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Neue jüdische Presse · 1920-12-03 · Heft 44 (3.12.1920) · p. Seite 4

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Journal
Neue jüdische Presse
Volume
18 (1920)
Issue
Heft 44 (3.12.1920)
Date
1920-12-03
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Nr. .44 Seit» 4. Conditorei und Caf6 WilhdiH Wendel, Magvua'fi Talafoi» Hansa 1288. IVanktorter Breuten?n. Betmännelien. - Der Hammer der Völker zerschlagen, zersplittert die Geißel der Welt, Chaldäa ward «iedergeschmettert und Assur zu 'Schnitt. zerschellt. Den» es kam wie Brausen des Meeres ein Voll von Mitternacht her, Nie fehlten die Schilfrohrpfeile und nie sein Speer. Dir faßen an Chebars Wassern, die Mandel in Blüte stand. Leist durch die Gürten klirrten die Ketten an unserer Hand, Bor unserem Meißel zum Baudes Königs sprang der Granits' Dir fangen von Jeruscholasim das Sehnsuchtslied. Da kam wie ein Ruf aus den Wolken, cm Wind stieß ür^gstlich ins Laub, - And über dem Flusse drüben aufwölkte finsterer Staub, -llnd aus dem Staube brachen die Massen der Böller herein. So gellt im Gebirge Sanoah der Adler Schrei'». So rauschten wie Sicheln die Schwerter, dumpf dröhnte der Morgenstern,' llnS 'umklirrte die Pracht der Assyrerschlacht, und wir schrien zum Herrn, And" der Gott war nah, und die Stunde war da, und die Zeit war erfüllt. Und Babhlon brach. zu Boden, trauerumhüllt. Run hänge um deine Schultern, mein Volk, das Reisegewänd, . Undbrich die Stecken der Zedern als Stab für deine Hand, ANd die du geführt in der Knechtschaft, die Kelle, schlage > . entzwei. Und zerbrich den Meisel des Dienstes, dann bist du freil Und wer an seiner Sandale der Riemen einen erst band. Der wandere ohne den andern in seiner. Väter Land, Warte nicht auf Bruder und Vater, verflucht sei Ruhe und Rast, Was brauchst du Vater und Bruder, wenn du die Hei- ■ mat hast? Wir zieh'n zu den Bergen der Jugend der sinkenden Soime - nach. Wie ward das Auge der Sehnsucht nach langein Schlafe so > ' wach. Wie brausen vertraut in der Hörner ehernem Jubelklang Die alten Jesajalieder und Davids Gesang. And wenn die heilige Heimat leuchtet im Morgenlicht, Bon den ewigen Höhen zu Heah das blaue Glänzen bricht. Dann smken wir schauernd nieder am schimmernden Jordanstrand And küssen mit durstigen Lippen das Vaterland. Börries, Freiherr von Münchhausen. Literarische Rundschau. Dt»'wichtiger historischer Fund tu Mesopotamien. Die englischen Ausgrabungen in der hettischen Residenz Karkemisch, haben bei der Aufdeckung eines großen Hauses, zu einer einzigartigen Entdeckung geführt, die auf den Pharao Mecho hinweist. Dieser wurde 60» v. d .