für gross, u. kl. Schülerlkönn« noch einige Schüler eintrete». Ida Hohn, Lehrerin Grünes tr. 191. Stengel mScftiMer FiMbtlun* Ist u. 1228. auett»; f« 1554