übl. Zeitrechnung am Euphrat zu Karkemisch pxrnichteud geschlagen. Ja der pick auf den Fußböden des Hauses liegenden Asche und namenllich in seMen Eingängen lagen ganze Hausen von Bronzeruw eiserne» Pfeilspitzen, Lanzenspitzen, zerbrochenen Schwertern usw., die zeigte», wie die Verteidiger von Raum zu Raum znrückgeMüben wurden. Siegelabdrücke von Papyrusdokumenten identifizieren die Schlacht, von der der Prophet -Jeremias berichtet; ein Bronze) child mit Reliefs weist aus griechische Söldner im Heere des Pharao; Bronzesiguren Der Isis und des Osiris zeigen die intimen Beziehungen zu Aegypten. vom lebeudiaeu Hebräisch. ~~-(St>n E M. Lipfchütz,Jerusalem. 106 Seiten. 1920. Berlin, . Jüdischer Verlag.) Inhalt: Vom lebendigen Hebräisch, ein sprachgefchichllicher Versuch. — Ein hebräisches Institut und seine Aufgaben. — Der SÄ Ch. N. Bialiks. — Hebräisch bei den' Westjuden. Das Buch gewährt einen populären Einblick.in.den Aufbau des modernen Hebräisch und urteilt sachllch und vernünftig über den gegenwärtigen Stand des Hebräischen bei den Westjuden. Der Leser wird mit Gewinn das Buch aus der Hand legen. Der AuttkemitiSmuS eine Rassenlüge. (Bon-Adolf Sommerfeld. 46 Seiten, 5 M. Bervn-Friedenan, Verlag Eontinent.) '. Der Verfasser sucht dem Antisemitismus seine Grundlagen zu entziehen, indem er ousführt, wir Juden seien gar keine Semiten, wir entstammen dem imwgermanischeu Bolksstamm. Selbst wenn diese hypothetische Auf- . saslnng begründet wäre, — was wäre damit gewonnen? Doch höchstens, daß der Judenhaß seinen Näinen Antisemitismus ändern müßte. Im Mittelalter kannte man den Begriff Antisemitismus nicht und hat trotzdem den Juden verbrannt. Ifi Ml-uil MM-Kmii Mm Bergeratrasse 149 H. 4612. ■ottenvernlr titunn amte* Garan le. Ti 5ftbi(d|e^ ^ccffe. . Maul Wegener S Kapitel'inszeniert. Die bekannte G»> schichte des hohen Rabbi Löw erlebt eine ziemlich barbarttcke Wiedergeburt. Aber die Auffassung ist raffiniert, und man steht, so man guten Willens. ist, kn prachtvoll romantischen Straßen wunderbare Volksszenen, in uralten Gebäuden Interieurs von Reiz, bekannte schauspielerische Kräfte in der Darstellung der jüdischen Gestalten, und manche Szenen,.wie die Gebetein den Straßen und.der. Synagoge, die innerlich und nicht ganz unjüdisch sind. Aber widerwärtig und nur an roheste Instinkte rührend bleibt die fürchterliche Beschwörung eines sagenhaften Wesens (in Wirklichkeit einer Holzfratze), das den geheiligten goubernamen verraten soll. Der Golem selbst, wie billig von Wegener dargestellt, ist dieses seltsame Geschöpf, das zwischen Tier und Stein dahinvegetiert. Vor Jahren, lang vor dem Krieg, konnte man einen anderen Golem sehen, auch von Wegener gespielt, der jedenfalls tiefer und seelenvoller gefaßt war. Hier ist es riehr ei» groteskes Zerrbild geworden, während er doch uns Juden eine immer interessante und tieferlebte Gestalt der Volksdichtung bleibt. Die Bauten Poclzigs lind Meisterwerke träumender Phantasie und unerschöpflich in ihrem inneren Reiz. Hans Landsberger hat eine sinfonische Musik komponiert» mit Motiven, die charakterisieren wollen. H. W. Notizen. Bon „Unser Weg, Jüdisch-akademische Blätter, herausgegeben vom Bund Jüd. Akademiker" ist Hest 7 erschienen- Es enthält: Das Verhältnis zwischen Ueberlieferung und Deutung der Schrift nach Halevy (Dr. Gersvn Lange), Die Haarverhüllung der jüd. Frmi in unseren religionsgesetzlichen Schriften (Julius Merzbach), Lebensanschauung und Weltanschauung (Dr. Herm. Klein), Der Nationalitätscharakter der Jndenheit (Dr. Arthur Falk), Eiu Kampf um Gott (Max Munk), 19 Briefe über Judentum (Dr. Jakob Levh) usw.' Die soeben Erschienene Sonder - Doppelnummer der Jugendzeitschrift Bar Kochba ist als Channkkäh-Kinderspendje gedacht. Ein großer Teib der 32 Seiten hat daher auf das Fest Bezug. Das Heft ist vom Weltverlag, Berlin NW. 7, Dorotheenstr. 35 oder von einer jüdischen Buchhandlung für 3 Mark zu beziehen. Wie uns der Wellverlag mitteilt, kostet das jüngst besprochene Werk: »Kahn, die Juden als Rasse und Kulturvolk' geheftet 15 Mk., gebunden 19 Mark. Qffenbacber Drucklult-Anlage v Offfanbaoh a. M. Telefon 123. Unffhertroffene Tapp'clireln<gr>i>8 mittelst Druckluft Woche»sK«le»-er. Samstag, 4. Dez. 23. Kislew). Sabbatansang in Frankfurt 4 Uhr. Säbbatausgang in Frankfurt 51/4 Uhr. Wochenabschnitt: Wajeischew. Sonntag abend beginnt Chanukkah. Rausch-Chaudesch: 11. und 12. Dez. (Samstag und Sonntag). Wochengottesdienst in den meisten Synagogen: morgens 6 Uhr 55, abends 4 Uhr. ^amMe»»achrichte». Barmizwos. Willi Warschawski, Uhlandstr. 48, Synagoge Friedb. Anlage. — Ernst Lewitus, Hohenzollernstraße 18, Paul Heuberger, Rechneistr. 12, Sallr Krieger, Kl. Obermainstr. 17, Max Pohorille, Seilerstr. 1, Solomon Sperling, Hardenbergstr. 22, Synagoge Börneplatz. G e st o r b e n. Max Goldberg, 21 I., Unterweg 20. — Julius Joseph, 54 I., Beethovenstr. 64. — Eugenie Sternberg gid. St. Goar, 80 I., Oberweg 33. — Josef Goldschmidt, 68 I., Röderbergweg 90. — Chaje Wolowitz geb. Bacherschina, 74' I., Gagernstr. 36. auswärtige AamUteuRachrichte». Gestorben. Simon Rosenau, 81 I., Kissmgen. — Max Löwenstrin, München. — Jacob Adler, 76 I., Haßfurt. — Julius Osterweil, Berlin, Flensburgerstr. 27. — Abraham Littauer, 64 I.» Hugo Cohn, 65 I., Berlin. — Fanny Landau geb. Lowry, 77 I., Breslau. — Hugo Salm, 44 I., Hennef. Sve»de». Bei der Nationalfondskommission (I. Hermann, Zeil 21. Postscheckkonto 41441) gingen ein:' Spendenbuch: G. Gabrilowitsch u. Frau anl. Bar- . Mizwoh ihres Sohnes Sally 200, Manfred Rosenblatt 3 Bäume .Heinz Rosenblatt seinem Onkeldoktor" 30 M. Mich. Mainz a. den Namen von Frau Johanna. Hamburger 5 .Bäume im Rabbiner Markus HoroviH-Hain 50 M- . Bei der N. I. Pr. gingen ein: Mathilde Schotten fels ihr. geliebt. Sohn Heinz 1 Bmun 10 M. F. Siegmann, Hattersheim, zahlte aus den Nmnen s. Frau Nanny geb. Adler 1 Baustein für das jüdische Palästina mit 20000 Kr. an das Keren Hajessod-Äomiire in Wien. Betr. Neuwahl der Gemeindevertretung. Innerhalb der Einreichungsfrist ist nur ein giltiger Wahlvorschlag «»gegangen- Nach unserer Wahlordnung gelte» die auf diesem Wahlvorschlag bezeichnten Personen als gewählt, ohne daß eine. Wahlhandlungstattzufindcn hat-, ) . v 7Domll M Mitglioderw der 0eme^Ude» LertrEüw'tz gMHü: - - -- - " " - 1. Dr. Richard Merzbach, RechtSpnwalt und Notar, 2. Naphtali Fromm, Fabrikant, "-t 3. Frau Stephanie Forchhetmer,. 4. Julius Werner, -Kaufmann, ü. Willy Wolfs. Mühlenbesitzer. 6. Heinrich Rothschild, Kausmann, 7. Dr. Rudolf Geiger, Rechtsanwalt und Notar, 8. Jakob Löb Goitein, Kaufmann, 9. Dr. Paul Großer, Arzt und Privatdozent, 10. Jacob Wolfs, Bankier, 11. Frau Flora Gut; 12. Max Kahan, Kaufmann, - 13. Dr. Siegmund Hirsch, Oberlehrer. 14. Frau Wele Meyer, 15. Ferdinand Stiefel, Kaufmann. 16. Felix. Meyer, Kaufmann, 17. Julius Weishaupt, Schneidermeister, 18. Dr. Siegfried Katzenstein, Rechtsanwalt und Notar, 19. Dr. Eduard Strauß, C^miker, 20. Jsaac Haas, Kaufmann, 21. August Landsberg, Fabrikant, 22. Simon Glauberg, Fabrikant; 23. Theodor Mosbacher, Kaufmann, 24. Max Nebenzahl, Kausmann, 25. Justizrat Dr. Ernst Auerbach, Rechtsanwalt und Notar, 26. Dr. Hugo Emmerich, Rechtsanwalt, 27. Hugo Heß, Metzgermeister. Zu Ersatzleuten sind gewählt: I. sür Nr. 1, 3, 5, 7, 9, 11, 13, 15, 17, 19, 21, 23, 25, 27, der H auptliste: 1. Siegfried Kander, Kaufmann," 2. Fräulein Rosy Stern, Oberlehrerin, 3. Leopold Levi, Kaufmann, 4. Dr.. Max Mainzer, Arzt, 5. Dr. Richard Rheinstein, Rechtsanwaltunb Notar, 6. Frau Lulu Bloch, 7. Emil Carl Oppenheimer, Kaufnuinn, 8. Dr. Erwin Seligmann, Gerichtsassessor, 9. Simon Mayer, Kaufmann, 10. Frau Paula Werthenner, 11. Herbert Frohmann, Bankier, 12. Dr. Franz Hausmann, Arzt, 13. Paul Sommerfeld, Kaufmann. II. für Nr. 2. 4. 6, 18, 14, 16, 18, 20, 22, 24 der H aup tliste: 1. Leopold Speier, Kaufmann, 2. Felix Schleßinger, Kaufmann, 3. Dr. Samuel Cobliner, Arzt, 4. Dr. Felix Kauffmann, Verlagsbuchhändler, 5. Frau Lina Kander, 6. Joseph Benjamin Levy, Kantor und Lehrer, 7. Adolf Dorfzmin, Kaufmann, 8. Sigmund Halberstadt, Kaufmann, 9. Isidor Kahn, Glasermeister, 10. Albert Heß, Kaufmann. III. für Nr. 10 und 26 der Haup tliste: 1. Richard Kausmann, Architekt, 2. Dr. Fritz Ansbacher, Arzt, und sodann die unter ll Ziffer 1 bis 10 aufgeführten Ersatzleute. IV. für Nr. 12 der Haup tliste: 1. Lazar Bornstein, Kaufmann und sodann die unter ll Ziffer 1 bis 10 aufgeführteu Ersatzleute. Binnen einer Frist von zwei Wochen vom Tag dieser Bekanntmachung ab hat jedes wahlberechtigte Gemeinde- Mitglied das Recht, gegen die Wahl, beim Gemeindevorstand schriftlich oder zu Protokoll Einspruch zu erheben. Frankfurt a. M., den 1. Dezember 1920. Vorstand -er Jsraeltti'chen «eweiude. Wer ihn gekannt; -wird unser» Schmerz ermessen. Tief erschüttert teilen vir allen Verwandten, Freunden nnd Bekannten mit, dass am Samstag, den 27. November am 10*/* Uhr abends plStslich nnd unerwartet nach aechstSgiger Krankheit unser innigstgeliebter nnd unvergesslicher Sohn nnd Bruder Hemnn 4M im blühenden Alter von 23% Jahren verschieden ist. Offenbach, den 29. Nov. 1920. Die in tiefer Trauer - Hinterbliebenen. - Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zn wollen. Die Beerdigung.fand -bereits am Dienstag statt.

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